Sammlung der Fragen und Antworten (FAQ)
Rheuma Allgemein
Gelenkschmerzen und Gelenkschwellungen
Rückenerkrankungen
Weichteil- und Muskelrheuma
Medikamente und andere Therapiemethoden
Frage:
Müssen erhöhte ANA Werte bei Verdacht auf Kollagenosen vorliegen?
31.08.2010
Müssen bei Verdacht auf Kollagenose immer erhöhte ANA Werte vorliegen? Wenn einmal ein erhöhter ANA Titer nachgewiesen wurde, ist es möglich, dass zu einem späteren Zeitpunkt überhaupt keine ANA nachgewiesen werden können? Wie aussagekräftig sind die Komplementwerte C3 und C4?
Antwort:
Die Häufigkeit der erhöhten ANA hängt von der vermuteten Kollagenose ab. Beispielsweise haben Lupus-Patienten und auch Sklerodermie-Patienten fasst immer einen erhöhten ANA-Titer, bei Sjögren-Syndrom ist es schon weniger, insbesondere bei milden Formen, und Patienten mit Poly/Dermatomyositis haben nur zu ca. 50% erhöhte ANA. Bei undifferenzierter Kollagenose benutzt man den erhöhten ANA-Titer häufig als Hinweis für das Vorliegen einer beginnenden/abortiven Kollagenose, es müssen dann aber noch andere Symptome hinzukommen. Seltener gibt es auch Kollagenose-typische Symptome, ohne dass der ANA-Titer erhöht sein muss. Gleiches gilt für Ihre Frage, ob der ANA-Titer sich über die Zeit normalisieren kann. Die Komplementfaktoren werden vor allem als Aktivitätsparameter benutzt, vor allem beim Lupus, weniger klar auch bei Sklerodermie und bei Sjögren-Syndrom. Ein erniedrigtes Komplement kann also ein Hinweis auf eine aktive Kollagenose sein, es gibt aber auch viele andere Ursachen für eine Komplementerniedrigung.
PD Dr. O. Distler |
Frage:
Orthokin Behandlung in der Schweiz möglich und sinnvoll?
31.08.2010
Meine Diagnose ist ausgeprägte OSG-Artrose, am rechten Sprunggelenk, die Schmerzen nehmen bei der Bewegung zu, im Ruhezustand sind sie jedoch noch mässig . Kürzlich habe ich über eine neue Methode, wirksame Orthokin Behandlung, gehört (Serie von Spritzen zur Bildung vom Knorpel). Ist diese Methode in der Schweiz bereits zugelassen, wird sie von der Grundversicherung uebernommen?
Antwort:
Der Knorpelaufbau ist nicht bewiesen durch die Orthokin Behandlung, es ist viel eher eine teure Schmerzbehandlung.
Deshalb wird sie nicht von der Krankenkasse übernommen. Die Injektion von Hyaluronsäure ins Gelenk ist sinnvoller.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Taubheitsgefühle in den Händen und Füssen
11.08.2010
Stunden oder Tage nach körperlicher Belastung bekomme ich immer wieder Kribbel- und Taubheitsgefühle in den Händen und Füssen. Sobald ich gehe oder mich leicht anstrenge laufen die entsprechenden Stellen rot-blau an und schwellen an.
Seit Anfang Februar kommt anfallartig auftretendes brennendes Kribbeln und Taubheitsgefühl in beiden Händen hinzu (läuft blau-rot an, linke Hand schwillt stärker an, ist nicht temperaturabhängig).
Mittlerweile zeigen sich diese verstärkten Symptome auch an der rechten Hand, und den Füssen bis über die Knöchel. Zunehmend habe ich Muskelschmerzen (wie leichte Krämpfe), zwischenzeitlich roter Ausschlag an Wangen, Nase und Stirn (wie Ausschlag, teilweise schuppig) und Rötungen an Hals und Ausschnitt. Die Hauterscheinungen sind seit Februar ständig vorhanden und verstärken sich mit mehr Licht.
Zwei Mal war ich im Krankenhaus wegen Verdachts auf Herzinfarkt (Blutdruck 190/140 + 210/160) und Schlaganfall, was jedoch ausgeschlossen werden konnte. Blutdruck i.d.Regel 110/60 bis 120/80
Ergebnisse Krankenhaus:
ANA (1:40), Immunglobulin E 1.640 KU/Liter, Serotonin (424 ng/ml); Masern-IG-AK (EIA) 13862; Röteln-IG-AK (EIA) 465; kein Hinweis auf Kälteagglutine, Bakterien oder Borelliose;
(Leber: Form bikonvex, Rand verrundet), vor 2 Jahren massive Schmerzen bei normalen Leberwerten, jetzt HEP II Wert erhöht, basophile Granoluzyten 1,2, spezif. Gewicht 1,008, Kalium einmal 7,4 sonst Normbereich
Herz: Belastungs-EKG völlig in Ordnung (max. 170/75), jedoch Stressechokardiogramm (Fahrradergometrie in Linksseitenlage) schon bei 50 Watt 210/90, 100 Watt auftretende horizontale ST_Streckensenkung in Abl. II, III und aVf?
Ruhe-EKG: SR, überdrehter Linkstyp, HF 67/min., keine signifikante Erregungsrückbildung
Befund CT Abdomen, CT Angiografie Nierenarterie und Nebennieren: keine Nebennierenraumforderung, keine Nierenarterienstenose; Nierencysten beidseits, Verdacht auf Cholecystolithiasis
Lungenfunktion: mässiggrade Obstruktion mit ansprechen auf Akkutbroncholyse
Als Auslöser wurde auch Stress in Betracht gezogen. In Ruhehase ging es mir nach und nach besser. Die Durchblutungsstörungen sowie die Parästhesien wurden besser. Am Samstag habe ich dann Rasen gemäht und das ganze ging wieder von vorne los. Am Sonntag hatte ich wieder das Gefühl, ich habe Kreislaufprobleme und ab und an das Gefühl, ich kippe gleich um. Der Blutdruck war im Bereich 110/60-120/80, also nicht hoch, jedoch hatte ich einen Puls im Bereich von 90-117 ohne Anstrengung. Gestern war schien es mir wieder besser zu gehen. Jedoch liefen die Hände und Füsse nach einer kurzen Wegstrecke bergauf wieder rot-blau an und verdickten sich. Gleichzeitig war mir leicht übel.
Rheuma wurde von einem Rheumatologen ausgeschlossen. Hausarzt und Hautarzt vermuten jedoch eine Kollagenose, obwohl die Werte nur grenzwertig sind.
Bilde ich mir das ganze nur ein? Haben Sie eine Vorstellung an was ich leiden könnte? Macht es überhaupt noch Sinn irgendetwas weiter zu untersuchen und wenn was?
Im Oktober habe ich einen Termin in der Dermatologie der Uniklinik. Hängen die Hauterscheinungen und die anderen Dinge wie Schwellungen/Taubheit irgendwie zusammen? Kann es sich um eine Stoffwechselstörung handeln?
Antwort:
Aufgrund ihrer Beschreibung kann keine Zuordnung der Symptome erfolgen. Eine Kollagenose ist nicht ausgeschlossen, aufgrund des ANA Wertes aber nicht sehr wahrscheinlich. Generell spricht das Fehlen von Gelenksbeschwerden gegen eine entzündlich-rheumatische Erkrankung.
Wichtig scheint mir die dermatologische Untersuchung, zumal Hautausschläge aufgetreten sind. Dabei könnte im Falle von Hautveränderungen auch eine Biopsie durchgeführt werden, die weitere Hinweise auf die Art der Erkrankung geben könnte, insbesondere auch bezüglich einer möglichen Kollagenose. Die Blutdruckschwankungen sind nicht ein typisches Phänomen von rheumatischen Erkrankungen und können viele Ursachen haben unter anderem auch Stress.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Schmerzen in allen Gelenken: Arthrose mögliche Ursache?
22.07.2010
Ich habe Schmerzen in den Fingergelenken, und in allen anderen Gelenken. Ebenso wenn ich nicht in Bewegung bin.
Ich habe keinen Ruheschmerz, erst wenn ich die Finger oder die Füsse bewege. Als meine Ärztin Blut abnahm, meinte Sie ich hätte vielleicht Arthrose. Jetzt wollte ich eine Blutabnahme vornehmen lassen wo man die Mineralstoffwerte und die Vitamine bestimmen kann, aber sie lehnte das ab und sagte das sei nur bei Alternativmediziner zu machen.
Meine Lebensqualität ist einschränkt und ich habe nun Angst, dass die Schmerzen nicht mehr verschwinden.
Können sie mir einen Rat geben?
Antwort:
Ihre Beschwerden klingen im weitesten Sinne schon nach "Rheuma", wobei man herausfinden sollte, welche Art von "Rheuma" Sie haben. Eine Blutentnahme (auch Röntgenuntersuchung) macht hier Sinn. Vermutlich hat Ihre Ärztin die relevanten Parameter im Blut bestimmt. Wenn Sie unsicher sind, besprechen Sie doch die Befunde gemeinsam und fragen Sie, ob eine Überweisung zu einem Rheumatologen sinnvoll ist.
PD Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Rheumatherapie bei Kinderwunsch
14.07.2010
Ich bin 40 Jahre alt und habe seit ca. 3 Jahren eine entzündliche Aktivität im kleinen Zehengelenk des rechten Fusses (5.Strahl) und seit ca. 3 Monaten auch im Zehengelenk des linken Fuss (2.Strahl). Die bisherige Therapie bestand aus lokalen Cortisonspritzen, die sehr gut geholfen haben. Des weiteren habe ich zeitweise Ibuprofen genommen.
Mir wurde eine Basistherapie mit Methotrexat vorgeschlagen, die ich aber bisher aufgrund des noch bestehenden Kinderwunsches abgelehnt habe.
Gibt es eine Therapiemöglichkeit, die mit einer möglichen Schwangerschaft vereinbar ist? Was würden Sie mir empfehlen? Oder wie lange kann/sollte ich damit noch warten?
Ich habe von einer Therapie ohne Medikamente in einem Radon-Heilstollen gehört (Gastein), weiss aber bisher leider zu wenig darüber.
Antwort:
Die Therapie ist abhängig von der Art der Arthritis (es gibt viele verschiedene Ursachen für Gelenkentzündung und somit unterschiedliche Diagnosen). Eine gute Möglichkeit bietet oft Plaquenil, das bei einer Schwangerschaft häufig gegeben wird und - soweit bekannt - keine negativen Einflüsse auf das Kind oder die Schwangerschaft hat. Das Medikament ist vor allem geeignet, wenn Sie keine Gelenkzerstörung von der Arthritis haben. Man könnte auch mit lokalen Infiltrationen arbeiten, wenn nur wenige oder noch besser einzelne Gelenke betroffen sind und die Arthritis nicht zerstörerisch ist. Wenn Sie an einer rheumatoiden Arthritis leiden, wird diese während der Schwangerschaft auch häufig spontan besser. Von den Radon-Heilstollen in Gastein ist mir nichts bekannt.
PD Dr. O. Distler |
Frage:
Wie weiter?
13.07.2010
Seit meiner Kindheit (heute 20 Jahre alt) plagen mich Schmerzen in Armen, Beinen, Rücken und momentan besonders in den Knien. Rheuma und psychische Ursachen wurden bereits ausgeschlossen.
Mir ist aufgefallen, dass die Schmerzen bei Hitze oder nach körperlicher Belastung stärker werden. Das Schwimmen musste ich leider aufgeben. Andere Sportarten oder ganz normales Spazieren führen ebenfalls zu Schmerzen.
Ich würde sehr gerne wieder Sport treiben, da ich die körperliche Aktivität vermisse. Zweimal die Wochen reichen fürs Erste. Ich möchte nur, dass ich nicht nach einer halben Stunde joggen jeweils für 2 Wochen pausieren muss.
Haben Sie vielleicht einen Ratschlag, eine Idee worum es sich handelt oder können Sie mir eine Fachrichtung nennen, an welche ich mich wenden könnte?
Antwort:
Auch wenn "Rheuma" bei Ihnen ausgeschlossen wurde, rate ich trotzdem zur Konsultation bei einem Rheumatologen, der sich auf Schmerzmedizin spezialisiert hat. Alternativ käme in Deutschland ein konservativ tätiger Orthopäde in Frage.
PD Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Gelenkschmerzen in den Händen
12.07.2010
Seit April habe ich in der Nacht Schmerzen im Zeigfinger der rechten Hand und im Mittelfinger der linken Hand. Jedoch nur wenn ich die Hand bewege. Muss dann die Hände mehrmals öffnen und schliessen damit der Schmerz wieder verschwindet. Tagsüber bin ich schmerzfrei. Entzündungswerte normal, keine Reumaanzeichen und keine Harnsäure. Seit einigen Tagen immer wieder Juckreiz an Händen und Fussohlen. Hatte letzes Jahr von August bis Dezember 3 mal Blasenentzündung und musste Antibiotika einnehmen.
Antwort:
Bezüglich der geschilderten Beschwerden kann es verschiedene Ursachen geben. In erster Linie denke ich an ein Karpaltunnelsyndrom, welches durch einen Neurologen mittels Messung der Nervenleitgeschwindigkeit abgeklärt werden kann. Dann kann man sich auch für eine Therapie entscheiden. In der Zwischenzeit rate ich, eine Nachtschiene zu tragen. Die Fingergelenke sollten ausserdem von einem Rheumatologen angeschaut werden, um andere Ursachen auszuschliessen.
PD Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Rheuma ohne Entzündungswerte
24.06.2010
Ich (43) hatte schon in der Jugendzeit immer wieder Schmerzen in den Finger und Handgelenken. Eine Untersuchung erfolgte damals nicht. Nach einer fast beschwerdefreien Zeit traten die Gelenkschmerzen (Finger, Hände) ab dem Alter von 30 Jahren mehrmals im Jahr für ein bis zwei Wochen auf. Eine Untersuchung beim Rheumatologen gab den V.a. reaktive Arthritis oder Anfang einer RA. keine Schwellungen, keine Entzündungswerte. Mit 39 bekam ich über Nacht starke Schmerzen in Finger, Hand, Zehen und Sprunggelenken. Starke Morgensteifigkeit. Leichte Schwellungen, Besuch beim Rheumatologen. Keine Entzündungswerte, kein Rheumafaktor, nur erhöhte ANA. Nach wochenlanger NSAR dann Beginn mit Kortison. Nach 2 Tagen dann Beschwerdefreiheit. Arbeitsdiagnose: seronegative, anapositive RA. Im Laufe der folgenden 2 Jahre Behandlung mit Immunsuppressiva, auf die ich gut angesprochen habe. Bis auf Enbrel hatte ich auf alle starke Nebenwirkungen. Mit Enbrel war ich völlig beschwerdefrei. Konnte sogar wieder Bergsteigen. Hab es im Dezember 2008 wegen eines Infektes abgesetzt. Bis Dezember 2009 dann nur Kortison genommen. War im Grosen und Ganzen damit beschwerdefrei. Seit Dez. 2009 keine Therapie. Seit Anfang Mai 2010 wieder Gelenkschmerzen mit unendlicher Müdigkeit, Augenjucken, Morgensteifigkeit, Herzbeschwerden (hab auch Prinzmetalangina und KHK mit Stent seit 5 Jahren). Nach einer Woche klingen die Beschwerden wieder ab. Eine Woche bin ich beschwerdefrei, dann das ganze von vorne. Wieder keine Entzündungswerte, daher will mir mein Rheumatologe kein Kortison geben, was mir in der Vergangenheit aber schnell geholfen hat.
Gibt es ein Rheuma, bei dem es keine Entzündungswerte gibt? Ist eine rheumatische Erkrankung in meinem Fall wahrscheinlich?
Antwort:
Die Diagnose einer Polyarthritis wurde bei Ihnen schon gestellt, wobei offenbar nicht ganz klar ist, ob es sich um eine RA oder andere Arthritisform handelt. Unabhängig von dieser diagnostischen Unsicherheit ist klar, dass Sie eine anti-entzündliche Therapie brauchen, die ja früher gut geholfen hat. Für eine rheumatoide Arthritis ist etwas ungewöhnlich, dass die Beschwerden nur zeitweise vorhanden sind, mit beschwerdefreien Pausen, obwohl Sie zur Zeit keine Medikamente nehmen. Die Entzündungswerte müssen nicht erhöht sein, dies kommt bei einer RA ab und zu vor. Sofern eine Gelenksentzündung nachweisbar ist, sollte während den Rheumaschübe (Schwellung, Druckschmerz der Gelenke) bei Ihnen wieder mit einer Basistherapie begonnen werden, unabhängig davon ob die Entzündungswerte erhöht sind. Entweder mit einem konventionellen Medikament (Methotrexat, Lefunomid etc) oder evtl. sogar wieder mit Enbrel, sofern keine Kontraindikation besteht. Kortison sollte lediglich zusätzlich zu einer immunsuppressiven Therapie eingesetzt werden. Sie sollten die weitere Therapie mit Ihrem Rheumatologen besprechen.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Allgemeinmediziner ratlos
24.06.2010
Seit zwei Monaten schwellt meine linke Hand ständig an. An dieser Hand kann ich keine Ringe mehr tragen. Morgens ist die Hand am meisten geschwollen, lässt während dem Tag nach, geht aber nie komplett zurück. Manchmal schmerzen die Finger oder das Handgelenk. Mein grösstes Problem ist die Schwellung an sich. Die Ärzte sind bisher ratlos. Karpaltunnelsyndrom ist es definitiv nicht, aber es sieht so aus als ob ich Probleme mit der Zirkulation habe. Ich Frage mich jedoch warum nur auf der linken Hand?
Antwort:
Ihre Geschichte spricht entweder für eine Schwellung in den Gelenken, in den Sehnenscheiden oder anderer Weichteile. Letztendlich kann nur mit eine klinisch-ärztliche Untersuchung Ihre Fragen beantworten. Es gibt mehrere Ursachen für eine "Handschwellung", abhängig von der betroffenen Struktur, Blutwerte, Röntgenbild, Alter, weitere Beschwerden etc.
Bezugnehmend auf Ihre Frage, warum nur die linke Hand, so kann dies m.E. mit den zur Verfügung stehenden Angaben nicht abschliessend beurteilt werden. In Ihrem Fall, in dem schon mehrere Ärzte "ratlos" gewesen seien, empfiehlt sich eine spezialärztliche Abklärung bei einem Rheumatologen.
Dr. med. G. Tamborrini |
Frage:
Müdigkeit und Leitungsschwäche
15.06.2010
Ich bin 38 Jahre alt und weiblich. Vor ca. 2 Jahren bemerkte ich erstmals starke Müdigkeit und Leitungsschwäche mit Konzentrations- und Denkproblemen. Ich schob das darauf, dass mein inzwischen fast vierjähriger Sohn über ein Jahr gebraucht hatte, bis er annähernd durchschlief. Da sich aber nach mehreren Monaten immer noch keine Besserung zeigte und sogar noch Schwindelattacken hinzukamen, bei denen ich sogar 3 oder 4 Mal stürzte, beantragte ich eine Mutter-Kind-Kur die mir auch bewilligt wurde. Danach war zwar der Schwindel verschwunden aber meine Leistungsfähigkeit ist bis heute noch nicht zurückgekehrt. Mitte 2009 mehrere Wochen heftige Nachtschweissattacken. Im Sept. 2009 über 3-4 Wochen starke Muskelkrämpfe vorwiegend, aber nicht nur in den Waden. Hauptsächlich nachts aber auch am Tag. Magnesium, Kalium, Vitamin B12 alles o.k. Im Februar dieses Jahres sich langsam steigernde Drehschwindelattacken mit Taubheitsgefühl Handtellergroß um das linke Ohr. Festgestellte linksseitige Schwäche im Arm-/Beinhalteversuch, Fingernasenzeigversuch links nicht in Ordnung. Ausserdem mehrere kleine Gliose Herde subkortikal rechts und links im Marklager, erweiterte Liquorräume. Normotensiver Hydrocephalus ist nicht auszuschliessen.
Seit diesen Schwindelattacken habe ich völligen Orientierungsverlust im Dunkeln, kippe nach vorne bei geschlossenen Augen. Nach Auffenthalt in einer Uniklinik (Neurologie) Folsäure, Homocystein, Methylmalonsäure im Referenzbereich. Immunglobuline quantitativ im Referenzbereich, C3c, C4, CH-50, RF, ASL,ACE im Normbereich. ANA, ANCA negativ bzw. normwertig. Diagnose somatoforme Störung. Damit will ich und auch meine Hausärztin (kennt mich seit über 15 Jahren) sich aber nicht abfinden. Weiter Auffälligkeiten bei Untersuchungen: vergrößerte Niere linksseitig, leicht erhöhter Lungendruck, Schmorlsches Knötchen BWK 11 Deckplatte, Prolaps LWS L5/S,1, Spondylarthrose; lumbosakralen Übergangsbereich, Bandscheibenvorfalll HWS C3/C4 und C4/C5, morgens geschwollene Fingergelenke, allgemein seit Jahren dicker werdende Fingermittelgelenke, stark gekrümmte Zehen, immer wieder starke Schmerzen in wechselnden Gelenken besonders Knien, Schulter und Finger. Rasche Zunahme von (lt. Hautarzt) senilen Angiomen und bräunlichen Pigmentierungen im Rumpfbereich. Öfter juckendes nässendes Ekzem über den Fingergrundgelenken der rechten Hand. Oft starker Druck in linker Augenhöhle, als sei dort unterm Auge etwas angeschwollen. Letzte Woche starke Schulterschmerzen mit Nachtschweiss und linkes Auge erst unterer Lidrand, später auch Bindehaut, entzündet. Seit fast 1 Jahr Dauerzahnfleischbluten, immer wieder Ohrenschmerzen, öfters breiige Durchfälle. Warte nun auf das Ergebnis einer erneuten Blutabnahme bei der BSG bestimmt werden soll. Hoffe aber auf einen Tipp ihrerseits wie ich weiter vorgehen soll oder ob auch sie an eine psychische Störung denken.
