Die Therapie der kindlichen Arthritis richtet sich nach der Arthritisuntergruppe, nach der Anzahl der betroffenen Gelenke und den Begleitsymptomen.
Medikamentös werden praktisch immer sofort wirkende nichtsteroidale Entzündungshemmer eingesetzt. Oft sind aber auch sogenannte Basistherapeutika (am häufigsten Methotrexat) nötig, welche den Krankheitsprozess bremsen, die aber erst mit Verzögerung wirken. Die Verträglichkeit dieser Medikamente ist bei den Kindern im Vergleich mit Erwachsenen im allgemeinen besser. Auch Gelenksinfiltrationen mit einem cortisonhaltigen Präparat haben gerade bei Kindern oft einen sehr guten und über viele Monate anhaltenden Effekt.
Als wesentlicher Bestandteil der Therapie werden in Ergänzung zu den medikamentösen Massnahmen fast immer Physiotherapie und/oder Ergotherapie verordnet. Bei der Physiotherapie werden mit dem Kind möglichst spielerisch Uebungen eingesetzt, die helfen, dass das erkrankte Gelenk beweglich bleibt, nicht einsteifft und dass auch die Muskulatur kräftig bleibt oder wieder kräftig wird. Zudem müssen auch gestörte Bewegungsmuster (wie z.B. schmerzbedingtes Schonen) berücksichtigt werden und das Kind erlernt wieder normale Bewegungsmuster.Auch in der Ergotherapie wird, oft unter dem Einsatz von Spielen, Malen und Basteln geübt. Dabei soll das Kind spielerisch lernen, seine Gelenke zu schonen und trotzdem im Alltag einzusetzen. Die Ergotherapeutin fertigt auf Anordnung des Arztes auch Schienen an, um Gelenke ruhig zu stellen, eine gestörte Gelenkstellung zu korrigieren oder ein Gelenk im Alltag zu entlasten.
Manchmal sind auch ergänzende chirurgische Eingriffe nötig. Wenn z.B. trotz Medikamenten und Cortisonspritzen ein einzelnes Gelenk dauernd entzündet bleibt, kann die Gelenkinnenhaut operativ entfernt werden (Synovektomie). Geschädigte Gelenke werden beim Kind aufgrund des noch vorhandenen Wachstums nur ausnahmsweise mittels Gelenkprothese ersetzt.
Wichtig ist auch die Berücksichtigung des Wachstums und der allgemeinen Entwicklung. So kann z.B. ein Bein mit entzündetem Gelenk viel rascher wachsen als auf der Gegenseite, was zu einer störenden Beinlängendifferenz führt. Aber auch das Körperwachstum kann - vor allem bei den systemischen Formen - verlangsamt sein und die Pubertät kann verzögert auftreten. In solchen Situationen werden auch Wachstumsspezialisten beigezogen.
Je schwerer die Erkrankung verläuft umso mehr kommen auch schulische und psychische Probleme dazu und die ganze Familie ist von der Behinderung des Kindes betroffen. Hier werden Gespräche mit verschiedenen Spezialisten nötig, so z.B. mit dem Psychologen, dem Lehrer, der Sozialarbeiterin, etc.
Die genannten Ausführungen zeigen, dass es Sinn macht, Kinder mit Arthritis in einem spezialisierten interdisziplinären Team untersuchen und oft auch behandeln zu lassen, in enger Zusammenarbeit mit dem niedergelassenen Kinderarzt.
In der Schweiz gibt es an allen Universitätskliniken solche interdisziplinären Kinderrheumatologische Sprechstunden, in Zürich wird sie am Kinderspital durchgeführt.