Antwort:
Gerne gebe ich Ihnen Auskunft. Es muss erwähnt werden, dass verlässliche Aussagen aufgrund Ihrer zwar sehr schönen schriftlichen Beschreibung nur eingeschränkt möglich sind, da dazu immer auch eine klinische Untersuchung gehört. Man kann von Ihrer Beschreibung aber sagen, dass noch weitere rheumatologische Abklärungen gemacht werden sollten, auch wenn die Autoantikörpersuche negativ war. Es gibt z.B. Arthritiden (Gelenkschwellungen), bei denen diese Autoantikörper negativ sind und auch die BSR negativ sein kann. Für die Angabe eines "leicht erhöhten Lungendruckes" braucht es weitere Angaben, z.B. wie dieser festgestellt wurde und weiter abgeklärt wurde. Ich würde Ihnen empfehlen, eine fachärztlich rheumatologische Abklärung anzustreben, am besten an einem erfahrenen Zentrum wie ein Kantonsspital oder eine Universitätsklinik.
PD Dr. O. Distler |
Frage:
Schmerzen in Händen, Geschwollene Ferse
15.06.2010
Mein Freund hat in letzter Zeit nach dem Sport starke Schmerzen in den Händen und manchmal in den Armen. Diese sind dann auch angeschwollen. Auch hatte er einmal Abends nach dem Sport erhöhte Temperatur und er hat gefroren (Schüttelfrost). Ich würde sagen das ist Überanstrengung. Vor ein paar Wochen war er eine Woche weg und hat ohne Grund eine angeschwollene Ferse bekommen. Die Ärzte konnten sich dies auch nicht erklären, wobei ich dazu sagen muss, die Ärzte dort waren auch nicht sehr kompetent und haben nicht richtig zugehört. Dazu muss ich dann noch sagen dass er einen Bluthochdruck hat und schon seit längerem keine Tabletten mehr nimmt (erst ab nächste Woche wieder). Liegt das alles am Bluthochdruck, oder ist es doch noch etwas ganz anderes, oder sogar vielleicht einfach die Überanstrengung? Woran kann das liegen?
Antwort:
Die Symptomatik Ihres Freundes kann verschiedene Ursachen haben. Hat er denn einen Hausarzt oder Sportarzt, der die ersten Abklärungen veranlassen kann und nötigenfalls einem Spezialisten zuweisen kann? Es bedarf sicher einer gründlichen körperlichen Untersuchung und einer Blutuntersuchung. Falls Gelenke oder Sehnenansätze geschwollen sind und Ihr Freund über nächtliche Rückenschmerzen klagt, wäre es gut, ein Rheumatologe könnte ihn sehen.
PD Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Vergünstigte Medikamente
01.06.2010
Ich arbeite in Basel und wohne in der Nähe. Meine Schwester die 31 Jahre alt ist leidet an Rheumatoiden Arthritis, sie wohnt in Peru. Obwohl sie eine gute Arbeitsstelle in Peru hat, kann sie sich das Medikament Humira, die Ihr Arzt ihr beschrieben hat, nicht leisten. Gibt es vielleicht in der Schweiz eine Möglichkeit das Medikament mit Subvention zu kaufen oder dürfte existiert die Möglichkeit an einer Studie teilzunehmen, wo das Medikament dann billiger wird?
Antwort:
Für dieses Medikament gibt es keine Vergünstigung und keine Studie, allerdings für andere neue Medikamente laufen Studien, allerdings muss man Englisch oder Deutsch verstehen und es sind mehrere Kontrollen in der Schweiz notwendig.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Zusammenhang Gelenkschmerzen und Schmerzen beim Urinieren
28.05.2010
Vor 2 Jahren bin ich in die Rheumaklinik Lank eingewiesen worden, da ich Probleme mit meinen Knien hatte. Die Schmerzen tretenvor allem dann auf, wenn ich längere Zeit ungünstig gesessen oder gelegen bin. Zunächst sind sie sehr steif und können nur unter Schmerzen wieder gelockert werden. Beim gehen/laufen/strecken usw. habe ich keine Schmerzen. Die Knie fühlen sich lediglich ein wenig puddingartig, sehr weich und ein wenig taub, an. Ganz schlimm ist es, wenn ich aus der Hocke hochkommen oder bei generell bei Belastungen. Damals konnte die Ursache dafür nicht diagnostizieren können. Allerdings hatte ich zur selben Zeit und dies schon einigen Jahren Probleme mit meiner Blase. Es waren nicht die Symptome einer Blasenentzündung, da ich keine Schmerzen beim Wasserlassen hatte. Auch Blut hat sich trotz der langen Zeit nicht sehen lassen. Es handelte sich lediglich um ein unangenehmes Gefühl beim Wasserlassen und danach. Aber auch hier nicht immer. Nach ein paar Stunden mit dem Wärmekissen ließ dies auch wieder nach. Dazu kam ein unangenehmer Geruch des Urins. Trotz mehrfacher Untersuchung beim Hausarzt und Frauenarzt konnte niemand einen bakteriellen Infekt feststellen. Erst in der Rheumaklinik wurde aus 3 Litern Urin festgestellt, dass es sich um eine Mischform aus mehreren Bakterien handelte. Als dies durch eine spezielles Antibiotikum behandelt wurde gingen auch die Gelenkbeschwerden wieder zurück. Damals hatte ich einen Zusammenhang noch angezweifelt. Doch seit 2 Wochen habe ich nun wieder zeitgleich die Beschwerden mit der Blase und die Gelenkschmerzen. Frauenarzt und Urologe sind nun kurz davor mich wieder in die geschlossene einzuweisen, da ihnen mein Krankheitsbild sehr fremd vorkommt. Da auch beim jetzigen Fall sich nichts im Urin finden lässt, möchte ich nun hier nachfragen, um was es sich handeln könnte. Es finde es schon sehr seltsam, wenn ich erneut diese eher seltene (denke ich Mal) bakterielle Mischform habe. Ist es überhaupt möglich, dass sich dies auf meine Gelenke auswirkt?
Antwort:
Ja, das ist durchaus möglich. Wenn für Sie die Symptome genau gleich wie damals sind, sollte man erneut intensiv nach einer Infektion der harnableitenden Wege suchen. Es ist bekannt, dass solche Erreger Gelenkentzündungen machen können. Gehen Sie doch wieder zu den gleichen Aerzten in die Rheumaklinik wie vor 2 Jahren
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Ergebnis zuerst abwarten
28.05.2010
Seit dem 04.05. bin ich krank geschrieben. Meine Beschwerden: geschwollene Unterschenkel, blaue Füße im Sitzen sowie kribbeln im Stehen und Sitzen, schmerzempfindliche Beine (Fuß bis Knie), andauernde Schmerzen wie bei einem Muskelkater (seit 4 Wochen), ich kann nicht lange sitzen oder stehen, nach dem Baden waren einmal beide Beine blau
bisherige Behandlung: Vorstellung beim Hausarzt im April (BE und Oberbauch Sono unauffällig) Thrombose ausgeschlossen, chirurgisch alles OK, MRT etwas auffällig deswegen zum Orthopäden, dort gab es Einlagen wegen Spreiz-Senk-Fuss und KG Lymphdrainage, trage zu Zeit Thrombosestrümpfe, habe nächste Woche einen letzten Termin beim Neurologen, dann weiss ich auch nicht mehr weiter, seit kurzem fällt mir auf, dass ich besonders am Morgen geschwollene Hände habe und zeitweise ein Kribbeln in beiden Händen
Ich bitte um Ihren Rat! Danke!
Antwort:
Bitte warten Sie die Abklärung beim Neurologen noch ab. Diese ist wichtig! Wenn dieser auch "nichts" findet, sollten Sie einen Termin bei einem Rheumatologen machen.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Muskelkater, das Gefühl in brennesseln zu fassen
26.05.2010
Seit ca. 10 Wochen leide ich unter ungewohnt starker Steifigkeit in den Knien. Dazu kommen seit einiger Zeit das Gefühl von starkem Muskelkater in den Oberarmen und neuerdings geschwollenen Haenden (das Gefühl, in brennesseln gefasst zu haben). Ich bin 37, wurde wegen einer Colitis ulcerosa ein Jahr lang mit Kortison behandelt. Seit 5 Monaten nehme ich nun Azathioprin ein. Können sie mir bitte einen Rat geben?
Antwort:
Bei Colitis ulcerosa können auch entzündliche Gelenksveränderungen (Arthritis) auftreten, die Symptome, die sie beschreiben können darauf hinweisen und sollten durch einen Rheumatologen weiter abgeklärt werden.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Auswirkung von HLA-B27
17.05.2010
Ich habe Spondarthritis und Fibro. Meine Töchter habe ich testen lassen und beide haben den Wert HLA-B27 positiv. Nun ist meine ältere Tochter (13) oft krank bzw. erkältet. Seit 2 Tagen hat sie Schmerzen im Knie und es ist leicht geschwollen. Ich möchte es erstmal beobachten und ihr auch keine Angst machen. Kann es sein, dass das Rheuma bei ihr ausgebrochen ist?
Antwort:
Der Nachweis von HLA-B27 allein ist nicht sehr aussagekräftig, da über 90% aller Individuen mit HLA-B27 nie eine Spondarthropathie entwickeln. Wenn aber eine Gelenksentzündung besteht, kann das eine Erstmanifestation einer Spondarthropathie sein, auch ohne Rückenschmerzen. 2 Tage sind noch etwas kurz. Vielleicht ist es nur ein Schmerz im Rahmen eines viralen Infektes. Es ist sicher richtig einmal abzuwarten. Bleiben die Gelenksbeschwerden auch nach Abklingen der Erkältung bestehen sollten Sie mit Ihrer Tochter zum Arzt gehen, damit festgestellt werden kann ob es sich um eine Gelenksentzündung handelt.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Diagnose stellen
12.05.2010
Seit etwa vier Monaten habe ich typische Symptome für Rheumatische Arthritis: Kraftlosigkeit und Morgensteifheit von Gelenken, Schmerzen, Hitzegefühl, Druckempfindlichkeit, gespannte Haut über den Fingergelenken, Taubheitsgefühl und Steifheit in den Fussgelenken.
Die Blutwerte sind normal und es sind keinerlei Schwellungen erkennbar. Was kann ein Arzt tun, damit die so wichtige frühzeitige Diagnose erstellt werden kann?
Antwort:
Um die Diagnose einer Rheumatoiden Arthritis zu stellen, müssen Gelenksschwellungen vorhanden sein. Manchmal sind diese nicht sicher zu tasten, können jedoch z.B. mit einer Ultraschalluntersuchung festgestellt werden. Im Verlaufe der Erkrankung sind dann aber fast immer deutliche Schwellungen nachweisbar. Da die von Ihnen beschriebenen Beschwerden passend für eine beginnende Arthritis sind wäre eine Abklärung bei einem Rheumatologen zu empfehlen. Es gibt auch Formen von rheumatoider Arthritis die im Blut normale Werte zeigen (ohne Nachweis von Rheumafaktor). Wichtig ist hier die Abgrenzung von anderen Arthritis-Ursachen wie z.B. virale Infekte, Arthritis bei Psoriasis etc., im Rahmen der fachärztlichen Untersuchung.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Schmerzen im Mittelfinger
11.05.2010
Seit längerer Zeit habe ich Schmerzen im Mittelgelenk des Mittelfinger der rechten Hand.
Die Schmerzen verspüre ich beim Beugen und Strecken. Bei der rechten Hand kann ich ausserdem den Ringfinger und der kleine Finger schon nicht mehr ganz strecken, da die Nervenbahnen bereits stark geschädigt sind. Ich leide an Charcot-Marie-Tooth, was auch unter dem Begriff Neurale Muskelatrophie bekannt ist. Ich frage mich nun ob es etwas damit zu tun hat oder auch etwas anderes sein könnte? Wie soll ich vorgehen?
Antwort:
In einer rheumatologischen Untersuchung (evtl. ergänzend mit Röntgen und Ultraschall) kann man differentialdiagnostisch rheumatologische versus neurologische Erkrankungen abgrenzen. Daher meine Empfehlung, einen Rheumatologen aufzusuchen.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Erkrankung oder Überreaktion
07.04.2010
Ich bin 22 Jahre alt und habe seit ca. 8 Jahren „Gelenkprobleme“. Alles hat angefangen mit Knieschmerzen die als Wachstumsstörungen abgetan wurden und auch wirklich wieder verschwanden. Mit ca. 24 Jahren hatte ich eine Gelenkentzündung am ganzen Körper, d.h. ich hatte Schmerzen in jedem Gelenk am ganzen Körper und konnte nicht mehr wirklich gehen, sogar kauen (Kiefer) hat mir wehgetan. Ein Arztbesuch hat keinen Befund ergeben und nach nach ca. 1 Woche verschwanden die Schmerzen wieder. Gelenkschmerzen hatte ich dann vorübergehend nur noch selten, mal in den Handgelenken oder Fussgelenken, vorallem nach Belastung durch Sport. Vor 3 Jahren ging dann alles wieder los, ich hatte ca. 2 Monate Schmerzen in den Handgelenken, Knien und Fussgelenken, sowie in den Ellbogen. Ich arbeite im Büro und am Nachmittag war es schon fast nicht mehr auszuhalten, am Abend war ich so müde, dass ich teilweise um 18.00 Uhr schlafen ging und erst am nächsten Morgen wieder aufgewacht bin. Aus diesen Gründen bin ich noch einmal zum Arzt gegangen und habe mich untersuchen lassen. 2 Monate lang ging ich jede Woche zum Arzt - Blut nehmen, Gelenke abtasten etc. er sagte die Gelenke sind etwas verdickt, aber man kann nichts feststellen. Also war auch diese Behandlung nach 2 Monaten wieder ohne Befund abgeschlossen. In den letzten 3 Jahren leide ich gelegentlich (ca. 1x im Monat, manchmal häufiger) unter Gelenkschmerzen in den Händen sowie Ellbogen und Füssen. Vor ca. 2 Wochen war es mir 1 Woche schwindlig, ich fühlte mich als hätte ich Alkohol konsumiert, konnte nicht klar denken, jetzt wieder diese Gelenkschmerzen und Nackenschmerzen, sowie Schmerzen im rechten Oberarm. Der Arzt meint, ich soll bezüglich des Schwindels zu einem Neurologen gehen, was ich auch tun werde. Ist mit mir etwas nicht in Ordnung wegen der Gelenkschmerzen? Ich bin sehr schmerzempflindlich und frage mich manchmal ob ich es einfach übertreibe? Kann der Schwindel etwas mit den Gelenken zu tun haben? Könnte ich von Rheuma betroffen sein?
Antwort:
Das Ausmass der von Ihnen beschriebenen Beschwerden kann kaum mit einer "normalen" Schmerzreaktion nach Belastung erklärt werden. Eine Form von Rheuma, insbesondere entzündliches Rheuma wäre gut möglich. Primär müsste in den Abklärungen nach Hinweisen auf Entzündung gesucht werden, z.B. in den Gelenken, Sehnen. Zusätzlich sollten auch Blutuntersuchungen in Richtung entzündliches Rheuma erfolgen, sofern dies nicht schon geschehen ist. Am besten lassen Sie sich zu einem Rheumatologen überweisen.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Unterschiedliche Befunde
30.03.2010
Ich (47), leide seit einem Schultertrauma vor 11 Jahren an starken Schulterschmerzen. Nun vor einem Jahr stürzte ich und verletzte das linke Knie. Im April wurde eine Kniespiegelung mit Knorpelglättung durchgeführt. Nach 4 Wochen schwoll das Knie wieder an. Punktion und Spritze halfen nicht. Ich wurde dann zum Rheumathologen geschickt. Da ich seit längerer Zeit unter extremer Müdigkeit, Schmerzen im unteren Rücken vor allem ISG Gelenk rechts, Krankheitsgefühl, ziehenden Schmerzen in Händen, Armen und Beinen, Morgensteifigkeit und Schmerzen bei Ruhe leide, tippte Sie auf Bechterew. Es wurde ein MRT gemacht. Der Befund: Normale Weite der Iliosacralen Gelenkspalten. In beiden Gelenkspalten caudal und dorsal Signalerhebungen T2- gewichtet und deutlich verstärkte Kontrastmittelanreicherung. schmale bandförmige Signalerhebungen T2- gewichtet im subcorticalen Knochenmark entlang der dorsalen und caudalen ISG, ebenfalls mit Kontrastmittelanreicherung. Beurteilung ISG Arthritis beidseits. Dann lies meine Rheumatologin den selben Radiologen nochmals befunden. Ergebnis war bei gleichlautendem Befund: Leichtgradige ISG Arthritis beidseits; DD:aktivierte Arthrose. Als Sie merkte, dass ich diesen Befundung nicht für proffessionel hielt, schickte Sie mich zur Szintigrafie. Ergebniss Szintigramm: keine Hinweise auf Sakroilitis/anklyosierende Spondylararthritis. Befund korreliert mit MRT-Aufnahmen. Diffuse Knochenstoffwechselerhöhung im Kniegelenk. Fokale ätiologische unklare Knochenstoffwechselerhöhung im Bereich des Os naviculare/Os cuneiforme mediale des rechten Fusses. Ich habe gute Tage, aber auch sehr schlechte, an Weihnachten dauerte dieser Zustand 3 Wochen an. Die Rheumatologin hat mich noch auf HLA-B27 getestet, negativ. Sie meint nun, kein Bechterew es sei alles nur mechanisch. Sie verschrieb mir Apranax, die soll ich eine Zeitlang nehmen. Ich bin mir nun unschlüssig ob ich noch eine Zweitmeinung einholen soll, ich möchte wirklich bald wissen was mir fehlt! Was raten Sie mir?
Antwort:
Die Frage ist nicht einfach zu beantworten, für die Wahl der Therapie aber wichtig. Das MRI ist für die Diagnose einer ISG-Arthritis sehr sensitiv, mehr noch als eine Szintigraphie. In der Szintigraphie ist eine leichte beidseitige ISG-Arthritis schwierig zu diagnostizieren. HLA-B27 muss nicht positiv sein. Leider kann die definitive Diagnose oft erst nach längerem Verlauf gestellt werden. Es ist aber sicher so, dass bei Ihnen für eine Entzündung in den ISG deutliche Verdachtsmomente bestehen. Ob Sie eine Zweitmeinung einholen wollen ist Ihnen überlassen. Ein Behandlungsversuch mit Apranax ist sinnvoll und auch im Falle einer ISG-Arthritis adäquat. Als nächstes wäre meines Erachtens eine Infiltration mit Cortison ins ISG in Betracht zu ziehen. Wichtig wäre zudem falls es wieder zu einer Gelenksschwellung kommt (z.B. Knie) eine Punktion der Gelenksflüssigkeit zum Nachweis einer allfälligen Entzündung.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Untersuchung zweckmässig
30.03.2010
Seit einem halben Jahr spiele ich Volleyball. Das training findet einmal pro Woche zu 1.5 Stunden statt. Bereits im 2. Training wollte ich den Ball mit einer Manschette abnehmen jedoch traf ich diesen mit dem Daumen der linken Hand. Sofort verspürte ich einen starken Schmerz im Handwurzelbereich. Im ersten Moment habe auf den Schmerz nicht sonderlich geachtet. Auch wenn der Schmerz mittlerweilen stört gehe ich weiterhin ins Volleyball und Schwimmen. Zudem bin ich lernende Kauffrau, arbeite also oft am PC. Letzte Woche kaufe ich im ALDI Handgelenkbandagen von TSM und eine Sportsalbe welche ich mehrmals täglich auftrage. Die schmerzen sind eigentlich immer da, aber speziell bei Ausdrehbewegungen mit Belastung schmerzt es sehr. Auch habe ich manchmal einen Achwächeanfall, ich kann nicht mal mehr einen Kugelschreiber halten. Bis jetzt bin ich noch nicht beim Arzt gewesen.
Antwort:
Es dürfte sich um eine Verletzung der Bänder oder Sehnen des Daumens gehandelt haben, eine medizinische Untersuchung zur Diagnose-bestätigung ist sinnvoll.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Starke Gelenkschmerzen
30.03.2010
Seit ca einem jahr habe ich immer wiederkehrende Schmerzen im linken Handgelenk. Die Finger schwillen an und werden heiss. Der Schmerz ist sehr stark und strahlt bis hin zum Ellbogen. Häufig muss ich mit Tränen in den Augen schreien um den Schmerz zu ertragen.
Antwort:
Es kommen mehrere Ursachen für die Schmerzen in Frage, eine entzündliche oer mechanische Genese. Eine fachärztliche Abklärung mit klinischer Untersuchung und Ultraschalluntersuchung ist zu empfehlen.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Diagnose während Beschwerdefreiheit
25.03.2010
Ich habe seit Jahren das Problem, dass meine Hände und Füsse nach Belastung stark anschwellen, mit Rötungen und Juckreiz und starken Schmerzen. Die betroffenen Stellen sind auch immer ganz heiss. Die Bewegung ist dann ziemlich eingeschränkt. Es sind immer nur die Stellen betroffen an denen die Belastung war. Teilweise Gelenke, aber auch Ballen. Da reicht schon das Öffnen einer Wasserflasche und einige Stunden später zeigen sich die Symptome.
Vor Jahren war ich deshalb beim Arzt. Es wurde eine Blutuntersuchung gemacht (oB), war beim Rheumatologen vorstellig (oB). Allerdings war ich bei den Arztbesuchen beschwerdefrei. Kann dies eine Rheumaform sein? Kann man Rheuma auch im Moment der Beschwerdefreiheit feststellen?
Antwort:
Einige Formen von rheumatischen Erkrankungen können im Blut festgestellt werden, leider aber nicht alle. Eine rheumatische Erkrankung kann deshalb bei negativen Bluttests nicht ausgeschlossen werden. Wichtig wäre deshalb eine Untersuchung während einer Episode von Schwellung. Da Belastungen die Symptome auslösen könnten Sie diese ja vor dem Arztbesuch provozieren.
Die Untersuchung während einer Schwellungsepisode wäre wichtig um festzustellen ob eine Entzündung von Gelenken oder Sehnen vorhanden ist. Möglich wäre andererseits auch eine auf die Haut beschränkte Schwellung (z.B. Urticaria).
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Geschwollenes Handgelenk
24.03.2010
Vor etwa 3 Monten schwoll das rechte Handgelenk innerhalb einer Woche an und begann stark zu Schmerzen.
Durch das Auftragen einiger Salben und Injektion von Schmerz-Spritzen ging es dann einigermassen wieder. 4 Wochen später sind die Schmerzen erneut aufgetreten. Und jetzt wird mein Pappi(66) wieder Nachts wach vor Schmerzen, hat plötzlich ein stark schmerzendes Kniegelenk und kann nicht mehr laufen.
Wir wissen nicht mehr weiter und jeder sagt was anderes.
Antwort:
Die Beschreibung passt am ehesten zu einer kristall-induzierten Entzündung. In dieser Hinsicht sollten weitere Abklärungen gemacht werden. Insbesondere ein allfälliger Gelenkerguss auf Kristalle sollte durch einen Rheumatologen untersucht werden.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Vielseitiger Schmerz
24.03.2010
Ich bin 47 Jahre alt und habe folgende Frage: Vor ca. 6 Monaten begann ohne vorangehendes Trauma meine Schulter zu schmerzen. Da ich seit einigen Jahren unter zunehmend stärkeren Verspannungen im Nackenbereich leide, dachte ich zuerst an eine Muskelverspannung. Die Schmerzen wurden jedoch immer schlimmer, sind nun kontinuierlich und strahlen auch in den Oberarm aus. Ausserdem haben nun auch Schmerzen in der linken Schulter, täglich starke, einseitige Kopfschmerzen (keine Migräne), ausgehend von den nun sehr starken Verspannungen im Nacken, dem HWS Bereich, den beiden Mittelfingern, der linken Hüfte und den Knien eingesetzt. Die Gelenke sind aber weder geschwollen noch überwärmt. Die Hände fühlen sich am Morgen geschwollen an (sind es aber nicht) und sind kraftlos. Ausserdem habe ich, nur im linken Ober-/ Unterschenkel starke, schubweise Muskelschmerzen und Verspannungen, vor allem Nachts, die nicht auf Magnesium reagieren. Auch die übrigen Schmerzen bessern sich kaum durch Einnahme eines Schmerzmittels (NSAR). Wärme hilft etwas. Meine Körpertemperatur liegt meist zw. 37.2 und 37.8 und ich fühle mich ständig müde, Mein HA glaubt, dies seien nur Wechseljahrbeschwerden und hat mir Voltaren-Gel verschrieben. Was könnte das für eine Erkrankung sein? Eine rheumatoide Arthritis scheint mir unwahrscheinlich. Sind es verschiedene Erkrankungen oder etwas Systemisches?
Antwort:
Aufgrund der Beschreibung scheint es sich um ein mechanisches Problem an der Schulter und an der Wirbelsäule zu handeln. Es sollte eine klinische Untersuchung bei einem erfahrenen Rheumatologen stattfinden, um die Diagnose zu sichern und dann die entsprechende Therapie einzuleiten.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Sollte ich eine zweite Meinung einholen?
03.03.2010
Hallo, ich lebe in Kapstadt und bei mir wurde vor einer Woche eine rheumatoide Arthritis in mehr als 36 Gelenken diagnostiziert. Mir tun seit geraumer Zeit diverse Fingergelenke, Handgelenke, Kniegelenke und Fussgelenke weh. Hinzu kommt ein allgemeines Krankheitsgefühl mit Abgeschlagenheit und extremer Müdigkeit. Jede normale Aktivität ist äusserst anstrengend und Dinge anzufassen tut mir zunehmend weh. Seit Ende letzten Jahres habe ich Schmerzen in beiden Unterarmen bis hin zum Ellenbogen, fühlt sich an wie Sehnenscheidentzündung. Da ich viel am Computer schreibe, dachte ich, dies sei eine Sehnenscheidentzündung oder ein Tennisarm. Ich habe fleissig Voltaren draufgeschmiert, das hat aber kaum geholfen. Hände und Füsse schlafen oft ein, besonders nachts, aber auch tagsüber kribbelt es oder wird taub. Bin dann vor drei Wochen zu einer Rheumatologin gegangen, um sie zu fragen, was meine Symptome bedeuten und um in Erfahrung zu bringen, was man profilaktisch in meinem Alter (44) unternehmen kann, um Arthritis zu vermeiden oder unter Kontrolle zu bringen. Meine Mutter leidet unter Arthritis. Die Finger beider Hände stehen wie Krallen und sind total deformiert. Laut ihres Rheumatologen liegt kein Rheuma vor. Eigenartig!! Am oberen Gelenk meines rechten Zeigefingers hat sich auch schon ein Knubbel entwickelt, der aber nicht weh tut. Komischerweise tut mir die linke Hand auch ein bisschen mehr weh, als die rechte, obwohl ich Rechtshänder bin. Blutergebnisse waren alle negativ und es liegen keine Entzündungen vor. Meine behandelnde Ärztin gibt mir nun wöchentlich 15mg Metrotraxate und für 2 Wochen Cortison sowie Antiinflammatories, welche aber wegen einer Magenschleimhautentzündung spärlich dosiert werden. Sie möchte unbedingt, dass ich mit Enbrel beginne sobald wie möglich, da sie gute Heilungschancen in meinem Fall sieht. Frage nun: Habe ich RA oder soll ich eine zweite Meinung einholen? Bin total unsicher und habe Angst, dass ich umsonst die starken Medikamente einnehme, zumal ich gerade durch das Cortison an einem Punkt bin, an dem ich sagen kann, mir geht es zurzeit so gut wie schon lange nicht mehr. Ihre Antwort würde mich sehr freuen.
Antwort:
Aufgrund Ihrer Schilderung liegt eine Polyarthritis vor mit Einbezug von Händen und Füssen. Eine Rheumatoide Arthritis könnte sich so äussern und ist rein aufgrund der Häufigkeit sicher an erster Stelle der Möglichkeiten. Mit negativen Blutergebnissen meinen Sie wahrscheinlich Rheumafaktor und anti-CCP Antikörper. Das Fehlen der Antikörper spricht jedoch nicht gegen eine Rheumatoide Arthritis. Von Interesse wären Röntgenbilder der Hände und Füsse. Bei Rheumatoider Arthritis gibt es spezielle Knochenveränderungen, die eine eindeutige Diagnose erlauben.
Sicher richtig ist die anti-entzündliche Behandlung. Kortison hat offenbar zu einer deutlichen Besserung geführt. Die Dosis sollte im Verlauf langsam reduziert werden. Methotrexat braucht Zeit um zu wirken. Es empfiehlt sich zuzuwarten. Wenn Sie trotz Methotrexat nach 3 Monaten immer noch Schwellungen und Schmerzen haben müsste eine Behandlung mit Enbrel oder einem anderen Biologikum in Betracht gezogen werden. Wenn die Krankheit aber unter Methotrexat ruhig ist braucht es keine anderen Medikamente.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Richtig behandeln
03.03.2010
Seit zwei Jahren leide ich während der kalten Jahreszeit an Rheuma. Vom Hausarzt habe ich folgende Medikamte erhalten: Ecofenac CR 75 / Primofenac 50mg/100mg. Ebenfalls wurde mir Triamcort gespritzt. Alles mit wenig Erfolg.
Man hat mir auch Enbrel gespritzt, jedoch wurde infolge starker Nebenwirkungen die Behandlung wieder eingestellt.
Welche Medikamente haben bessere Wirkung ?
Antwort:
Zuerst muss eine klare Diagnose gestellt werden, um eine gezielte effektive Therapie durchführen zu können. Rheuma ist ein Sammelbegriff für viel verschiedene Krankheiten, die durch eine rheumatolgische Untersuchung genauer diagnostiziert werden müssen.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Erschöpfung nach Anpassung der Dossierung
03.03.2010
Meine Tochter hat eine bekannte Schwäche der Kniegelenke und der Unterschenkelmuskulatur und kann keine weiteren Strecken ohne Wagen bewältigen.
Sie hat eine Schilddrüsenunterfunktion und der letzte Blutwert 11/2009 war TSH-basal hochsensitiv 5.090 und der CK-NAC 1.76.
Meine Tochter wurde jetzt höher auf das L-Thyroxin eingestellt.
Sie klagt bei weiteren Strecken über Erschöpfung und Schmerzen in den Gelenken.
Antwort:
Eine Unterfunktion der Schilddrüse kann zu einer Schwäche der Muskulatur führen, es dauert einige Wochen bis Monate bis sich die Muskelfunktion unter der medikamentösen Therapie bessert.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Was soll ich tun?
03.03.2010
Ich bin 21 Jahre alt und habe starke Gelenkschmerzen. Angefangen hat es bei den Waden. Das einfache Anfassen der Waden war unmöglich, denn schon bei leichtem Druck ergaben sich Schmerzen. Dannach verfärbten sich die Zehen rot (bei Wärme) und blau (bei Kälte). Dass es Rheumatisch ist, haben mir die Ärzte selbst gesagt und ich nehme schon seit 3 Monaten Cortison. Mit 30mg hat es angefangen und nun bin ich auf 10 runtergegangen und muss es weiter trinken. Dannach kamen noch Schmerzen im Arm und den Fingern hinzu. Auch diese sind blau gefärbt bei Kälte und schmerzen sehr. Im Gesicht treten immer mehr entzündete Stellen auf, die jucken und bei Berührung schmerzen. Ich denke, dass das eine Nebenwirkung des Cortisons ist. Die Rheumatologin hat ein Verdacht auf Kollagenose, doch eine genaue Erkrankung kann nicht genannt werden. Es wird immer schlimmer wenn ich laufe oder in Bewegung bin, dann kann ich nach einer Woche Bewegung bis zu 3 Wochen nicht mehr normal laufen oder gehen. Die Gelenke schwellen an und schmerzen noch mehr. Oft habe ich auch einfach ein stechen in den Fingern was plötzlich kommt und geht. Und vor kurzer Zeit fing es in den Hüften an zu schmerzen auf beiden Seiten am Rücken. Es tut beim Gehen so wie bei Berührungen weh. Kann das vom Cortison kommen? Oder liegt es an der Durchblutungsstörung? Es fing plötzlich am Abend an wo ich ganz entspannt Fernsehn geschaut habe. Wegen den starken Schmerzen trinke ich noch Schmerztabletten. Ich sehe es aber nicht als eine gute Behandlung an, denn ich gewöhne mich langsam daran und die Schmerzen kommen wieder. Diese Beschwerden habe ich schon ca. 3 Jahre und erst vor 3 Monaten wurde mir gesagt, dass es wohlmöglich rheumaartig ist und es sich um Kollagenose handelt.
Antwort:
Bei Verdacht auf eine Kollagenose (was aus Ihren Schilderungen durchaus eine Möglichkeit wäre) rate ich dringend zu einer stationären Abklärung in eine rheumatologischen Klinik. Man muss verschiedene Organsysteme anschauen und dann eine geeignete Therapie einleiten. Fragen Sie bitte Ihre betreuende Rheumatologin, welche Klinik für Sie in Frage kommen würde.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Knochenmarksödem, Osteolyse-Syndrom
19.02.2010
Folgend ein Überblick zu den bisherigen Untersuchungsergebnissen.
Ergebnis der MRT ca. Mai letzten Jahres:
Streckfehlhaltung der HWs, keine Seitausbiegung. Prolaps HWK 2/3 und Enge des Spinalkanals, Prolaps HWK 3/4 mit Impression des Myelons und Enge des Spinalkanals (7,8 mm), knöcherne unterbaute Bandscheibenprotrusionen bei Spondylosis derformans HWK 5/6 (Weite 9,4 mm) bis HWK 6/7 (Weite 7,8 mm) mit Enge des Spinalkanals. Höhen- und Signalminderung der Bandscheibe. Knöcherne Unterbauung. Im Segment HWK 7/BWK 1 links paramediane Bandscheibenvorwölbung mit Vorwölbung und Impression des Duralsacks. Keine Foramenstenose, kein Myelopathiesignal.
Ergebnis nach MRT Thorax:
Leichte Skoliose im BWS-Bereich. Beidseitig am Klavikulaende 2 Knochemarködeme; Verdacht auf Osteolyse-Syndrom.
Habe abends und in den Morgenstunden starke Schmerzen meist im rechten Arm, wechselt jedoch. Schlafen ist schlecht möglich. Habe stellenweise das Gefühl, als ob ich mir selbst das Blut abdrücke, obwohl ich ein Wasserbett habe; ist jedoch auch nur ein Gefühl. Nehme derzeit Diclophenac 75 mg 2x täglich; leider wenig Erfolg. Muss nächste Woche wieder zum Arzt wegen den genannten Ergebnissen.
Meine Fragen:
Woher kommen die Knochenmarksödem, wenn ich dort noch keine Verletzungen hatte?
Was ist ein Osteolyse-Syndrom?
Besteht die Möglichkeit, dass ich Ödeme auch an anderen Gelenken habe, welche derzeit auch Schmerzen verursachen?
Welche Behandlung ist möglich?
Antwort:
Knochenmarksödeme im MRI sind sehr unspezifisch, d.h., sie können vielerlei Ursache haben.
Osteoloysen muss man nachgehen, sofern es wirklich welche sind! Wir vertrauen immer nur unseren eigenen Befunden.
Es ist möglich, dass Sie auch an anderen Orten Oedeme haben, aber wie bereits gesagt, diese sind unspezifisch.
Behandeln sollte man ursachen-bezogen, d.h., man braucht zuerst eine Diagnose. Aus diesem Grunde kann ich Ihnen momentan keine Therapieempfehlung geben.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Schmerzen durch falsche Haltung.
11.02.2010
Seit einiger Zeit habe ich Schmerzen im Handgelenk und in den Unterarmen, wenn ich am Computer arbeite. Neuerdings tuts auch in den Oberärmen weh, vorallem im rechten Arm. Es zieht dann so und ich muss eine Pause einlegen, bis es einigermassen wieder geht. Auch wenn ich die Hand falsch positioniert habe, fängt es an weh zu tun.
Ist das vielleicht eine Sehnenscheideentzündung?
Antwort:
Ja, das klingt sehr nach einer Sehnenscheidenentzündung. Die beste Therapie ist, die (Fehl-)belastung abzustellen. Meist dauert es jedoch ein paar Wochen, bis alles wieder gut ist. Ihr Arzt kann Sie sicherlich mit kühlenden anti-entzündlichen Gelen und/oder einer Bandage unterstützen. Damit Sie dann keinen Rückfall bekommen, rate ich, Ihren PC-Arbeitsplatz ergonomisch optimal zu gestalten. Auch hierfür kann man professionelle Hilfe bekommen.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Schmerzen im ganzen Körper, temporäre Schwellungen, Schilddrüseneinstellung.
03.02.2010
Ich habe starke Schmerzen in den Beinen, Oberschenkel, Unterschenkel, Gesäss, gesamte WS, Schultern, Oberarme und Hände. Der rechte Unterschenkel ist geschwollen (1,5 cm Unterschied) wurde gestern von der Physiotherapeutin festgestellt. Die Schmerzen verändern sich im Ruhezustand nicht. Der linke Fuss fühlt sich zwischendurch an, als ob jemand ihn fest umfasst (abdrückt). Das Labor ist unauffällig. Das heißt Leukos normal, CRP , BSG normal. Rheumatologie wurde nicht abgenommen. Meine Schilddrüseneinstellung ist aber wieder einmal nicht ok. 2000 komplett Entfernung. Danach grosse Probleme mit der Einstellung. 2000 auf 200 L-Thyroxin eingestellt. 2005 plötzlich grosse Probleme. 10kg Gewichtszunahme, Wassereinlagerung im ganzen Körper, kurzatmig, Herzprobleme. TSH basal auf 0,000 uIU/ml, T3 auf 3.05, T4 auf 1.93 .Wurde dann langsam herunter gesetzt auf bis zu 100 L-Thyroxyn. TSH basal ging auf 30uIU/ml hoch. Zu dieser Zeit hatte ich extreme Schmerzen an der WS, Arme, Hände, Füsse. Wurde dann auf 125 L-Thyroxin eingestellt, TSH war die ganze Zeit auf 0,07, T3 auf1,4 , T4 auf 11,4. Plötzlich habe ich wieder sehr starke Schmerzen. Erst im Oktober 09, jetzt noch stärker. Nun wurde festgestellt, dass mein TSH auf 19,46 mU/I ist, T3 auf 2.4ng/l, T4 auf 9.0 ng/l. Meine Frage ist, könnten meine Beschwerden etwas mit der Schilddrüseneinstellung, oder besser gesagt mit den Schwankungen zu tun haben? Fibromyalgie stand auch als Diagnose in Verdacht. Muss der CRP, die Leukos immer erhöht sein, wenn es sich um Rheuma handelt. Sind die Rheumafaktoren immer ausschlaggebend? Man hat vor Jahren Rheumaserologie abgenommen, war negativ. Danach guckt man nur nach CRP, BSG und Leukos. Man verschreibt mir Proxen 500 und Katadolon 3x tgl.
Antwort:
Die Schilddrüsenfunktion ist die wahrscheinlichste Ursache Ihrer Beschwerden. Es sollte eine gute und konstante Einstellung angestrebt werden. Sollten Sie dann immer noch Beschwerden haben, kann man weitersuchen. Eine Fibromyalgie halte ich aufgrund Ihrer Schilderungen für wenig wahrscheinlich. Es gibt sehr verschiedene rheumatologische Erkrankungen, die man nicht immer "nur" im Blut sehen kann.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Wiederkehrende Schmerzen
22.01.2010
Ich habe seit einigen Monaten - mittlerweile in immer kürzeren Abständen plötzlich auftretende Schmerzen in den Fingern und auch in der ganzen Hand. Die Hand ist dann ca. zwei Tage völlig unbeweglich, da sehr sehr schmerzhaft. Nach ca. 4 Tagen klingt die Schwellung und die Schmerzen ab. Mal in der recten Hand, mal in der linken Hand. Aber es war schon einige Male der ganze Arm betroffen, so dass ich vor Schmerzen zum Notarzt musste. Vor ca. drei Monaten betraf es mein Knie (also geschwollen und schmerzhaft). Bislang war ich noch nicht beim Arzt. Ich vermute vielleicht eine Art Rheuma. Was sagen Sie dazu?
Antwort:
Ich denke, Ihre Vermutung stimmt. Lassen Sie sich doch von Ihrem Hausarzt zu einem Rheumatologen überweisen. Das muss man abklären. Falls wieder eine Schwellung auftritt, wäre es sehr wichtig, schnell zum Rheumatologen zu gehen, da man in einem solchen Fall durch Punktion des Gelenkes rasch zu einer Diagnose kommen kann.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Gelenke und Muskel schmerzen... evtl. Fibromyalgie?
20.01.2010
Ich, weiblich 37 Jahre alt, leide seit Weihnachten letzten Jahres an starken Schmerzen an mehreren Gelenken und Muskeln im ganzen Körper. Am stärksten sind diese in den Hand- und Fingergelenken, Knie-, Nacken-, Schulter- und Fussgelenken und bei den Schulterblättern. Die Schmerzen gehen zuweilen etwas zurück und kommen dann schlagartig wieder mit der selben Intensität zurück. Die Hände waren beim ersten Krankheitsschub geschwollen. Ich bin deswegen bei einem Rheumatologen in Behandlung und man hat bei mir bereits zwei Mal eine Blutprobe entnommen. Mein Arzt kann mir bis heute nicht sagen um welche Erkrankung es bei mir handelt. Er tippt auf Nachbeschwerden einer Grippe, welche ich Anfang November hatte. An diese Theorie glaube ich allerdings nicht, da es mir nach der Grippe wieder sehr gut ging .Könnten die Symptome auf Fibromyalgie hindeuten?
Antwort:
Die Schilderung Ihrer Beschwerden lässt nicht primär an eine Fibromyalgie, sondern vielmehr an eine entzündliche Gelenkerkrankung denken. Die Ursache solcher Erkrankungen ist nicht immer leicht zu finden. Es ist gut, dass sich ein Rheumatologe darum kümmert. In der Tat können solche Gelenkbeschwerden auch in der Folge von "grippalen" Infekten vorkommen.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Juckende Haut, Fieber, Schwellungen
12.01.2010
Freitagabend kam ich nach Hause und hatte starke juckende Haut an Armen und Beinen. Da meine Tochter (8 Jahre) auch schon ein paar Tage zuvor unter juckende Beine klagte kaufte ich Bübchen Pflege Lotion mit Panthenol und Sheabutter. Wir cremten uns beide die Beine damit ein und ich außerdem noch die Arme. Kurze Zeit später wurde mir kalt. Somit machte ich erst einmal etwas warmes zu Essen. Danach wurde mir noch kälter und ich habe Fieber gemessen. Ich hatte 38° Fieber. Außerdem stellte ich fest, dass meine Arme und Beine Krebsrot waren. Am Samstagmorgen hatte ich auch noch geschwollene Hände, Knie und Füße. Die Haut an den Armen und Beinen war immer noch rot, das Fieber aber weg. Ich hatte aber immer noch jucken an den Beinen. Somit nahm ich jetzt meine Pflegemilch mit Aloe Vera von Weleda, die ich noch zu Hause hatte. Kurze Zeit später hatte ich wieder Fieber, welches am Nachmittag wieder weg war. Jetzt juckten auch noch die Hände und Füße. Ich habe mich jetzt aber nicht mehr getraut mich einzucremen. Am Sonntag ging es mir wieder etwas besser und beim Treppensteigen stellte ich fest, dass meine Knie mir dabei weg taten. Ich lief wie eine alte Oma. Nachmittags hatte ich nochmals einen Fieberschub. Heute (Montag) ging ich zu meinem Hausarzt und der sagte mir ich hätte eine sehr starke allergische Reaktion und schickte mich noch zum Hautarzt. Dieser sagte mir aber ich hätte keine allergische Reaktion sonder einen Virusinfekt. Jetzt weiß ich gar nichts mehr und weiß auch nicht, ob ich jetzt das Antiallergikum Lorano akut nehmen soll oder was ich sonst noch tun soll? Meine Hände, Knie und Füße sind immer noch geschwollen und Hände und Füße jucken. Dafür bekam ich eine selbst hergestellte Salbe, welche ich nehme und auf Besserung hoffe. Nur die Schwellungen an Händen, Knie und Füße gehen davon ja nicht weg. Am 22.01.2010 habe ich noch einen Labortermin. Ich bin aber nur bis Mittwoch krank geschrieben und weiß aber nicht wie ich so arbeiten soll. Wie gehen die Schwellungen wieder weg?
Antwort:
Juckende Hautrötungen sind oft allergische Reaktionen, beispielsweise nach Kontakt mit einer allergenen Substanz. Was bei Ihnen nicht zu einer Allergie passt sind das Fieber und die Schwellungen und Gelenkschmerzen. Als Ursache ist ein viraler Infekt möglich, zumal ja auch Ihre Tochter eine ähnliche Symptomatik aufweist. Bezüglich der weiter bestehenden Schwellungen sollten Sie nocheinmal zum Hausarzt gehen. Aufgrund der Schmerzen beim gehen ist nicht anzunehmen dass es sich um reine Hautschwellungen handelt sondern könnten Gelenksschwellungen sein, dies müsste der Hausarzt abklären. Je nach den Befunden kämen auch andere Ursachen für die Symptome in Frage, beispielsweise eine entzündlich-rheumatische Erkrankung.
Bei Fieber und Gelenksschwellungen wird Ihr Hausarzt sicher auch die Arbeitsunfähigkeit weiter bestätigen.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Schmerzen in den Fingern beim Schreiben am Computer
04.01.2010
Seit einige Wochen schmerzen vorallem meine kleinen Finger wenn ich am Computer arbeite. Es wird über den Tag immer stärker und es wird dann fast unmöglich am Computer weiterzuarbeiten. Es fühlt sich so an, als ob sie gebrochen wären oder brechen würden.
Antwort:
Wenn Sie viel am PC arbeiten, eine ungünstige ergonomische Position haben, keine Verletzungen in diesem Bereich hatten, keine anderen Gelenke betroffen sind oder entzündliche Ursachen für Ihre Beschwerden vorliegen, dann könnte es sich um eine Ueberlastung der Strukturen an Ihren beiden kleinen Fingern handeln. Genaueres sollte man in eine Untersuchung beim Rheumatologen abklären.
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Diagnose stellen
04.01.2010
Seit etwa 2 Monaten habe ich sehr starke Schmerzen in den Fingergelenken. Wie kann man feststellen, was das sein könnte. Bis jetzt war ich nicht beim Arzt.
Antwort:
Es gibt eine Vielzahl von Gründen für Gelenksbeschwerden. Da diese nun schon 2 Monate andauern ist eine ärztliche Untersuchung angezeigt um die Ursache der Schmerzen zu suchen. Nötig sind eine körperliche Untersuchung, Bluttests und meist auch Röntgenbilder. Eine erste Untersuchung kann durch den Hausarzt erfolgen, der Sie dann wenn nötig an einen Rheumatologen weiterschicken wird.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Plötzlicher starker Juckreiz in den Füssen und Fingern
18.12.2009
Bei mir tritt 4-6 mal im Jahr urplötzlich ein starker Juckreiz bevorzugt an den Füßen (Sohle bzw. Fersenbereich), aber auch an den Fingern auf. Mit Abklingen des Juckreizes stellt sich ein starker Druckschmerz ein. Die betroffenen Stellen sind geschwollen, gerötet und fühlen sich heiß an. Auftreten mit dem betroffenen Fuß bzw. den Füßen ist fast unmöglich. Kühlung und Hochlagerung der Beine verstärken den Schmerz an den Füßen. Nach 1 bis 2 Tagen tritt urplötzlich eine Linderung ein. Was kann die Ursache sein?
Antwort:
Als Ursache der von Ihnen geschilderten Beschwerden kommen verschiedene Erkrankungen in Frage. Einerseits könnte ein Hautproblem vorliegen, z.B. eine Urtikaria (Nesselsucht). Andererseits wären auch rheumatologische Ursachen denkbar, z.B. eine Gicht.
Am besten suchen Sie während einer solchen Episode Ihren Arzt auf, damit er beurteilen kann ob eine Entzündung der Haut/Unterhaut oder tiefer liegender Strukturen vorliegt und Sie bei Bedarf dem entsprechenden Spezialisten zuweisen kann.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Morgensteifigkeit und Schwellungen
03.12.2009
Seit einiger Zeit gibt meine Mutter (48 Jahre) immer wieder ein Taubheitsgefühl, Morgensteifigkeit und Schwellungen in den Händen an.
Gestern hatte sie geschwollene Knie und starke Schmerzen in diesen. Heute einen Hautausschlag , ca. 0,5cm große rote Flecken über beide Beine hinweg.
Könnte es Rheuma sein?
Antwort:
Morgensteifigkeit und Schwellungen können sehr wohl Hinweis auf eine entzündliche Form von Rheuma sein, dafür würde auch die Knieschwellung passen. Die Art des Hautausschlages könnte einen Hinweis darauf geben welche Art von rheumatischer Erkrankung vorliegt. Auf jeden Fall sollte sich Ihre Mutter ärztlich untersuchen lassen um die Ursache der Gelenksbeschwerden abzuklären und eine geeignete Behandlung einzuleiten.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Rückenschmerzen in der Kreuzgegend
17.11.2009
Ich bin 35 Jährig, eher sportlich (joggen, segeln, Golf, schwimmen). Seit 5 Monaten erwache ich mehrmals nachts (eher 2. Nachthälfte) wegen starken Rückenschmerzen in der Kreuzgegend. Rücken/ Bauchlage ist unmöglich, Seitenlagerung geht. Bei Bewegung bessern die Schmerzen, jedoch bei Sport (oder Gartenarbeit, wandern) habe ich nachts mehr Schmerzen. Ab und zu habe ich erhöhte Temperatur. Selten Schmerzen an der Achillessehne, ab und zu Augententzündung einseitig (Bindehaut?- das Auge schmerzt, ist gerötet, lichtempfindlich) Ich nehme seit 5 Tagen Ecofenac 150mg, dies nützt relativ gut zuvor Brufen, ich muss nicht mehr so oft aufstehen und umhergehen, erwache aber immer noch. Da ich starkes Magenbrennen bekomme suche ich eine medikamentöse Alternative...(ich habe ein pflanzliches Präparat bekommen für den Magen, dieses hilft nicht).
Ich bin in Behandlung beim Chiro, dieser hat Elektrotherapie und Durchbewegen gemacht, half nicht. Rx zeigt eine fortgeschrittene Arthrose ISG inkl. Hüfte, MRI Osteochondrose L5 S1, Facettengelenksarthrose, Protrusion Bandscheibe, diverse Hämangiome. Kann ausser der Arthrose allenfalls ein Bechterew dahinterstecken? Mein Chiro spricht von einer aktivierten Arthrose, dauert diese lange- kommt diese wieder? Könnte eine rheumatologische Abklärung etwas bringen?
Antwort:
Ja, die Symptomatik klingt wirklich wie ein "Bechterew" oder eine Erkrankung aus der Gruppe der entzündlichen Wirbelsäulenerkrankungen. Es macht sehr viel Sinn, wenn Sie sich rasch bei einem Rheumatologen (mit allen Bildern) vorstellen, da die Therapie eine ganz andere sein kann (insbesondere bei Augenbeteiligung).
Prof. Dr. Haiko Sprott |
Frage:
Schmerzen im Knie und Ellenbogengelenk
28.10.2009
Ich bin männlich, 24 Jahre alt und habe noch vor einem Jahr aktiv Volleyball im Verein gespielt. Jedoch musste ich wegen Problemen im Knie aufhören. Als erstes war ich bei einem Orthopäden in meiner Stadt, dieser hatte mir für meine Füsse Einlagen verschrieben, da ich dort einen stechenden Schmerz hatte (wurde auch besser). Mein Knie hat er auch geröntgt. Er hat darauf allerdings nichts gesehen. Lediglich eine Elektro-Therapie wurde mir verschrieben.
Seit circa Januar wurden die Knieproblemen immer schlimmer. Selbst nach Radfahren taten mir die Knie am nächsten Tag mehr weh als sonst. Später kamen noch Schmerzen in meinen Ellenbogengelenken dazu. Ich lies daraufhin beim Hausarzt einen Rheuma Test machen, welcher negativ ausfiel. Parallel dazu besuchte ich einen anderen Orthopäden der eine MRT-Untersuchung anordnete. Diese fiel jedoch auch negativ aus. Alles in Ordnung mit ihrem Knie, dem Alter entsprechend hiess es am Telefon. Ich weiss langsam echt nicht mehr was ich noch machen soll?
Antwort:
Es braucht eine Untersuchung bei einem Rheumatologen, das Problem dürfte aufgrund der Beschreibung mechanisch bedingt sein. Die Therapie richtete sich nach den erhobenen Befunden.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Stark geschwollene Finger und Juckreiz
07.09.2009
Meine Tochter hatte vor ca 4 Monaten eine Lungenentzündung. Seither hat sie immer wieder stark geschwollene Finger und Juckreiz.
Was könnte das sein?
Antwort:
Aufgrund ihrer Angaben kommen verschiedene Erkankungen in Betracht. Einerseits kann es sich um eine Hauterkrankung handeln, beispielsweise ein allergisches Ekzem. Andererseits könnten auch Gelenksentzündungen oder Sehnenentzündungen vorliegen. Gelenksentzündungen können sowohl während eines viralen oder bakteriellen Infektes auftreten, als auch nach der eigentlichen Infektion. Eine Infektion kann auch manchmal der Auslöser sein für eine entzündlich-rheumatische Erkrankung. Juckreiz wäre allerdings hier weniger typisch, eher würde man Schmerzen erwarten. Auch kommen Erkrankungen der inneren Organe in Frage die sich so äussern könnten. Auf jeden Fall sollte Ihre Tochter ärztlich untersucht werden um eine Diagnose zu stellen und eine geeignete Behandlung zu finden.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Kribbeln in den Fingern
03.09.2009
Meine Krankheit begann so dass ich mich zuerst 3 Tagen einfach so fühlte als werde ich krank, hatte leichtes brennen in der Nase. Darauf bekam ich Fieber, fühlte mich schlecht. Der Arzt meinte es sei ein Virus ( CRP erhöht ). Tag darauf bekam ich Flecken an den Armen , danach am ganzen Körper, ausser Gesicht, Afteen im Mund und Rachen. Flecken waren zum Teil wie Urtikaria, die anderen waren mit einem Punkt in der Mitte. Bekam auch geschwollene Hände und Füsse. Nach jedem Fieberschub schmerzten und brannten meine Finger stark. CRP 100, andere Blutwerte normal. ANA, ANCA, negativ. Biopsie hat ergeben dass es sich um Erythema multiforme nonspecificata handelt ( entweder viralen Ursprungs oder als Folge eine Medikamentenallergie ) . Bekam Kortikosteriod 3 Tage 80mg, ( Fieber ging schnell zurick, nicht mehr geschwollen, Flecken kaum besser ) 7 Tage, 16mg (Flecken wenig heller, starke Müdigkeit, brennen in den Fingern, vor allem morgens bis ca. mittags ), 3 Tage 12mg, 3 Tage 8mg, 3 Tage 4mg. Während der ganzen Behandlung sehr starkes schwitzen. Jetzt bin ich 5 Tage nach Beendigung der Therapie und 4 Wochen nach Ausbruch der Krankheit. Müdigkeit und Krankheitsgefühl sind weg, Flecken sind fast weg, nur noch minim rot. Haut an der Hand schält sich in kleinen Kreisen.
Was mir noch Sorgen macht ist das Kribbeln in den Finger, manchmal in den ganzen Händen und Beinen, begleitet mit Brennen, einschlafen der Hände, am Morgen kann ich meine Finger nicht so gut bewegen da Mittel- und Ringfinger leicht steif sind. Die Beschwerden sind nachts am schlimmsten, manchmal bessern sie sich im Laufe vom Tag, manchmal nicht. Innenseite von diesen Fingern ist an der Wurzel leicht angeschwollen, habe keine Gelenkschmerzen. Mein HA hat mir noch Rheumaserologie gemacht, (Resultat noch offen) weil ich mich beklagte, dass es mir nicht so gut geht. Mir wurde auch gesagt, dass das die Nebenwirkungen von Kortikosteroid sind und ich Geduld haben sollte bis das alles vorbei ist, was Monate dauern kann. Ev. bekomme ich Lyrica da die Schmerzen neuralgisch sein könnten.
Ich bin ratlos, da ich mich nicht verstanden fühle. Könnte der Verlauf meiner Krankheit Bild einer Rheumaerkrankung zeigen? Wie verhalten sich die Laborwerte nach Therapie mit Kortikosteriden und wie lange?
Antwort:
Die von ihnen geschilderte Geschichte lässt tatsächlich zunächst an einen Infekt denken, insbesondere mit Viren. Fieber, Hautausschlag und auch Gelenksschmerzen könnten damit gut erklärt werden. Eine Medikamenten-NW könnte allenfalls für den Hautausschlag verantwortlich sein, nicht aber für das anfängliche Fieber. Auch eine entzündlich-rheumatische Erkrankung, z.B. eine Kollagenose, wäre möglich, allerdings spricht hier ein negativer Test der ANA dagegen.
Die nun anhaltende Fingersteifigkeit könnte ein Hinweis auf eine Arthritis sein. Die Gefühlsstörungen in den Händen sind nicht typisch für eine Arthritis, mit Ausnahme von Kribbeln/Einschlafgefühl in Daumen-, Zeige- und Mittelfinger, was beim sogenannten Karpaltunnelsyndrom vorkommen kann.
Sollten die Beschwerden in den Händen andauern wäre eine rheumatologische Untersuchung zu empfehlen um eine entzündliche rheumatische Erkrankung auszuschliessen. Ein Einfluss der beendeten Kortisontherapie auf die Blutwerte ist nicht anzunehmen.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Plötzliches Anschwillen der Finger bis zum Handgelenk
14.08.2009
Ich habe seit Jahren und in letzter Zeit immer häufiger auftretend folgendes Problem - ich bin weiblich und 45 J. jung. Aus heiterem Himmel schwillt mir ein Finger an oder 2 Finger manchmal die halbe oder ganze Hand, bis zum Handgelenk so stark, dass man keine Falten an den Fingergelenken mehr sieht. Das beginnt mit Juckreiz, starker Durchblutung, Rötung, Überwärmung und dann schliesslich pochenden Schmerzen. Häufig in Verbindung mit meiner Menstruation (meist 1. oder 2. Tag) und/oder Anstrengung, z.B. Laufen, Wandern etc. Ich hatte das Problem auch schon an den Füssen und/oder an den Oberschenkeln, dann aber meist in Verbindung mit leichter Druckstelle - also Schuhe, Strümpfe oder Handschuh oder leichter Kälte, also beim Laufen im Winter. Wenn ich mich hinlege und ruhe lassen de Symptome rasch nach.
Einmalig kam es zu ähnlicher Symptomatik im Gesichts-Mundbereich nach dem Schlafen, morgens, hier hielt die Symptomatik allerdings dann ca. 4-6 Std an. Meist ist eine solche Episode mit Unwohlsein verbunden, Müdigkeit, Schwäche, leichter Luftnot und Herzstolpern. Ich bin eher sehr sportlich, schlank, rauche nicht und trinke nicht. Habe allerdings seit ca. 10 Jahren Fibromyalgie. Nehme keine Medikamente. Man könnte die Reaktion auch vergleichen mit dem Gefühl, wenn man sehr kalte Hände hat und ins Warme kommt, wie der sog. Rebound-Effekt. Nur dass es eben auch bei 40Grad + vorkommt. Bisher konnte mir noch niemand sagen was das ist, habe ein wenig Angst da sich die Symptome verstärken und ausbreiten. Was könnte das sein - und was kann man dagegen tun bzw. was müsste man abklären?
Antwort:
Eine diagnostische Zuordnung ihrer Beschwerden ist schwierig, trotz ihren detaillierten Angaben. Die offenbar ausgeprägten Schwellungen wären auf jeden Fall nicht typisch für eine Fibromyalgie. Wenn nicht schon geschehen müsste eine Untersuchung während einer Episode einer Schwellung erfolgen. Dabei müsste einerseits festgestellt werden wo die Schwellung liegt: Haut oder allenfalls tiefere Strukturen wie Sehnen, Gelenke. Weiter müssten Laborabklärungen erfolgen: erhöhte Entzündungswerte etc., um eine Diagnose stellen zu können. Am besten suchen Sie ihren Arzt während einer akuten Symptomatik auf.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Wie lässt sich ein Knochenödem behandeln und zeitgleich die Spondylose und Osteochondrose aufhalten?
13.08.2009
Bei mir (43, weiblich) wurde vor kurzem nach einem MRT und CT eine Osteochondrose, Spondylose, Foramenstenose und ein massives Knochenödem auf L5 und S1 diagnostiziert.
Meine Frage: Wie lässt sich ein Knochenödem behandeln und zeitgleich die Spondylose und Osteochondrose aufhalten? Die Schmerzen sind manchmal unerträglich.
Zur Zeit bin ich beim Physiotherapeuten und Chiropraktor.
Antwort:
Es sind die Befunde einer Degeneration der unteren Wirbelssäulensegmente, die Therapie richtet sich nach den Beschwerden (Medikamente, Injektionen und Physiotherapie).
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Widerkehrende Knieschwellungen ohne Schmerzen
05.08.2009
Im Alter von 11 Jahren bekam ich nach einem Bagatellunfall (ein zu hart geworfener Ball knickte meine Hand um) geschwollene Fingergrundgelenke an einer Hand, sowie
zwei geschwollene Kniegelenke. Die Knie wurden dann punktiert und es wurde Cortison gespritzt, die Handschwellung liess von selber nach.
Anfang 20 wurde dann wieder mal das eine, mal das andere Knie dick und mit Cortison vom Rheumatologen versorgt. Zwischendrin habe ich monatelang Ruhe, wo ich auch
Sport,... mache. Als Diagnose steht in meiner Karte Psoriasis Arthritis (als Kind hatte ich starken Hautauschlag: Neurodermitis, Schuppenflechte??? Weiss keiner mehr).
Doch ich habe nie Schmerzen, auch ist das Gelenk nie gerötet und wird nur leicht warm, wenn ich es trotz Schwellung z.B. beim Radfahren bis an die Bewegungsgrenze belaste.
Rheumafaktoren sind nicht nachgewiesen, nur ein Anstieg der Entzündungswerte, wenn die Knie dick sind. Kann es sein, dass ich gegen irgend etwas allergisch reagiere?
Ich fühle mich in der Rheumapraxis zwar gut betreut, aber doch irgendwie fehl am Platze.
Vielen Dank für Ihre Antwort
Antwort:
Sie sind keineswegs fehl am Platze in der Rheumapraxis. Eine Arthritis assoziiert mit einer Psoriasis ist sehr gut möglich. Eine allergische Ursache der Gelenksschwellungen und der Ergussbildung ist sehr unwahrscheinlich. Eine Psoriasisarthritis ist eine chronische Krankheit die sich immer wieder manifestieren kann. Wenn die Episoden von Gelenkschwellungen selten sind genügen Kortisonspritzen. Bei häufigen Schüben müssten eine Therapie mit einem sogenannten Basismittel diskutiert werden. Dabei müssten Sie dauern ein Medikament einnehmen um zu verhindern, dass die Entzündungsschübe auftreten. Das müssten Sie mit Ihrem Rheumatologen besprechen.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Juckreiz in den Gelenken
28.07.2009
Ich bin weiblich, 36 Jahre alt, und habe seit mehreren Wochen Schmerzen vor allem in Finger- und Zehengelenken mit auftretenden starken Schwellungen in den Gelenken (starker Juckreiz in den betroffenen Gelenken). Die Schmerzen treten vor allem nach körperlicher Belastung oder nach längeren Ruhephasen auf.Nach Blutuntersuchung beim Hausarzt schloss dieser Gicht und Rheuma aus und verschrieb mir Indomet 75mg. Da ich weiterhin an Morbus Crohn leide, spritze ich mir alle 14 Tage Humira 40 mg. Mein Gastroendologe verschrieb mir dann Arcoxia 60 mg, weil das bei Morbus Crohn besser vertragen wird. Leider zeigen diese Medikamente nicht die erhoffte Wirkung, so das ich nicht so recht weiter weiss. Vielleicht kann es doch Rheuma sein?
Antwort:
In Ihrem Fall deuten die Schmerzen und Schwellungen in den Gelenken auf eine entzündliche Form von Rheuma hin. Bei Patientinnen mit M.Crohn kommt es in einem gewissen Prozentsatz zu Gelenksentzündungen. Es ist gut möglich, dass eine Arthritis im Zusammenhang mit dem M.Crohn vorliegt. Dies sollten Sie bei einem Rheumatologen abklären. Er kann Sie auch beraten welches das beste Medikament zur Behandlung wäre, da die bisher angewendeten Mittel ja nicht genügend gewirkt haben.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Starke Schmerzen in den Finger- und Fussgelenken
25.06.2009
Habe seit ein paar Tagen starke Schmerzen in den Fingergelenken, besonders auch der rechte Mittelfinger, der beim beugen sehr spannt. Gerötet ist aber nichts, und eine Schwellung kann ich auch nicht feststellen. Ebenfalls tut mir das rechte Fussgelenk sowie der Grosszeh weh.
Mit der rechten Hand kann ich kaum noch etwas tragen, dann schmerzt es noch mehr. Bevor ich aber wegen einer womöglichen Lapalie zum Arzt gehe, würde ich gerne Ihren Rat hören, was es eventuell sein könnte.
Antwort:
Eine Lappalie scheint das nicht zu sein, wenn Sie mit der rechten Hand kaum noch etwas tragen können. Ein Besuch beim Arzt ist sicher gerechtfertigt.
Es kommen sehr viele Ursachen der Beschwerden in Frage. Eine Form von entzündlichem Rheuma ist möglich, das müsste abgeklärt werden, insbesondere wenn die Beschwerden andauern.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Gelenkschmerzen, Veränderungen in der Hautfarbe: Könnte das Rheuma sein?
25.06.2009
Ich bin langsam aber sicher ratlos und habe auch das Gefühl, dass mich niemand ernst nimmt.
Seit Februar habe ich immer wieder Schmerzen in der rechten Hand. Begonnen hat es mir dem kleinen Finger, später tat mir der Mittelfinger weh, dann plötzlich die ganze Hand. Ich habe ein Ziehen in der Handfläche, und wenn ich die Finger strecken oder biegen will, habe ich Schmerzen. Jetzt geht es sogar schon bis zum Handgelenk.
Ich habe auch oft keine Kraft, oder werde sehr schnell müde. Ich war heute beim Neurologen welcher meinte, von den Sehnen komme es nicht. Nun muss ich wieder zum Arzt. Ich weiss manchmal kaum mehr, was ich machen soll, da es mich auch in der Nacht ob der Schmerzen immer wieder erwachen lässt. Die Hand schläft dann ein, und es fällt mir schwer, die Finger zu biegen oder zu strecken. Manchmal ist die Hand leicht geschwollen, auch beim Daumengelenk. Manchmal hat die rechte Hand auch eine andere Farbe als die andere Hand. Könnte das Rheuma sein?
Antwort:
Die von Ihnen beschriebenen Schmerzen in der rechten Hand scheinen am ehesten eine Ursache in Gelenken oder Sehnen/Muskeln zu haben. Es wäre deshalb sicher eine rheumatologische Untersuchung angezeigt. Am besten lassen Sie sich vom Hausarzt zu einem Rheumatologen überweisen, damit die Ursache geklärt werden kann.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Plötzlich geschwollene Arme, Finger, Beine und Füsse
25.05.2009
Ich bin 18 Jahre alt und hatte eigentlich noch nie gesundheitliche Probleme, ausgenommen kleinere allergische Reaktionen wie Rötungen nach dem Essen früher stark chemisch behandelter Erdbeeren (aber nichts Besonderes). Seit mittlerweile 4 Tagen habe ich allerdings grössere Probleme und erst morgen Nachmittag einen Termin beim Arzt bekommen. Ich hatte urplötzlich geschwollene Finger und jetzt auch Füsse und geschwollene Beine und Arme. Ich kann nicht sagen, ob sogar mein Gesicht betroffen ist. Manchmal sind Arme, Beine, Finger und Füsse (Zehen) auch gerötet. Was mich jedoch am stärksten beunruhigt ist, dass seit gestern Abend meine Knie, Fussgelenke und eigentlich die ganzen Füsse, meine Ellenbogengelenke, Fingergelenke und alle Handgelenke extrem schmerzen! Ich kann auch nicht sagen, dass es ab und zu besser wird. Ich kann kaum gehen. Dazu kommt, dass meine Finger irgendwie taub sind und schnell "einschlafen". Vielleicht könnten sie mir schon einmal eine Vermutung äussern... Denn ich bin langsam wirklich etwas beunruhigt.
Antwort:
Gemäss Ihren Angaben bestehen akute Gelenkschmerzen mit Schwellungen. Da kommen mehrer Erkrankungen in Frage. Es könnte sich um einen akuten Virusinfekt handeln. Andererseits könnte eine rheumatische Erkrankung auch einmal so akut beginnen. Wichtig ist, dass rasch die entsprechenden Abklärungen durchgeführt werden, um eine Diagnose zu stellen und rasch eine wirksame Behandlung beginnen zu können. Nach Ihrem morgigen Besuch beim Arzt sollte die Angelegenheit klarer werden.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Juckreiz-Polyarthritis
14.05.2009
Könnte es einen Zusammenhang geben? Ich bin 56, weiblich und leide seit ca. 6 jahren an unerträglichem Juckreiz an beiden Unterarmen und 90% der Zeit in der Nacht. Bei mir hat die Dermatalogie im USZ nichts herausgefunden (evt. leichte Histaminintoleranz), deshalb wurde ich für 10 Tage stationiert und dabei hat man bei mir rheumatoide Arthritis diagnostiziert. Inzwischen geht es mir mit Methotrexat den Umständen gut. Nur eben diesen Juckreiz bin ich immer noch nicht los! Es beeinträchtigt mein Leben gewaltig, wenn man jede Nacht durch Juckreiz erwacht, zerrt das einem an den Nerven! Ich war bei mehreren Ärzten und jeder hat eine andere Meinung! Nun frage ich Sie, könnte es einen Zusammenhang mit meiner Krankheit geben? Was soll ich tun? An wen könnte ich mich noch wenden? Ich würde alles dafür tun, wenn man mir nur helfen könnte. Der Juckreiz empfinde ich schlimmer als meine rheumatoide Arthritis.
Antwort:
Ein allgemeiner Juckreiz ist keine übliche Manifestation einer rheumatoiden Arthritis. Es gibt viele Ursachen eines Juckreizes,unter anderem auch bei rheumatischen Erkrankungen. Es ist jedoch in diesen Fällen fast immer eine Veränderung der Haut feststellbar (z.B. Rötung, Erhöhung). Zudem spricht in diesen Fällen der Juckreiz meist auf die Behandlung der rheumatischen Erkrankung an.
Auch Medikamente sind häufig Ursache von Juckreiz. Ich nehme an, man hat dies bereits in Betracht gezogen. Sofern in einer genauen dermatologisch-allergologischen Untersuchung keine Ursache gefunden wird muss versucht werden die Symptome zu unterdrücken, z.B. mit Antihistaminika. Am besten besprechen Sie die Situation noch einmal mit Ihrem Hautarzt, der die weitere Behandlung mit dem Rheumatologen koordinieren sollte.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Abortive Form einer Mischkollagenose
30.04.2009
Ich, weiblich, 39 Jahre, habe seit Jahren Schmerzen in den Gelenken der Zehen und Finger, ausserdem braucht mein Körper morgens ewig, bis ich mich richtig bewegen kann. Dauernde Müdigkeit und Schwindel gehören ebenfalls zu meinem Alltag. Vor zwei Jahren bekam ich ohne vorherigen Infekt eine nasse Rippfellentzündung, die nur zufällig bei einem WS-MRT entdekt wurde. MS-Verdacht seit 2003/2004, Kopf-MRT und LP aber immer unauffällig, Schachbrett-Test und Stromreiz mittlerweile verlangsamt. Wegen der Konzentrationsstörungen und Müdigket bin ich mittlerweile pensioniert.
Antwort:
Gelenkschmerzen und Pleuritis (Rippenfellentzündung) wären gut im Rahmen einer entzündlichen Bindegewebserkrankung (Kollagenose) erklärbar. Darunter gehören verschiedene Erkrankungen (z.B. Lupus erythematodes u.a.). Wenn eine Zuordnung einer bestimmten Unterform nicht möglich ist spricht man von einer Mischkollagenose. Wichtig ist ob bei Ihnen sogenannte Autoantikörper vorhanden sind, dies gibt Hinweise welcher Typ von Kollagenose vorliegt. Oft kann jedoch eine definitive Diagnose erst mit der Zeit gestellt werden. Die Behandlung besteht in entzündungshemmenden Medikamenten, wobei nebst Kortison verschiedene Medikamente in Frage kommen. Welches Medikament bei Ihnen am erfolgversprechendsten ist müssen Sie mit Ihrem Rheumatologen besprechen.
Die MS (sofern Sie wirklich an einer MS leiden) wäre eher eine separate Erkrankung, die nichts mit Pleuritis oder Gelenksentzündungen zu tun hat.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Knieschmerzen und Steiffigkeitsgefühl nach einem viralen Infekt
21.04.2009
Nach einem viralen Infekt vor 4 Wochen habe ich starke Knieschmerzen und Steiffigkeitsgefühl in beiden Kniegelenken. Ich habe aber kein Fieber, fühle mich aber die meiste Zeit sehr müde und abgeschlagen. Sind die Knieschmerzen evtl. noch die Folge des Infekts oder könnte auch eine degenerative oder entzündliche Erkrankung des Kniegelenks möglich sein. Ich bin 48 Jahre alt.
Antwort:
Gelenk- und Gliederschmerzen können während und auch nach einem viralen Infekt auftreten, oft auch verbunden mit Müdigkeit. Sollten die Beschwerden aber andauern muss eine andere Ursache in Betracht gezogen werden. Nach bakteriellen Infekten sind Gelenksbeschwerden im Verlauf auch über längere Zeit möglich, wenn sich eine sogenannte reaktive Arthtitis entwickelt. Selbstverständlich sind auch Kniebeschwerden bei einer Arthrose möglich. Sollten die Schmerzen in den Kniegelenken andauern ist auf jeden Fall eine ärztliche Abklärung nötig. Dazu sollten Sie sich beim Hausarzt oder bei einem Rheumatologen melden.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Starke Bein-, Rücken- und Gelenkschmerzen
21.04.2009
Meine Mutter hat seit fast 1 1/2 Jahren starke Bein-, Rücken- und Gelenkschmerzen, die sie ganz stark beeinträchtigen! Sie leidet auch unter starken Kopfschmerzen die zu Übelkeit führen, so dass sie sich auch übergeben muss. Was könnte die Ursache sein?
Antwort:
Aus Ihrer Beschreibung ist es nicht möglich die Ursache der Beschwerden Ihrer Mutter zu bestimmen. Rücken- und Gelenksschmerzen können viele Gründe haben. Auf jeden Fall ist nach mehr als einem Jahr Dauer eine genaue Abklärung der Schmerzen nötig. Dazu sollte sich Ihre Mutter bei ihrem Hausarzt melden und sich allenfalls für eine Untersuchung bei einem Rheumatologen überweisen lassen.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Ist eine rheumatische Arthritis immer chronisch?
09.03.2009
Meine Frau und ich leiden seit knapp zwei Monaten an folgenden Symptomen:
Übelkeit, Hals-, Kopf- und Nebenhöhlenschmerzen, Abgeschlagenheit sowie Muskel- und Gelenkschmerzen, leichtes Fieber (3 Tage 37-38 Grad). Nach einer ärtzl. Behandlung mit Ibuprofen, Gurgeln und Ruhe (eine Woche 16 Std. Schlaf pro Tag) sind die Symptome bei mir fast verschwunden und ich habe den Eindruck, dass es mir langsam aber sicher gelingt, die Krankheit auszukurieren. Bei meiner Frau geht es aber auf und ab, mal einen Tag besser, mal schlechter, und ein Ende ist nicht abzusehen. Das erste Blutbild meiner Frau ergab negativen Rheumafaktor. keine Hinweise auf bakterielle Entzündungen, kein ANA/ANCA. Zudem hat starke Hand-, Finger-. Fuss- und Kniegelenkschmerzen und das Gefühl, sie seien geschwollen, der Arzt findet beim Betasten keine konkreten Hinweise auf Schwellungen und auch keine rheumatypischen Gelenkstörungen. Sie hat trotz Ibuprofen weiterhin starke Schmerzen in allen diesen Gelenken. Es weist gemäss Arzt jedoch alles auf einen langwierigen verschleppten grippalen Infekt hin, der nur durch Ruhe und Geduld auszukurieren sei. Wir haben einen Termin beim Rheumatologen, sind aber ob der Dauer der Untersuchungen besorgt, das ganze könnte chronisch werden. Kann sich denn ein verschleppter grippaler Infekt tatsächlich so lange hinziehen? Ist Ruhe und Geduld (neben dem Besuch beim Rheumatologen) die einzige Möglichkeit, oder sollte auch etwas Sport getrieben werden? Werden derartige langanhaltende Beschwerden am Ende immer chronisch, oder können sie tatsächlich vollständig abklingen trotz der langen Dauer? Ist eine rheumatische Arthritis immer chronisch?
Antwort:
Tatsächlich können Gelenkschmerzen nach einem Infekt relativ lange andauern.
Zwei Monate sind dabei noch keine allzu lange Zeitdauer. Sie brauchen sich nicht zu sorgen, dass sie durch die bevorstehende Abklärung beim Rheumatologen zu viel Zeit verlieren werden. Es ist gut, dass Sie diesen Termin haben und wahrnehmen werden. Dort können Sie dann Ihre Sorgen und Bedenken besprechen.
Sollte es sich wirklich um eine verzögerte Erholung nach "grippalem Infekt" handeln, werden die Symptome wahrscheinlich zurückgehen und nicht chronisch werden.
Prof. Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Polymyalgie
09.02.2009
Bei mir wurde eine Polymyalgie diagnostiziert. Ich weiss nicht wie damit umgehen. Essen, Bewegung (schwimmen?) usw. Zudem leiden seit meiner Jugend an Weichteilrheuma. Damit habe ich leben gelernt. Aber mit der zusätzlichen Polymyalgie bin ich ziemlich hilflos. Ich suche Infos. Können sie mir weiterhelfen. Besten Dank!
Antwort:
Eine Polymyalgie ist eine entzündliche Erkrankung und hat ganz andere Ursachen als das Weichteilrheuma. Auf der Website rheuma Schweiz finden Sie eine Beschreibung der Erkrankung. Bei der Rheumaliga Schweiz (www.rheumaliga.ch) können Sie eine Broschüre zur Polymyalgie bestellen und die vielfältigen Beratungsangebote nützen. Ihre spezifischen Fragen nach Diät, Bewegung etc sollten Sie jedoch mit Ihrem behandelnden Rheumatologen besprechen, der Ihnen auch weitere Hintergrundinformationen zur Krankheit geben kann.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Schmerzen in den Gelenken
09.02.2009
Ich bin weiblich und 29 Jahre alt. Seit drei Wochen habe ich Schmerzen in den Knien, Ellenbogen, Füssen und besonders extrem in den Fingern und hat sich in den letzten Tagen noch verstärkt. Es ist morgens am stärksten, bleibt aber den ganzen Tag da. Es fühlt sich für mich an, als wenn ich Wasser in den entsprechenden Gelenken hätte, zu sehen ist aber keine Schwellung. Wenn ich Treppen gehen muss, ist es ebenfalls relativ schmerzhaft.
Da ich vor drei Wochen auch Fieber hatte, hat mich mein Hausarzt mit Verdacht auf einen grippalen Infekt krank geschrieben. Ich hatte aber ausser Fieber und Kopfschmerzen und Schmerzen in den Gelenken nichts. Er meinte auch, dass es dabei manchmal normal sei, dass die Gelenke schmerzten. Das ginge nach ein paar Tagen wieder weg. Das Fieber ist mittlerweile weg, aber die Gelenkschmerzen sind noch da.
Jetzt habe ich den Verdacht, dass ich vielleicht Rheuma habe. Bin ich nicht zu jung? Ich dachte, das bekäme man als Älterer Mensch. Ausserdem mache ich gerne Sport (vor allem Joggen und etwas Krafttraining).
Antwort:
Die Symptome die Sie schildern lassen vermuten, dass Sie an Gelenksentzündungen leiden. Solche können im Rahmen eines Infektes, z.B. mit einem Virus auftreten, wie von Ihrem Hausarzt erwähnt. Allerdings könnte es auch der Anfang einer rheumatischen Erkrankung sein. Wenn die Beschwerden nach nun bald einem Monat keine Besserungstendenz zeigen ist eine genaue Abklärung angezeigt. Dabei wird nach Hinweisen für ein entzündliches Gelenkrheuma gesucht, das auch bei jungen Erwachsenen, sogar bei Kindern, auftreten kann. Sollten sich Hinweise darauf ergeben empfiehlt sich eine Konsultation bei einem Rheumatologen um festzustellen um welche Form von Arthritis es sich handelt und um die Therapie festzulegen.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Starke Schmerzen im Knie und Ellbogengelenk
05.01.2009
Seit einem Jahr habe ich starke Schmerzen im Knie und Ellbogengelenk. Zuerst war ich beim Hausarzt, wo ich auch anfangs Schmerzmittel bekam. Mit der Zeit blieb aber die Wirkung weg, dann bekam ich Cortison, das mir auch sehr gut geholfen hat. Mein Arzt liess mich dann rausschleichen und das ging auch die ersten 5-6 Wochen gut, nur dann fing das ganze wieder an. Es wurden auch schon etliche male Bluttests gemacht, aber keiner findet was.
Nun bin ich zum Rheumatologen, der wieder etliche Bluttests gemacht hat und nichts gefunden hat. Cortison wollen die mir nicht mehr geben, weil das die Krankheit verwischt und ich erst 37 Jahre alt bin. Aber da ich im Berufsleben stehe, kann ich auch nicht mit täglichen Schmerzen leben..... bin völlig ratlos :-(
Also 3-4 Wochen Cortison - 4-5 Wochen schmerzfrei.
Antwort:
Es könnte sich um eine Arthritis handeln, bei welcher die Blutwerte zu Beginn noch normal sein können. Eine klinische Untersuchung der Gelenke und insbesondere die Untersuchung eines allfälligen Gelenkergusses wären die nächsten sinnvollen Abklärungen.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Schmerzen in allen Gelenken
17.12.2008
Habe seit Jahren starke Gelenkschmerzen in allen Gelenken meines Körpers.Oft kann ich nicht mehr richtig laufen, so stark sind die Schmerzen. Das geht tagelang so, dann wird es plötzlich etwas besser. Der Allgemeinarzt konnte durch eine Blutuntersuchung kein Rheuma feststellen.
Antwort:
Es ist zur Diagnose eine klinische Untersuchung mit Anamnese und Untersuchung des Bewegungsapparates notwendig, bei vielen rheumatischen Erkrankungen sind die Laborwerte normal.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Arava und Tauchen
08.09.2008
Ich habe Methotrexat auf Dauer leider nicht vertragen und soll nun auf Arava umsteigen. Gleichzeitig möchte ich meinen Tauchschein machen. Spricht etwas dagegen?
Antwort:
Das Medikament Arava ist für sich kein Grund auf das Tauchen zu verzichten. Unter Arava kann es selten zu einer Nebenwirkung im Bereich der Lungen kommen, die sich mit Husten und Atemnot äussern kann. Bei solchen Symptomen sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Aufs Tauchen verzichten sollten Sie zudem wenn Ihre Krankheit (rheumatoide Arthritis?) eine hohe Aktivität aufweist.
Wenn Sie sich gut fühlen und die regelmässigen Blutkontrollen beim Hausarzt/Rheumatologen normale Werte zeigen, können Sie hingegen unter den üblichen Vorsichtsmassnahmen tauchen gehen.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Ursache der Schmerzen?
01.08.2008
Ich bin 31 Jahre alt, weiblich und habe wiederkehrend Schmerzen in diversen Gelenken, v.a. Knie (bereits seit etwa der Pubertät) und Handgelenke (auch z.B. beim Aufstützen beim Heraussteigen aus einem Schwimmbecken). Diese nehmen in der Ausbreitung zu, inzwischen sind auch die Fingergelenke und Ellbogen, gelegentlich auch Fussgelenke betroffen, dann jeweils auch Druckschmerz an den Sehnen. Der Schmerz tritt zum Teil ohne Anlass auf (dies allerdings nur sehr selten, etwa 2 oder 3x pro Jahr), gehäuft aber nach körperlicher Belastung oder Schlafentzug (in etwa 75% solcher Situationen). Eine morgendliche Häufung mit Steifigkeit kann ich dagegen nicht feststellen. Auch eine Schwellung ist nicht zu beobachten.
Im Alter von etwa 20 Jahren hatte ich einmal nach einer Erkältung massive Schmerzen in den Handgelenken. Der damals aufgesuchte Rheumatologe stellte einen minimalen Verdacht auf Morbus Bechterew, da HLA-B 27 positiv war, empfahl aber keine Behandlung.
Was können die Schmerzen für eine Ursache haben? Sollte ich mir Sorgen über einen beginnenden Morbus Bechterew machen und erneut einen Rheumatologen aufsuchen?
Antwort:
Gemäss Ihrer Schilderung sind die Gelenksbeschwerden teilweise belastungsabhängig, z.T. jedoch auch spontan auftretend. Eine entzündliche Erkrankung im Zusammenhang mit dem Nachweis von HLA-B27 ist nicht ausgeschlossen. Allerdings ist die Mehrheit der HLA-B27 Träger gesund, sodass der Nachweis allein noch keine grosse Bedeutung hat. Wichtig sind die Symptome (z.B. ob zusätzlich Rückenschmerzen bestehen?) und die Befunde in der Untersuchung. Aus diesem Grund wäre es sicher zu empfehlen, dass Sie sich noch einmal bei einem Rheumatologen zur Untersuchung anmelden, zumal die Beschwerden sich ja offenbar ausgeweitet haben. Erst aufgrund des Gesamtbildes kann der Rheumatologe entscheiden ob eine entzündliche Gelenkserkrankung vorliegt oder die Beschwerden eine andere Ursache haben.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Leichte Schmerzen im Nacken, den Knien und den Händen/Finger
22.07.2008
Seit einigen Tagen habe ich (40 Jahre) leichte Schmerzen im Nacken, den Knien und den Händen/Finger.
Schon seit längerer Zeit (Monate/Jahre) habe ich ab und zu das Gefühl als seien meine Knie eingerostet, wenn ich nach einigen Stunden am Computer sitzend aufgestanden bin. Dieses Gefühl war dann aber nach ein paar Schritten immer ziemlich rasch wieder weg.
Vor ca. 2-3 Wochen bekam ich nun zuerst leichte Nackenschmerzen (ich dachte zuerst an eine Art Erkältung durch Zugluft). Dann haben aber vor allem auch die Knie und nun auch die
Da die Schmerzen eher zu als abnehmen, frage ich mich, ob ich da ein Problem haben könnte, welches behandelt werden müsste. Oder gibt es ein Mittel, welches ich vor dem Arztbesuch ausprobieren könnte?
Antwort:
Wahrscheinlich handelt es sich um beginnende degenerative Veränderungen oder weichteilbedingte Beschwerden. Ich empfehle Ihnen einen Versuch mit einem Antirheumatikum, z.b. Voltaren für 3 Tage. Sollte dies nicht helfen, empfehle ich Ihnen eine rheumatologische Abklärung.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Experimentelle Therapie bei Hüftnekrose
15.07.2008
1963 geborener Patient stellt sich ohne Trauma mit Schonhinken seit mehreren Wochen im meiner Sprechstunde vor. Das MRI ergibt den Vd a Femurkopfnekrose im Stadium I. Vom konsultierten Orthopäden wurde Miacalcic verordnet, Entlastung mit Stöcken und bB NSAR. Zugrunde liegenden internistische Risikokonstellationen sind unwahrscheinlich und werden in den nächsten Tagen durch Blutuntersuchungen noch definitiv ausgeräumt. Meine Frage: Gibt es weitere experimentelle medikamentöse Therapieformen, z.B. Statine?
Antwort:
Die vorgeschlagene Therapie ist sinnvoll. Mir sind keine sinnnvollen experimentellen Therapien bekannt.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Wiederkehrende Fieberschübe mit Gelenkschmerzen
01.07.2008
Ich (28 Jahre alt) leide seit einigen Jahren unter immer wiederkehrenden Fieberschüben (39°C), begleitet von starken Gelenkschmerzen. Alle bisher durchgeführten Untersuchungen blieben ohne Befund (Herz Ultraschall, Lungen MRT, Bauch Ultraschall, Blutkultur/Blutbild normal, Blutsenkung normal, HNO-Untersuchung, Röntgen, Borrelliose -negativ). Die Schübe treten im Abstand von 3 Monaten bis 3 Woche auf. Der Verlauf: Schmerzen im Magen- Darmbereich, dumpfe Kopfschmerzen, Fieber steigt innerhalb weniger Stunden von Normaltemperatur auf über 39°C und sinkt im laufe der nächsten 12h wieder auf normal Niveau. Manchmal ist der Schub von Herzrasen oder Schwindelgefühl begleitet. In den nachfolgenden Stunden treten starke Gelenks- und Gliederschmerzen auf, vor allem in dem Gliedmassen (Handgelenke, Finger, Knöchel, Fuss, Knie manchmal auch Hüfte, Rückgrad und Brustkorb). Die Schmerzen werden in den folgenden Tagen immer schwächer und enden in einem warmen Gefühl.
In der Zeit der Gelenkschmerzen bin ich sehr empfindlich gegen Kälte und oft spüre ich das Prellen eines jeden Trittes bis zur Hüfte. Auch in den fieberfreien Zeiten verspüre ich oft Gelenksscherzen, aber bei weitem nicht in dieser Intensität. Kann es sich um eine rheumatische Erkrankung handeln?
Antwort:
Aus Ihrer sehr detaillierten Schilderung zu schliessen, kommt eine Erkrankung des rheumatischen Formenkreises sehr wohl in Frage. Es gibt mehrere Erkrankungen die zu periodischem Auftreten von Fieber führen und mit Gelenksbeschwerden einhergehen (Beispiele sind der Morbus Still, das familiäre Mittelmeerfieber und andere). Da diese Krankheiten eher selten sind, empfiehlt es sich eine Abklärung in einem spezialisierten Zentrum durchzuführen, das über eine rheumatologische Abteilung verfügt.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Fibromyologie bei Männern
28.06.2008
Seit nunmehr mehr als einem Jahr leide ich an einem Tennisarm rechts. Was anfänglich mit Schmerzen im Ellbogenbereich begonnen hat, hat sich mit der Zeit in die Schulter und Achselhöhle ausgebreitet. Die Schmerzen in der Schulter und Achselhöhle wurden mir beim Rheumatologen als Nervenentzündung diagnostiziert und mit diversen Spritzen mit Novokain behandelt. Für eine Weile verminderte sich der Schmerz in der Schulter und Achselhöhle, der Ellbogen ist nach wie vor gleich. Gegen Ende des letzten Jahres wurde ich auch mit Physiotherapie behandelt, was meiner Einschätzung nach nichts gebracht hat. Mittlerweile habe ich die gleichen, wenn auch noch nicht so starken Schmerzen im linken Arm und in beiden Knien. Die Hände, vor allem der Zeigefinger schmerzt bei beiden Händen fast unaustehlich, zudem habe ich ein leichtes kribbeln und taubes Gefühl in den Händen. Seit nunmehr 1 Jahr bin ich zum Teil nicht arbeitsfähig (50-100%) und mir geht das nun langsam ganz auf die Nerven. Von Arzt zu Arzt, von Spitaluntersuch zu Spizaluntersuch. Das grösste Problem ist, ich bin auf Medikammente allergisch und kann so nur bestimmte Schmerzmittel einnehmen, welche aber nichts mehr nützen oder nur Teillinderung bringen. Ich bin nun im Internet auf der Suche nach vergleichbaren Diagnosen und bin auf Ihre Seite gestossen. Ich habe im Internet auch etwas gelesen über Fibromyalgie, konnte aber nur für weibliche Patienten Berichte in Erfahrung bringen. Ist diese Krankheit auch bei Männern möglich? Die Symptome die ich aus den Berichten in Erfahrung bringen konnte, stimmen bei mir zu 95% überein. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn sie mir einige Typs oder Erfahrungen Mitteilen könnten.
Antwort:
Eine Fibromyalgie gibt es auch bei Männern - jedoch ausgesprochen selten. Aufgrund Ihrer Schilderung ist wohl noch keine genaue Diagnosestellung erfolgt. Besprechen Sie doch bitte mit Ihrem Hausarzt, ob er Sie an einen Rheumatologen/Schmerzspezialisten zur Diagnostik überweisen würde. Eine weitere Möglichkeit wäre die Zuweisung in eine interdisziplinäre Schmerzsprechstunde, wie sie auch an unserem Spital angeboten wird.
PD Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Schwellung und Funktionseinschränkung der Finger
21.04.2008
Hallo, mein Problem sind meine Finger an beiden Händen. Morgens und abends sind sie extrem angeschwollen und lassen sich nicht mehr zur Faust ballen. Ich habe dann auch Schwierigkeiten Dinge zu halten. Sollte ich zu einem Arzt gehen? Wenn ja, zu welchem? Was habe ich?
Mit Grüssen aus Deutschland,
Ariadne Engelbrecht
Antwort:
Schwellungen der Finger können verschiedene Ursachen haben. Einerseits wären Schwellungen von Gelenken bei Entzündung möglich, auch Sehnenscheiden können bei Entzündung oder mechanischer Belastung geschwollen sein. Andererseits könnten auch Wassereinlagerungen Schwellungen verursachen. Gleichzeitig bestehende Schmerzen würden eher auf eine Entzündung deuten. Auf jeden Fall sollten Sie sich bei einem Arzt melden, damit die Ursache der offenbar auch die Funktion der Hand beeinträchtigenden Schwellungen abgeklärt werden kann. Wenn Sie einen Hausarzt haben, wäre das beste dort einen Termin zu vereinbaren. Er kann Sie bei Bedarf an einen Spezialisten weiterweisen.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Schmerzen in den Fingern nach dem Aufwachen
18.04.2008
Guten Tag
Immer wenn ich morgens erwache, habe ich Schmerzen in den Fingern. Nach ein paar Minuten ist es dann wieder weg. Es passiert immer nach dem ich mich hingelegt habe, auch am Mittag z.b. lege ich mich nach dem Essen ca. 20 Minuten hin und sobald ich erwache habe ich wieder die gleichen Schmerzen in den Fingern. Ich bin 26 jahre jung, was ist mit mir los? Habe ich Rheuma??? Vielen Dank für Ihre Bemühungen
Antwort:
Bei Gelenksentzündungen sind Gelenksschmerzen oft am Morgen und nach Ruhepausen am stärksten. Viele Patienten geben auch eine Steifigkeit der Gelenke morgens an. Eine Form von rheumatischen Gelenksbeschwerden ist aufgrund Ihrer Schilderung nicht auszuschliessen. Ich würde Ihnen deshalb eine Untersuchung bei einem Rheumatologen empfehlen, um die Ursache der Schmerzen abzuklären.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Welche rheumatologische Krankheit habe ich?
31.03.2008
Ich will meine Geschichte mal kurz oder lang erklären. Bei mir hat alles vor drei Monaten angefangen - hatte einen steifen Nacken und bekam Massage, in der Nacht bekam ich klopfende Schmerzen in der Brustwirbelsäule. Ging dann ins Krankenhaus und wurde auf eine angebliche Gürtelrose und Nervenentzündung behandelt mit 80mg Kortison und Zostex und zahlreichen Schmerzmitteln. Kortison wurde abgesetzt nach 8 Tagen, plötzliche Muskelschmerzen, Schmerzen in den Beinen und Fieber kamen hinzu. Verdacht auf Virusinfektion , darauf folgte Perfalgan intravenös. Bekam einen Ausschlag am Bauch, knallrot , worauf ich trotzdem noch Perfalgan iv. bekam . es wurde Fenestil gegeben als Kapsel, der Ausschlag wurde trotzdem immer schlimmer bis zur Gesichtsschwellung. Dann wurde mir endlich wieder Kortison gegeben, womit es langsam zurückging (hat eine Woche gedauert). Der Ausschlag hat sich über den ganzen Körper gezogen wie Verbrennungen mit anschliessender Hautabschuppung. Ich bekam also in der Woche 1 Tag 60 mg Korti in der Nacht noch 40 mg. 2. und 3. Tag auch 100. 4. tag 40, in der Nacht 20 mg . 5. Tag 40 mg . 6 tag 20 mg. 7. Tag 20 mg Kortison. In der ganzen Zeit ging es mir total schlecht und ich hatte ständig Schüttelfrost. Früh am morgen bekam ich wieder 40 grad Fieber. Kam nun nach drei Wochen ins MRT mit dem Befund, dass ich was im 11. Brustwirbelkörper habe, Verdacht auf eine Entzündung. Kortison wurde abgesetzt, bekam Antibiotika und Novalgin, Fieber hielt an. Nach 4 Tagen war das Fieber weg. Am fünften tag bekam ich wieder einen Ausschlag am Oberkörper vom Antibiotika oder der alte war nie richtig weg. Antibiotika wurde abgesetzt und ich bekam Fenestil, welches geholfen hat. Nach 5 Tagen wurde ich entlassen, obwohl es mir noch ganz schön schlecht ging. 2 Tage zu Hause, dann bekam ich wie aus heiterem Himmel Gelenkschmerzen, angefangen am Knie, dann an allen Gelenken. Vom Hausarzt habe ich Novalgin bekommen. Hautausschlag, Hautarzt gab mir wieder 100 mg Kortison und Fenestil, Hautausschlag ging weg. Gelenkschmerzen wurden trotz dem hohen Korti immer schlimmer. Kam wieder ins Krankenhaus, weil ich mich fast gar nicht mehr bewegen konnte. Rheumatologie. Fokussuche war ausführlich, hatte hohe Entzündungswerte 70 . Leberwerte erhöht, alles andere in Ordnung. Keine Antikörper, keine Rheumafaktoren. Vergrösserte Milz, die einen Monat davor aber noch in Ordnung war. Bekam dann wieder Prednisilon 100 mg, die Beschwerden wurden langsam besser. Wechselnde Gelenkschmerzen. Tage darauf 50, 30, 25. Mit 25 mg wurde ich dann entlassen. 2 Wochen später sind die Schmerzen weg, ausser Rückenschmerzen, bin jetzt bei 10 mg Korti. Morgensteifigkeit habe ich zum Glück gar nicht. Bei mir wurde es meistens abends schlimmer und am morgen war es meistens ganz in Ordnung. Habe jetzt aber noch Muskelzuckungen und schwitze in der Nacht vermehrt. Entlassen wurde ich mit keiner wirklichen Diagnose. In meinen Bericht steht aber Polyarthritis und es könnte an ein Still-Syndrom gedacht werden, obwohl ich keinen flächigen Hautauschlag hatte, noch habe ich erhöhte Ferritinwerte. Kann mir jemand sagen, was für eine Rheumaart ich haben könnte, denn ich glaube die Ärzte hier sind damit irgendwie überfordert. Vielleicht war mein Immunsystem auch völlig überfordert. Wäre schön, wenn mir irgendjemand helfen könnte das zu verstehen. Vielen, vielen Dank im voraus schon mal.
Antwort:
Sie schildern eine Symptomatik mit Gelenks- und Muskelschmerzen sowie Rückenschmerzen, begleitet von Fieber, Schüttelfrost und schlechtem Allgemeinzustand. Aufgrund Ihrer Angaben ist von einer entzündlichen Erkrankung auszugehen. Entsprechend wurde eine Polyarthritis, die nicht näher zugeordnet werden konnte, diagnostiziert. Ein bakterieller Infekt könnte zwar die Erscheinungen zu Beginn erklären, der Verlauf mit Besserung nach Kortison und das Nichtansprechen auf Antibiotika spricht jedoch dagegen. Das in Betracht gezogene Still Syndrom könnte sowohl die Polyarthritis wie auch Fieber und Leberwerterhöhung erklären. Das normale Ferritin wäre aber nicht so typisch. Von den verschiedenen Rheumaerkrankungen würde der Morbus Still trotzdem noch am besten passen. Letztlich kann aus Ihren Angaben jedoch keine Diagnose gestellt werden, dazu ist eine genaue Untersuchung und Durchsicht der Resultate der bisherigen Abklärungen erforderlich. Leider kann in vielen Fällen von entzündlich-rheumatischen Erkrankungen die genaue Diagnose nicht in den ersten Monaten gestellt werden, sondern ergibt sich erst im Verlauf. Ich rate Ihnen deshalb, sich bei einem Rheumatologen für eine Untersuchung/Beurteilung anzumelden.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Schmerzen in den Fingergelenken
18.03.2008
Guten Tag
Ich leide seit längerem unter starken Schmerzen in den Fingergelenken und hab auch manchmal Mühe zum etwas halten mit den Fingern. Könnte es sich hierbei schon um Rheuma handeln? Und sollte ich mit diesen Schmerzen zum Arzt gehen? Ich bin 40 Jahre jung. Manchmal hab ich Angst es könnte auch MS oder so sein, da diese Krankheit meine Mutter hat.
Antwort:
Nach Ihrer Beschreibung könnte es sich am ehesten um eine Fingerpolyarthrose handeln, welche auch familiär gehäuft vorkommt. Eine Abklärung bei einem Arzt ist sinnvoll, um die richtige Therapie einzuleiten.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Abklärung bei Rheumatologen sinnvoll?
12.03.2008
Seit 12 Jahren leide ich an chronischen Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz). Schon als Kind und auch im jungen Erwachsenenalter hatte ich immer wieder extrem starke Knieschmerzen, teilw. auch Fussgelenk. Hauptsächlich in der Nacht und den frühen Morgenstunden wurde ich von starken Schmerzen geweckt, die mir den Schlaf raubten. Die Ärzte sagten immer, das sei vom Wachstum, aber es hat nie ganz aufgehört, auch nicht als die Wachstumsphase vorbei war, deshalb bezweifle ich diese Aussage sehr. Denn die Schmerzen als Kind waren der reinste Horror, ich konnte in den frühen Morgenstunden teilweise nur im Sitzen ein bisschen dösen, Schlafen war gar nicht mehr möglich. Seit ca. 2-3 Jahren schleichen sich weitere Schmerzen am ganzen Körper ein. Zuerst nur Verspannungen im Nacken-/Rückenbereich, später Schmerzen im Kreuz-/Beckenbereich. Die strahlen sehr stark aus, bis in die Arme, Hände, Finger, Oberschenkel, Knie, Fussgelenk. Die Finger kribbeln manchmal. Das ganze habe ich Schubweise von 1,2 bis über mehrere Wochen, mit schmerzarmen Phasen dazwischen, obwohl ganz schmerzfrei, das gibt es gar nicht mehr. In solchen Pasen sind in der Nacht die Knie-/Hüftschmerzen teilw. sehr stark, sodass ich gegen 3,4, Uhr aufwache und nicht mehr weiss, wie ich im Bett liegen soll. Am Morgen knackst alles im Rücken und ich fühle mich im Rücken sehr verkorkst, Steif (dies ist aber fast täglich) die Schmerzen bleiben in akuten Phasen den ganzen Tag über. Körperliche Belastung, wie Taschen tragen und etwas heben löst in den Armen und Schultern noch stärkere Schmerzen aus, sogar Hatha-Yoga Übungen sind dann zuviel, oder wenn ich den Haarföhn in der Hand halte oder mich Schminke habe ich das Gefühl, es zieht mir den ganzen Muskel zusammen und ich habe keine Kraft mehr (Pause ist dann angesagt). Ich kann nicht ganz zuordnen ob es die Muskeln betrifft oder die Gelenke, da es sehr stark ausstrahlt. Schmerzen an den Fingern und Händen reagieren nicht auf Druck, der Schmerz ist konstant ob Druck, Bewegung oder Ruhe. Was ich aber sagen kann, die Schmerzen sind vermehrt um die Gelenke, evt. Muskel-/Sehnenansätze. Die unteren Rücken-/Becken und Knieschmerzen werden bei Belastung nicht schlimmer, ob es bei Bewegung weniger wird kann ich nicht beantworten, jedenfalls nicht schlimmer. Dort spüre ich, dass wahrscheinlich eher die Gelenke schmerzen, jedoch ein konstanter Schmerz und nicht auf Bewegungen bezogen. Vor kurzem hatte ich starke Schmerzen im vorderen Brustbereich (unter dem Schlüsselbein). Dies war so einengend, dass ich das Gefühl hatte, ich bekomme gleich keine Luft mehr, das hat mir wirklich Angst eingejagt. Normale Schmerzmittel wie z.B. Ponstan nützen bei mir generell rein gar nichts, auch nicht diverse Schmerzmedis, welche ich vom Arzt verschrieben bekommen habe. Bezüglich Kopfschmerzen bin ich von Pontus bis Pilatus zu Ärzten gerannt und habe x Therapien versucht, ich habe gelernt damit zu leben. Die anderen Schmerzen am Körper habe ich immer auf die Seite geschoben, bis mich jetzt mehrere Leute auf Rheuma aufmerksam gemacht haben, vor allem bezüglich Bechterew. Und ich bin auch an einem Punkt angelangt, wo ich wissen möchte, was da genau abgeht, denn Lebensqualität kann ich die Situation nicht mehr nennen. Ich fühle mich sehr eingeschränkt. Ich dachte immer Rheuma sei etwas für alte Leute, hab wohl falsch gedacht. Bevor ich zu einem Rheumatologen gehe, wollte ich Sie um Rat fragen. Wäre eine genauere Abklärung angebracht? Könnten meine Schmerzen mit Rheuma einen Zusammenhang haben?
Antwort:
Gemäss Ihrer Schilderung könnte es sich um ein Bandlaxizitätssyndrom oder ein generalisiertes Weichteilschmerzsyndrom handeln. Eine Bechterew-Erkrankung ist eher unwahrscheinlich. Eine Abklärung bei einem Rheumatologen ist sicher sinnvoll.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Fertilität und Cyclophosphamid Therapie
26.02.2008
Meine Mann nimmt Endoxan Tabletten. Zurzeit hat er keine fruchtbaren Spermien. Wenn er aber die Endoxan Tabletten nicht einnimmt, hat er wieder fruchtbare Spermien. Mein Mann leidet an Vaskulitis.
Antwort:
Leider sind die Erkenntnise über die männliche Fertilität (Fruchtbarkeit) nach Cyclophosphamid (Endoxan)-Therapie recht eingeschränkt. Soweit bekannt, ist nach der Therapie die Fruchtbarkeit von zahlreichen Faktoren abhängig: Dazu zählen die Dauer der Endoxan-Therapie (je kürzer, desto besser), die gesamt verabreichte Dosis (Probleme vor allem bei hohen Gesamtdosen) und die Darreichungsform (Infusion besser als Tablette). Entsprechend gibt es nach Abschluss der Therapie recht unterschiedliche Verläufe: Manche Patienten werden recht schnell wieder fruchtbar, bei anderen gibt es eine vorübergehende Unfruchtbarkeit und manche Patienten bleiben auch dauerhaft unfruchtbar. Sollte eine geplante Schwangerschaft nach Beendigung der Therapie nicht eintreten, empfiehlt sich eine Untersuchung bei einem erfahrenen Urologen, der die Spermaqualität untersuchen kann.
PD Dr. med. Oliver Distler |
Frage:
Schmerzen in der Halswirbelsäule und in den Fingern
04.02.2008
Guten Tag,
ich habe seit gut 4 Jahren Schmerzen in den Fingergelenken (am schlimmsten in den kleinen Fingern), die im Zusammenhang mit meinem Hobby, dem Reitsport (verkrampfte Zügelhaltung, aufgetreten sind. Zu Anfang waren die Finger oft geschwollen, mittlerweile (habe das Reiten aufgegeben) sind nur noch die Schmerzen da, die zwar erträglich, aber doch unangenehm sind. Die Gelenke (genauer gesagt an manchen Fingern das Grundgelenk, an anderen Fingern das Mittelgelenk) sind druckempfindlich und schmerzen beim Bewegen in erster Linie nach längeren Ruhephasen (keine richtige Morgensteifigkeit, nur mittelmässige Schmerzen zu Anfang beim Beugen der Finger). Zum Winter hin sind die Schmerzen nun schlimmer geworden. Wenn ich auf die Gelenke drücke, bemerke ich besonders wenn's sehr kalt ist eine kurze Taubheit (wie wenn man einen Schlag in den Ellbogen bekommt). Seit ca. 2 - 3 Wochen schläft mir fast jede Nacht ein Arm (mal links, mal rechts) oder nur einzelne Finger (meist der kleine Finger) ein. Ich muss den Arm dann mit der anderen Hand fassen und gründlich schütteln, bis das starke Kribbeln aufhört. Zu diesen Beschwerden kommen seit längerer Zeit Schmerzen im Halswirbelsäulenbereich, häufig Kopfschmerzen (insbes. im hinteren Kopfbereich) und gelegentlich Gliederschmerzen in den Oberschenkeln. Ausserdem habe ich einen stark erhöhten Cholesterinspiegel.
Ich war bisher beim Hausarzt, der meine Blutwerte samt Rheumafaktor untersucht hat. Ohne Ergebnis. Danach war ich beim Orthopäden, der sich aber trotz Schilderung meiner Probleme nur meiner Lendenwirbelsäule gewidmet hat, da diese beim nach vorne beugen leicht zur Seite rutscht. So weit ich weiss, wurden nur Aufnahmen von der Lendenwirbelsäule gemacht, nicht von meinem eigentlichen Problem, der Halswirbelsäule. Desweiteren wurden die Finger geröntgt; es gab keine Auffälligkeiten. Anschliessend war ich beim Radiologen und es wurde eine Szintigraphie der Finger gemacht. Auch hier gab es keinen Befund. Eine Entzündung in den Fingergelenken und Verschleiss sind laut dem Radiologen ausgeschlossen. Kann es sich bei meinen Beschwerden eventuell um Rheuma handeln? Wäre ich als nächstes bei einem Rheumatologen am besten aufgehoben? Oder könnte es im Endeffekt auch ein ganz banales Problem, das z.B. von der Halswirbelsäule resultiert, sein? Ich habe erst in 3 Wochen wieder einen Termin beim Orthopäden bekommen und frage mich, was ich in der Zwischenzeit tun könnte. Meine Finger kribbeln auch tagsüber ab und zu und ich habe oft Angst, dass sie wieder einschlafen. Die Gelenkschmerzen sind auch sehr läatig - sie behindern mich zwar nicht in meinem Tagesablauf, sind aber unangenehm. Meine Finger scheinen gut durchblutet zu sein, denn sie sind selten kalt.
Ich weiss einfach nicht weiter und hoffe, Sie können mir den einen oder anderen Ratschlag geben.
Antwort:
Aufgrund Ihrer Schilderung könnte es sich um ein Problem der Halswirbelsäule mit Kompression eines Nerven handeln. Es käme auch ein Karpaltunnel-Syndrom in Frage. Die Fingerschmerzen können durch eine Fingerpolyarthrose verursacht sein.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Zusammenhang zwischen Fibromyalgie und Lipomatosis dolorosa
07.01.2008
Ich leide seit etwa 3 Jahren an Fibromyalgie und Lipomatosis dolorosa. Können Sie mir sagen, ob es ein Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen gibt und ob vielleicht die eine Krankheit die andere ausgelöst haben kann? Ich habe gelesen, dass Patienten mit FMS Verdichtungen des Fettgewebes haben können und diese als Knötchen tastbar sind. Sind diese Knoten Lipome? Ich wäre Ihnen für jede Antwort dankbar!
Antwort:
Nein, ein Zusammenhang zwischen beiden Erkrankungen ist nicht bekannt. Wenn Sie die "Lipome" beunruhigen, kann (je nach Indikationsstellung) möglicherweise eine Gewebeuntersuchung Aufklärung bringen.
PD Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Ursache von Fuss- und Kniebeschwerden
28.11.2007
Guten Tag! Ich leide seit 10 Jahren unter einer Schwellung, Schmerzen, Hyperästhesie im Bereich pes anserinus bds, re viel mehr li (li nur sehr selten). MRT o.B. (V.a. pes anserinus Reizung), Ortho sagte neurol. Problem. Schmerzen ziehen seit Sommer, nach stärkerer Belastung (Geburt Sohn 08/2006; viel spazierengehen, 3.OG mehrmals tgl. hoch u. runter, mehr Sport) nun auch bis zum med. OS. 1997 diagn. Neurologe Irritation N. saphenus im Adduktorenkanal. Blutbild o.B., Borelliose seit 1997 nur IGM pos, nicht IGG, Hautarzt sagt, nur Fragelineiweiss erhöht:k eine Zecke. Wenn ich in meine OS reindrücke, Schmerzen wie bei Verspannung, aber nur Vorder- u. Innenseite, nicht hinten. Seit einer Woche Schmerzzunahme und Schwellung mehr re., auch starke Hyperästhesie. Habe das Gefühl, als ob ein kalter Faden vom med. OS bis in Fuss läuft, Grosszehe kribbelt auch, wenn Schmerzen auftreten. Unter Belastung alles viel schlimmer, morgens (also nach Ruhe allg.) besser. MRT LWS o.B. Haben Sie vielleicht nach 10 Jahren Odyssee eine Idee, woher dies alles kommen könnte. Habe auch kein Diabetis, war aber von 1990-1996 magersüchtig. Wie gesagt, die Schmerzen treten nur lokal auf. Wenn ich auf Zehenspitzen gehe, ist es besser. Ich danke Ihnen im voraus für Ihre kostbare Zeit und sende Ihnen liebe Grüsse!
Antwort:
Die Beschwerden im Fussbereich könnten einer Kompressionsneuropathie des N.
tibialis entsprechen, die Kniebeschwerden am ehesten einer Tendopathie des pes anserinus, (Ursache: Fehlstatik bei Achsenabweichung? Hypermobilität? Andere?) Eine klinische Untersuchung des Bewegungsapparates ist zur Diagnostik allerdings notwendig. Am besten wenden Sie sich an einen erfahrenen Rheumatologen.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Methoden zur Diagnostik von "Rheuma"
30.10.2007
Ich (w, 27) leide seit einigen Monaten (erste leichte Beschwerden vor ca. 3 Jahren) an Schmerzen im Hüft- / Beckenbereich. Die Schmerzen sind sehr unregelmässig, manchmal fast weg, zwischendurch kann ich nur noch an Krücken gehen. Physio, Röntgen und MRI (Hüftgelenk) haben kein Resultat gebracht. Der Orthopäde hatte nun den Verdacht auf Rheuma und hat mir Tabletten (Lodine) verschrieben, um herauszufinden, ob es sich um Rheuma handelt.(nach dem Motto: wenn die Schmerzen abnehmen, ist es Rheuma). Gibt es keine verlässlichere Methode um Rheuma zu diagnostizieren?
Antwort:
Die Diagnose wird in der Rheumatolgie klinisch (dh. mittels Befragung und
Untersuchung) gestellt und nicht mit Medikamentenversuch. Nach der Beschreibung kommen die Schmerzen am ehesten vom Rücken. Ich empfehle Ihnen, sich bei einem Rheumatologen zur Abklärung zu melden.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
MRT-Befund
08.10.2007
Habe immer noch Schmerzen und mein Arzt will mich nicht weiter behandeln.
MRT-Befund: Indikation: Knorpelläsion; Befund: Die koronaren Übersichten zeigen blutbildendes Knochenmark im distalen Femurschaft. Randbildend erfasst, in der proximalen Tibia ventral und lateral Darstellung einer fingerförmig nach kaudal gerichteten Knochenausziehung ohne Anhalt für eine perifokale Ödembildung. Kein pathologisches Knochenödem. Intakte Seitenbänder. Die sagittalen Übersichten bilden den Innen- wie Aussenminiskus unauffällig ab. Intaktes vorderes wie hinteres Kreuzband. Allenfalls geringe Signalinhomogenitäten im Knorpelüberzug der zentralen Facies pateallis. Die transversalen Übersichten bilden die Patella zentriert ab. Hier kein Anhalt für eine stattgehabte Knorpelulzeration,- infraktion. Keine nennenswerte Flüssigkeitseinlagerungen im Knorpelüberzug der medialen wie lateralen Rückfläche. Grenzbefundige Flüssigkeitseinlagerungen im Retropatellarraum. Diskrete Zeichen einer Chondropathie in der zentralen Facis patellaris. Bild einer vermutlich kartilaginären Extrose im proximalen Tibiadrittel ventral lateral ohne Anhalt für eine pathologische perifokale Ödembildung.
Das ist der Befund und mein Sohn und ich können daraus nicht erlesen, was mit Ihm ist, denn er hat sehr starke Schmerzen im rechtem Knie und er ist zur Zeit Auszubildender im Fach Maler Lackierer. Es muss sich ja da irgendwas befinden, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass mein Sohn solche Schmerzen vortäuschen kann, denn er benutzt ja freiwillig Gehhilfen, um das Bein zu entlasten. Bitte helfen Sie uns damit wir den Befund verstehen. Danke im voraus!
Antwort:
Die Beschwerden können nur durch eine klinische Untersuchung bei einem Orthopäden oder Rheumatologen zugeordnet werden. Das MRT scheint zumindest einen wesentlichen Schaden auszuschliessen. Ueberlastungen von Sehnen und Bandstrukturen sind jedoch im MRT nicht zu sehen, sondern nur durch die Untersuchung festzustellen.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Knieschmerzen und Unterschenkelschwellung
02.10.2007
Ich habe geschwollene Unterschenkel und jetzt ein linkes Knie, das anschwillt und
schmerzt: Links von der Kniescheibe ist es geschwollen, rechts machts weh beim
draufdrücken. Ich habe Übergewicht (100 kg bei 178 cm), leichten Knochenbau, Zucker.
Angst habe ich vor den Konsequenzen, zumal ich intensiv am Computer arbeite.
Antwort:
Es müsste weiter abgeklärt werden, was die Ursache der Knieschmerzen und der
Unterschenkelschwellung ist. Die beiden Symptome könnten evtl. zusammenhängen.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Sporttauchen und Methotrexat
28.09.2007
Bei mir wurde eine Polyarthritis festgestellt und mein Rheumatologe hat mir Methotrexat empfohlen. Da ich begeisterter Sporttaucher bin nun meine Frage: Ist es möglich mit Methotrexat zu tauchen, falls auch sonst keine Nebenwirkungen auftauchen? Im Voraus schon vielen Dank für ihre Antwort.
Antwort:
Methotrexat an sich ist kein Grund auf das Tauchen zu verzichten, unter der Voraussetzung dass keine Nebenwirkungen auftreten. Für die ersten Wochen der Behandlung sollten Sie nicht tauchen, bis die Verträglichkeit der Behandlung in einer stabilen Dosis beurteilt werden kann. Anschliessend sollte Sporttauchen unter den üblichen Vorsichtsmassnahmen problemlos möglich sein.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Schmerzverringerung
27.08.2007
Vor ca. 2 Jahren begann, mit einem Gelenkerguss am rechten Mittelfinger, eine vom Rheumatologe diagnostizierte Heberden-Polyarthrose und Brennesselallergie. Mittlerweile sind alle Fingerendgelenke und auch einige Zehengelenke betroffen. Die Fingergelenke haben sich verformt, teilweise Knötchen gebildet. Die Gelenke sind bei starker Beanspruchung leicht geschwollen, heiss und schmerzen bei Berührung ständig. Die bisher verordneten Schmerzmittel Celebrex, Tramadol und jetzt Prexige helfen kaum. Bei 2 unterschiedlichen Blutuntersuchungen wurde 2x der Rheumafaktor 50 festgestellt, beim letzten Röntgen der Finger, leichter Beginn von RA an 2 Stellen. Ein Schmerztherapeut befand meinen, am unteren linken Daumen liegenden Gelenkerguss, als schmerzhaft. In 6 Monaten ist der Arzttermin beim Rheumatologen möglich, mittlerweile habe ich Schmerzen im Schulterbereich. Meine Frage ist: Wie werde ich kurzfristig und langfristig schmerzfreier?
Antwort:
Aus Ihrer Schilderung geht hervor, dass Sie an einer Fingerarthrose leiden. Allerdings sind auch Zehengelenke betroffen (welche?) und offenbar hätte man im Röntgenbild Hinweise auf eine Rheumatoide Arthritis festgestellt. Es könnte also durchaus sein, dass zusätzlich zu einer Fingerarthrose eine Rheumatoide Arthritis hinzugekommen ist. Dies müsste unbedingt bei einem Rheumatologen abgeklärt werden, da in diesem Fall andere Medikamente zur Behandlung verwendet werden als bei einer Fingerarthrose allein. In diesem Fall wäre auch eine Behandlung mit Prexige ungenügend. Die stärker wirksamen Medikamente erfordern jedoch regelmässige ärztliche Kontrollen und sollten nur auf Verschreibung des Rheumatologen eingenommen werden.
Was sowohl bei einer Arthrose wie bei Arthritis hilft, ist eine Injektion von Kortison ins Gelenk. Dies könnte vom Rheumatologen durchgeführt werden.
Versuchen Sie den Arzttermin vorzuverschieben, 6 Monate Wartezeit ist zu lange, wenn Sie tatsächlich an einer Arthritis leiden sollten.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Rheumaschmerzen?
19.07.2007
Seit meiner zweiten Schwangerschaft habe ich immer wieder Probleme mit meinen Zeige- und Mittelfingern beidseits (immer abwechslungsweise). In der Schwangerschaft bin ich teils sogar nachts erwacht, weil ich solche Schmerzen hatte! Der Schmerz war nicht immer gleich, teils in den vorderen Gelenken und teils irgendwie zwischen Hand und Fingeransatz, es war manchmal nicht einmal recht zu definieren, wo der Schmerz sass.
Mein kleiner Bub ist nun schon 7 1/2 Monate alt und ich habe immer noch Beschwerden, welche nicht weniger, aber ein bisschen anders geworden sind. In der letzten Zeit schlafen mir auch gelegentlich die Hände ein, wenn ich auf einem Arm liege und es ist nun auch der Ringfinger, der manchmal betroffen ist. Das CTS wurde von einem Neurologen ausgeschlossen.
Kann es sein, dass es sich hierbei um Rheuma handelt?
Ich muss noch erwähnen, dass mein Trapezius-Muskel fast ganz fehlt und ich daher eine Fehlstellung meiner Schulterpartie in Kauf nehmen muss. Kann es auch sein, dass von daher die Nerven nicht mehr ganz in Ordnung sind?
Antwort:
Aus Ihrer Schilderung geht nicht hervor, ob Sie Gelenkschmerzen oder eher Schmerzen in den Weichteilen, z.b. Sehnen, Haut etc. haben. Wichtig wäre auch zu wissen, ob die Schmerzen mit Schwellungen verbunden sind. Ein Nervenschmerz wäre sicher auch in Betracht zu ziehen, offenbar hat man aber ein CTS ausgeschlossen.
Ob hier "Rheumaschmerzen" vorliegen, kann letztendlich nur nach einer genauen rheumatologischen Untersuchung beurteilt werden. Am besten melden Sie sich beim Hausarzt, der Sie einem Rheumatologen zuweisen kann.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Protatitis und Reaktive Arthritis
19.07.2007
Ich leide seit mehreren Wochen sich stetig verstärkend unter morgens steifen Händen, die sich im Laufe des Vormittags wieder vollkommen mobilisieren lassen, aber zunehmend mit Schmerzen begleitet sind.
Die Hände versteifen auch im Laufe des Tages bei Ruhestellung (z.B. Mittagsschlaf oder Kinobesuch).
Hintergrund: Ich habe eine jahrelang verschleppte chronische Prostatitis mit schwankenden PSA-Werten zwischen 6,0 bis 9,0. Im letzten Jahr bekam ich (nach einer Lungenentzündung) sehr schmerzhafte und an vielen Gelenken lokalisierte Gelenksentzündungen - die nach umfassender langwieriger Suche nach den Ursachen als reaktive Arthritis diagnostiziert wurde. Sie wurde immer massiver und erfasste fast alle Gelenke. Rheumafaktoren hatte ich keine, nur monatelang hohe Entzündungswerte.
Eine mehrmonatige Behandlung mit Cyprobay (Januar-April 2006) reduzierte zwar die CPR- und andere Entzündungsfaktoren, aber nur sehr begrenzt die schmerzhafte Arthritis. Laufend musste ich Voltaren zur Schmerzlinderung einnehmen.
Erst nach (ebenfalls mehrmonatiger) Einnahme von Doxycyclin gingen die Arthritissymptome im Herbst 2006 fast völlig zurück.
Generell scheint die reaktive Artrhitis immer (zeitverzögert) zurückzugehen, wenn ich Antibiotika gegen eine stärkere Infektion einnehme.
Derzeit habe ich nur die Gelenksteifigkeiten und -schmerzen an den Händen. Ich habe aber Sorge, dass sich die Verbreitung der Symptome und Eskalation der Schmerzen des letzten Jahres wiederholt.
Frage: Kann es sein, dass quasi wie ein Jo-Jo-Effekt die Prostatitis immer wieder aufflammt und die reaktive Arthritis auslöst? Kann es sein, dass die Erreger in der Prostata nie vollständig antibiotisch getötet werden und daher immer wieder die reaktive Arthritis auslösen - zumal im Blut keine Rheumafaktoren zu finden sind?
Haben Sie andere vergleichbare Erfahrungen sowie einen diagnostischen Hinweis und möglicherweise einen Therapievorschlag, der die regelmäßigen Anti-Biotika-Kuren vermeidet? Oder tendieren sie zu letzteren?
Antwort:
Morgensteifigkeit ist ein typisches Zeichen für eine entzündliche Ursache von Gelenksbeschwerden. Die anhaltende Symptomatik spricht dafür, dass weiterhin eine gewisse entzündliche Reaktion in den Gelenken besteht, obwohl Sie zurzeit nicht im Schub sind. Prinzipiell kommen verschiedene entzündliche Gelenkserkrankungen in Frage. Eine reaktive Arthritis ist zwar möglich, typisch wäre hier jedoch eher eine Arthritis einzelner grosser Gelenke v.a. der unteren Extremitäten. Es gibt eine Reihe von Infektionserreger, die mit einer reaktiven Arthritis assoziiert sind. Eine Prostatitis aber auch Urethritiden könnten wohl eine reaktive Arthritis auslösen. Gehäuft wird in diesen Fällen der Marker HLA-B27 gefunden. Dieser könnte allenfalls bei Ihnen bestimmt werden.
Bei reaktiver Arthritis ist die Arthritis nicht durch direkte Bakterienbesiedelung des Gelenks ausgelöst, weshalb der Nutzen einer antibiotischen Therapie umstritten ist. Ein Primärinfekt, z.B. eine Harnröhrenentzündung sollte antibiotisch behandelt werden. Die Gelenksentzündungen per se sollten jedoch nicht mit Antibiotika angegangen werden. Vielmehr müsste bei einer chronischen reaktiven Arthritis eine entzündungshemmende Therapie, wie auch bei anderen Arthritisformen eingesetzt werden.
Zur Besprechung der möglichen Therapieoptionen sollten Sie sich auf jeden Fall an einen erfahrenen Rheumatologen wenden.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Methotrexat nach Protheseninfekt
13.07.2007
72-jähriger Patient mit Rheumatoider Arthritis seit 1984. Wegen Protheseninfekt des rechten Knies (Lysterien)im 2004 kein MTX mehr seitdem. Inzwischen schwer destruierender Verlauf und nun persistierende mässige Krankheitsaktivität (klinisch und BSR 64/CRP 72). Darf eine Basistherapie wieder aufgenommen werden? Erneut mit MTX?
Antwort:
Aus Ihrer Anfrage geht nicht hervor wie der Verlauf nach Protheseninfekt war. Wurde antibiotisch erfolgreich behandelt? Wenn davon ausgegangen wird, dass der Infekt adäquat behandelt worden ist, steht meiner Einschätzung nach einer erneuten Therapie mit Methotrexat nichts im Weg. Im Gegenteil scheint mir der Beginn einer Basistherapie sogar dringlich zu sein, bei offenbar schwer destruktivem Verlauf. Generell vorsichtig sollte man mit dem Einsatz von TNF-Hemmern sein, bei St.n. Protheseninfekt.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Diagnose der Reaktiven Arthritis
02.07.2007
Ich leide seit ca. 8 Wochen an Herzbeschwerden, kribbeligen tauben Beinen, geröteten Augen und leichter Atemnot. Die Beschwerden treten Schubweise auf. Vor 3 Wochen traten dann noch eine schwere Urtikaria, geschwollene Knie- und Handgelenke und Husten auf, woraufhin mein Hausarzt mir Kortison gespritzt hat. Danach waren die Beschwerden weg, die kribbeligen Beine und die Herzbeschwerden kamen jedoch nach 3 Tagen wieder und dazu Halsschmerzen, stechende pulsierende Schmerzen in den Schläfen, hervortretende Adern in Beinen und Brust und ziehende mässige Schmerzen in den Armen und Beinen, die nur einige Minuten andauern und wandern. Aufgrund viel zu hoher Entzündungswerte und immer wiederkehrendem leichten Fieber wurde ich dann ins Krankenhaus eingewiesen, wo erst eine Gefässentzündung vermutet wurde. Nach 5 Tagen dann die Diagnose: Reaktive Arthritis (mit Ausschluss von Reiter-Syndrom), obwohl keine Anzeichen für eine vorangegangene oder derzeitige Infektion gefunden werden konnten.
Meine Frage: Aufgrund welcher Fakten können die Ärzte mit Gewissheit sagen, dass es sich um eine reaktive Arthritis und nicht um eine andere Form der Arthritis oder doch eine rheumatische Gefässerkrankung handelt? Sind meine Symptome nicht eher untypisch für diese Erkrankung, da ich ja bis auf das eine Mal in keinster Weise Gelenkbeschwerden sondern eher Ziehen in den Weichteilen habe?
Antwort:
Ihre Frage ist schwierig zu beantworten. Gefässentzündungen sind vielgestaltige Krankheitsbilder, die durchaus Beschwerden verursachen können wie von Ihnen beschrieben. Für die Diagnose einer reaktiven Arthritis bräuchte es eine Arthritis. Sie beschreiben Schwellungen der Knie- und Handgelenke, so dass diese Voraussetzung möglicherweise erfüllt wäre. Weiter muss ein Infekt vorliegen oder vorgelegen haben. Infekte die zu einer reaktiven Arthritis führen, sind meist entweder Durchfallerreger oder Keime die eine Harnröhrenentzündung verursachen. Letztere kann auch einmal unbemerkt ablaufen, das heisst keine Beschwerden verursachen. Es können im Rahmen einer reaktiven Arthritis auch Weichteilschmerzen auftreten, Fieber ebenfalls, typisch wären die geröteten Augen (Konjunktivitis). Letztlich wird die Diagnose gestellt durch das zusammenfügen der diagnostischen Puzzleteilchen. Aufgrund Ihrer Angaben kann ich Ihnen nicht sagen, ob für die Diagnose reaktive Arthritis eine Gewissheit besteht. Wenn Sie unsicher sind, sollten Sie das Gespräch mit den behandelnden Ärzten suchen oder allenfalls eine Zweitmeinung einholen.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Taubheitsgefühl nach Injektion
27.06.2007
Ich habe schon zweimal einen springenden Finger operiert (linke Hand Daumen und Ringfinger). Nun ist mein damaliger Arzt krank und ich habe den Daumen der rechten Hand von einem anderen Arzt operieren lassen. Gleichzeitig habe ich mir an der linken Hand in den Mittelfinger eine Spritze geben lassen, weil er auch anfing, zu springen. Nun mein Problem - Montag habe ich die Spritze vom Arzt bekommen und der ganze Finger ist am Dienstag immer noch taub. Als Zweitmeinung möchte ich wissen, ob dieses Taubheitsgefühl, wie der Arzt sagt, noch vergehen wird.
Antwort:
Mit grosser Wahrscheinlichkeit wird das Taubheitsgefühl besser werden, es kann aber je nach Ursache kürzer oder länger dauern.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Anschwellen der Finger bei Hitze und körperlicher Belastung
19.06.2007
Ich hab eine Frage. Seit längerem bekomme ich beim Wandern (vor allem beim
abwärts laufen) und wenn es heiss ist geschwollene Finger. Dies macht mir
eigentlich keine Sorge, da ich weiss, dass dies öfters passieren kann.
Normalerweise hatte ich dieses Problem aber nur beim wandern und nicht beim
Nordic walken. Nun war ich am Wochenende an einem Nordic Walkinglauf über 6
km und es war extrem heiss. Als ich dann im Ziel ankam, hatte ich auch
wieder geschwollene Finger, so dass ich nicht mal mehr die Ringe abziehen
konnte... So eine halbe oder ganze Stunde später war es dann wieder
möglich.
Muss ich mir da nun sorgen machen?
Antwort:
Was Sie schildern ist ein Anschwellen der Finger bei Hitze und körperlicher Belastung, v.a. bei herabhängen der Arme. Dass dies auch beim Nordic Walking auftritt ist nicht erstaunlich, da dabei die Arme schwingen und das Blut nach aussen getrieben wird. Die Tatsache dass die Schwellung anschliessend wieder von selbst zurückgeht spricht gegen eine entzündliche Schwellung.
Sie brauchen sich somit keine Sorgen zu machen.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Infiltration unter OAK
14.05.2007
Bei Patienten unter OAK habe ich auch schon ein AC-Gelenk problemlos infiltiert, wobei ich sehr dünne Nadel (25G) eingesetzt hab . Wie sieht es aber mit subakromialer Infiltration via lateralen Zugang aus? Ist dies vertretbar oder muss die OAK vorübergehend pausiert und mit NMH überbrückt werden. Konkretes Beispiel: Patientin mit künstlicher Herzklappe, sonographisch PHS mit Tendinitis calcarea und INR 2.3.
Antwort:
Bei Weichteilinfiltrationen kann es unter OAK zu Blutungen kommen, je nach Ausmass der Vaskularisierung. Eine Anpassung des INR ist bei der Schulter zu empfehlen.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Fingerendgelenksschmerzen
09.05.2007
Meine Fingerendgelenke schmerzen, besonders schwierig wird das Ausstrecken der Endgelenke. Am Zeigefinger der linken Hand ist das Endgelenk nach links ausgebeult, d.h. es sieht aus wie ein Überbein. Meine Hände sind stets kalt, auch im Sommer! Zur Zeit beginnen auch meine Füsse kalt zu werden, habe aber keine Schmerzen darin! Schmerzen in den Fingergelenken treten unregelmässig auf! Ich nehme keine Schmerzmittel! Was kann ich tun?
Antwort:
Fingergelenksschmerzen können viele Ursachen haben. Wichtig wäre eine genaue körperliche Untersuchung, insbesondere auch der Gelenke um herauszufinden ob eine Krankheit den Beschwerden zugrundeliegt. Dazu sollten Sie sich bei Ihrem Hausarzt melden, der Sie bei Verdacht auf eine Gelenkserkrankung an einen Rheumatologen weiterschicken kann. In der Zwischenzeit können Sie die Schmerzen mit der Einnahme von Schmerzmitteln dämpfen. Versuchen Sie zunächst Paracetamol (Markennamen: Panadol, Dafalgan etc), dies erhalten Sie nicht rezeptpflichtig in der Apotheke.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Polyarthritis möglich?
02.04.2007
Ich habe starke Rückenschmerzen im Bereich 4/5/6-Brustwirbel. Der Schmerz ist nachts ab ca. 4.00 h so schlimm, dass ich nicht mehr gut schlafen kann. Am Morgen beim aufstehen tun mir die Füsse weh und die Finger sind leicht geschwollen. Alles wird besser, sobald ich mich bewege. Die Finger sind nach ca. 30 Min. wieder normal. Die Füsse und der Rücken schmerzen jedesmal, wenn ich lange gelegen oder gesessen bin. Ich war schon bei einem Neurochirurgen zur Abklärung und er hat auf dem Röntgenbild nur eine kleine Abnützung gefunden. Er hat mich nun an einen Chiropraktiker überwiesen. Ich bin 41 Jahre alt, 57 kg, NR. Meine Tante hat Polyoathritis. Könnte mein Leiden auch so etwas sein?
Antwort:
Aufgrund der Schilderung wäre eine entzündliche Ursache Ihrer Rückenbeschwerden möglich. Es gibt entzündlich-rheumatische Erkrankungen, die sowohl zu Rückenschmerzen als auch Gelenkschmerzen und -schwellungen bis hin zu einer Polyarthritis führen können. Es wäre deshalb wichtig, dass Sie sich von einem Rheumatologen untersuchen lassen, um festzustellen, ob bei Ihnen eine solche Erkrankung vorliegt. Bis hier Klarheit über die Diagnose besteht, sollten Sie mit chiropraktischen Behandlungen vorsichtig sein, da bei Entzündungen im Bereich der Wirbelsäule die Beschwerden dadurch verstärkt werden könnten.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Gelbfieberimpfung und Methotrexat
21.03.2007
Ist die Gelbfieberimpfung bei RA unter Methotrexat erlaubt oder nicht?
Antwort:
Der Gelbfieberimpfstoff ist ein Lebendimpfstoff und deshalb bei immunsuppressiver Therapie mit Methotrexat kontraindiziert. Um die Impfung gefahrlos durchführen zu können, sollte MTX 3 Monate abgesetzt werden.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Entzündliche Veränderungen der Handgelenke und rezidivierendes CTS
21.03.2007
Ich bin 51 Jahre alt und habe vor 6 respek. 4 Jahren beide Hände wegen Karpaltunnelsyndroms operieren lassen. Bereits vor 6 Jahren sagte der Chirurg bei der OP, er stelle eine Art «Wucherung» fest, man müsse das beobachten. Jetzt plötzlich habe ich erneut ein starkes CTS-Rezidiv an beiden Händen gleichzeitig und Schmerzen an den Muskelansätzen innen und aussen im rechten Ellbogen. Zudem habe ich oft kalte Finger. Der Neurologe stellte Leitgeschwindigkeiten des Medianus-Nerves fest fast so schlecht wie vor der OP. Man könne nichts machen sagte der Fachmann, evt. Kortison spritzen, aber das darf man bekanntlich nicht mehr als 3 x. Ich habe vor kurzem einen Gesundheitscheck machen lassen, alle Werte sind sehr gut, aber der Rheumafaktor wurde nicht kontrolliert.
Meine Frage: Gibt es Zusammenhänge zwischen CTS und Rheuma im weitesten Sinne? Macht es Sinn die Beschwerden vorerst mal von einem Chiropraktiker zu behandeln oder gleich einen Rheumatologen zu konsultieren?
Antwort:
Ja, es gibt einen Zusammenhang. Entzündliche Veränderungen der Handgelenke können ein rezidivierendes CTS verursachen. Es empfiehlt sich eine Abklärung.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Therapiedauer mit Alendronat
29.01.2007
Könnten Sie mir bitte die aktuellen Empfehlungen betreffend Therapiedauer mit Alendronat mitteilen?
Antwort:
Die optimale Therapiedauer mit Alendronat liegt zwischen 4-5 Jahren; nacher sollte man eine Pause von 1-2 Jahre einlegen (mit Calcium und Vit. D). Bei gewissen Patienten kann man trotzdem ohne Stopp weiterbehandeln; Daten stehen dabei bis zu 10 Jahren kontinuerlicher Therapie zur Verfügung. Dabei ist die Frage immer noch nicht völlig klar, mein Vorschlag ist daher, wie oben genannt, eine Pause von 1-2 Jahren nach 4-5 Jahren Behandlung zu machen.
PD Dr. med. D. Uebelhart |
Frage:
Entzündlich rheumatologische Erkrankung?
18.01.2007
Bei mir ist eine Fingergelenkspolyarthrose diagnostiziert (betroffen sind die Endgelenke aller Finger, sowie die Daumengrund-, mittel- und Endgelenke), ausserdem eine Akroosteolyse an beiden Zehen. Hinzu kommen Schuppenflechtesymptome an den Nägeln (Hände und Füsse) sowie in Pickelform am Körper verteilt. Darüber hinaus ist ein Fibromyalgiesyndrom festgestellt. Im Blut finden sich keine Rheumaindikatoren, ein Szintigramm verlief auch ohne Ergebnis. Mehrere Rheumatologen, die ich aufgesucht habe, kamen zu dem Ergebnis, dass bei mir keine entzündliche Erkrankung vorliegt. Ich habe daran erhebliche Zweifel, denn meine Schmerzen treten vor allen Dingen nachts bzw. morgens auf und werden durch Bewegung besser. Ausserdem bleiben die Finger morgens sehr lange steif bzw. an manchen Tagen geht die Steifheit überhaupt nicht weg. Welche diagnostischen Möglichkeiten gibt es für mich noch?
Antwort:
Eine wichtige Frage wäre, ob wirklich eine Schuppenflechte (Psoriasis) besteht. Wenn ja, wäre es durchaus möglich, dass Sie an einer Psoriasiarthritis leiden, die die Fingerendgelenke betreffen kann. Dazu würde auch passen, dass die Schmerzen v.a. am morgen und nachts vorhanden sind und bei Bewegung eher bessern. Die Szintigraphie muss nicht immer positiv sein in diesen Fällen. Ich würde Ihnen eine nochmalige rheumatologische Untersuchung empfehlen, bei der nach weiteren Zeichen für eine Psoriasisarthritis gesucht werden sollte. Im Zweifel kann eine Ultraschalluntersuchung der Gelenke oder eine Magnetresonanztomographie helfen, eine Gelenksentzündung nachzuweisen.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Plaquenil und Malaria-Prophylaxe
20.12.2006
Eine jetzt 51-jährige Patientin erhält erfolgreich Plaquenil bei "Recidivierenden Arthralgien unklarer Zuordnung", RF, ANA und anti-native-DNS positiv, ohne palpable Synovitiden. Sie geht für 1 Monat in den Süden Afrikas und braucht eine Malaria-Prophylaxe. Muss die Patientin in dieser Zeit Plaquenil 2 x 200 mg/die weiterhin einnehmen?
Antwort:
Die Frage, ob Plaquenil weiter eingenommen werden soll, hängt davon ab, was für ein Medikament zur Malaria-Prophylaxe eingenommen werden muss. Handelt es sich um Chloroquin, kann Plaquenil gestoppt werden, ebenso bei Mefloquin, das nicht mit Plaquenil kombiniert werden sollte. Bei anderen Medikamenten, z.B. Riamet oder Malarone, wäre keine prophylaktische Wirkung gegen Lupusschübe zu erwarten, so dass die Weiterführung der Therapie mit Plaquenil empfehlenswert wäre. Bei Risiko einer Interaktion, z.B. bei Riamet, könnte die Plaqueniltherapie aber auch für die Reisezeit unterbrochen werden, zumal im geschilderten Fall die Plaqueniltherapie nicht eine zwingende Indikation hat.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Fall für den Rheumatologen?
20.12.2006
Eine 60-jährige Patientin, die seit 2002 eine IV-Rente wegen diffusen muskuloskelettalen Beschwerden hat, stellt sich erneut mit Schmerzen in beiden Händen (radiologisch unauffällig), aber auch in anderen Gelenken und Körperstellen vor, hat eine Osteopenie in der DEXA 2005. Im Labor zeigt sich nun eine Senkung von 38, CRP ist normal, CCP 30.
Ist das ein Fall für den Rheumatologen? Ist eine RA denkbar? Muss eine Basistherapie in Betracht gezogen werden?
Antwort:
Schmerzen in den Händen könnten zwar im Rahmen eines Weichteilschmerzsyndromes auch vorkommen, die erhöhte Blutsenkung und ein erhöhter anti-CCP-Titer sind jedoch hinweisend auf eine mögliche entzündliche Ursache. Insbesondere die anti-CCP-AK, die relativ spezifisch für eine RA sind, rechtfertigen wohl eine rheumatologisch-spezialärztliche Untersuchung. Dabei muss die Gelenksentzündung objektiviert werden. Der Beginn einer anti-entzündlichen Basistherapie ohne den klaren Nachweis von Arthritiden (und ohne Diagnose) ist meines Erachtens nicht angebracht.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Taubheitsgefühl in den Fingern
05.12.2006
Ich bin vor 3 Monaten morgens mit dicken Händen und ein wenig Schmerzen (wie bei einer Sehnenscheidenentzündung) munter geworden. Kurze Zeit danach schwollen auch meine Knie und Knöchel an. Nach vielen Arztbesuchen und keinerlei Anhaltspunkte durch Blutuntersuchungen wurde mir vor 3 Wochen Psoriasis-Arthritis (mit vielen Fragezeichen) diagnostiziert. Vor 3 Monaten hatte ich weder steife Hände noch Schmerzen, nun stellen sich zwischenzeitlich ein wenig Morgensteifigkeit sowie Rückenschmerzen und ein Taubheitsgefühl in den Fingern ein. Seit 2 Wochen nehme ich das Medikament MTX ein. Eine Wirkungsweise hat sich noch nicht eingestellt. Was kann ich tun um das Taubheitsgefühl von den Fingern wegzubekommen?
Antwort:
Sie schildern Zeichen einer entzündlichen Erkrankung der Gelenke. Dazu passen Schmerzen, Schwellungen der Gelenke und Morgensteifigkeit. Es gibt verschiedene entzündliche Gelenkserkrankungen. Die Psoriasisarthritis ist eine von ihnen. Ob eine solche vorliegt, muss in einer rheumatologischen Untersuchung bestimmt werden. Sie schreiben nicht, ob eine Hautpsoriasis vorliegt. Wenn ja, wäre eine Psoriasisarthritis gut möglich. Auch ohne Hauterscheinungen ist eine Psoriasisarthritis aber möglich, da in einem Teil der Fälle die Hautveränderungen erst später auftreten. Die Gefühlsstörungen in den Fingern könnten durch die Gelenkschwellungen bedingt sein. Insbesondere bei Handgelenksschwellungen kann es zu einem Karpaltunnelsyndrom kommen mit Schmerzen und Gefühlsstörungen in den Fingern. Auch dies müsste spezialärztlich untersucht werden. Hier könnten Spritzen mit Kortison ins Handgelenk oder evtl. direkt in den Karpaltunnel eine rasche Besserung der Beschwerden erreichen. Methotrexat ist ein gutes Medikament bei einer Psoriasisarthritis. Allerdings tritt die Wirkung verzögert ein. Um die Wirkung wirklich beurteilen zu können, sollten Sie Methotrexat 3 Monate lang einnehmen. Zusammen mit Ihrem Rheumatologen sollten Sie dann besprechen ob die Wirkung gut genug ist oder ob die Behandlung intensiviert werden muss.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Einfluss von Geschlechtshormonen auf entzündlich-rheumatische Erkrankungen
29.11.2006
Kann die hormonelle Abänderung eine Form von Rheuma-ähnlichen Schüben auslösen? Ich weiblich, 40 Jahre, 172 cm, 56 kg, Mutter von 3 Kindern und sehr viel Bewegung (reiten, Stallarbeit, Hundesport), leide seit einiger Zeit an unbestimmten Gelenksschmerzen, welche meistens vor der Menstruation verstärkt auftreten. Dies v.a. in den Händen (Fingergrundgelenke, Mittelhand, Handwurzelknochen) und Füssen v.a. morgens beim aufstehen, als hätte ich Kilometer-Märsche hinter mir. Am ganzen Körper knackt und "chrosets". Dieses Mal war es besonders stark. Ich habe an der rechten Hand zwei kleine "Knuppel", kleiner Finger, Hand Innenseite, Grundgelenk und Mittelfinger 2 Gelenke, welche bei "Schüben" gereizt sind. Der Hausarzt hat die Serologie abgenommen, diese war jedoch negativ und die BSR war ebenfalls ok. Verordnet hat er Irfen 600 2x1, welches ich nach Bedarf nehmen kann. Ich hatte jeweils nach den Geburten ähnliche Beschwerden, v.a. nach dem dritten Kind, als ich 5 Monate in der SS liegen musste. Auch diese Serologie war unauffällig.
Momentan nehme ich Prefemin und bin in homöopathischer Behandlung, da ich bereits in die Wechseljahre komme.
Ich bin unsicher, ob ich mich trotzdem rheumatologisch abklären lassen soll?
Antwort:
Der Einfluss von Geschlechtshormonen auf entzündlich rheumatische Erkrankungen ist gut bekannt. Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis wird meist während Schwangerschaften eine Rückbildung der Entzündung beobachtet.
Die Hormonschwankungen während des Menstruationszyklus sollten allerdings keinen Einfluss auf die Gelenkssymptome haben. Der Eintritt in die Menopause geschieht in der Regel in einem Alter, in dem auch die häufigsten Neuerkrankungen mit Rheumatoider Arthritis auftreten. Ob hier sinkende Hormonspiegel eine Rolle spielen, ist allerdings nicht ganz klar.
In Ihrer konkreten Situation empfiehlt sich eine rheumatologische Untersuchung, in der geklärt werden muss, ob eine entzündlich rheumatische Erkrankung, z.B. eine rheumatoide Arthritis, vorliegt oder ob die Beschwerden eher einer beginnenden Arthrose entsprechen. Entsprechend müsste dann die für Sie optimale Therapie ausgewählt werden.
PD Dr. med. D. Kyburz |
Frage:
Fussverstauchung
29.11.2006
Ich habe meinen Fuss übertreten und der Arzt stellte auf dem Röntgenbild einen Knorpellappen fest, der sich lösen könnte und dann eine Osteochondrosis dissecans besteht. Besteht zwischen dem Sturz und der Gelenksmaus ein Zusammenhang? Wie sieht die Therapie aus?
Ich hatte bereits ein MRI, muss aber noch das Gespräch mit dem Hausarzt abwarten. Kann ich später weiterhin Nordic Walking betreiben?
Antwort:
Durch den Unfallmechanismus des Uebertretens kann eine Knorpelläsion verursacht werden. Der Befund ist im MRI am besten sichtbar. Die Therapie richtet sich nach den Symptomen und den Befunden bei der klinischen Untersuchung und des MRI.
Dr. med. P. Brühlmann |
Frage:
Impfung bei R.A.
18.10.2006
Es geht um eine 36-jährige Patientin mit seropositiver Rheumatoiden Arthritis und derzeit stabilem Krankheitsverlauf unter Kombinationstherapie mit Humira 40 mg/14d (seit ca. 9 Monaten), Methotrexat 15mg/ Woche (seit ca. 2 Jahren) und Prednisolon 5 mg/d.
Nun meine Fragen:
1. Geplant ist eine Grippe-Impfung (Influenza). Ist mit einer ausreichenden Impfantwort zu rechnen oder mit einem R.A.-Schub? Oder etwa mit einer Impfreaktion (wie Grippe)?
2. Ist eine Pneumokokken- oder auch Meningokokken-Impfung bei erhöhter Infektionsgefahr ratsam? Ist mit einer Impfantwort zu rechnen?
3. Die Patientin plant eine Afrika-Reise nach Kenia und Mosambique (nicht organisiert, Rucksack-Touristin, Kontakt zu Einheimischen, einfache Hotels) für Dezember 2006 oder Januar 2007 (4 Wochen). Das Tropeninstitut empfiehlt neben Auffrischungen unter anderem Impfungen gegen Gelbfieber (Lebend-Impfung!), Hepatitis A, Hepatitis B und Meningokokken. Bestehen abgesehen von der (eigentlich) kontraindizierten Gelbfieber-Impfung bei den übrigen Impfungen schwere Bedenken bezüglich Impfantwort und Impfreaktionen?
Antwort:
Grundsätzlich sind Lebendimpfstoffe kontraindiziert (wie Sie selber schreiben, wäre also eine Gelbfieberimpfung kontraindiziert). Die übrigen Impfungen sind möglich, insbesondere eine Grippeimpfung, die wir allen unseren Patienten empfehlen. Neuere Daten zeigen, dass die Impfantwort bei mit TNF-Blockern behandelten Patienten für Influenza und Pneumokokken nicht signifikant vermindert ist im Vergleich zu Kontrollen. In einer Studie zu Pneumokokkenimpfung wurde jedoch unter MTX eine verminderte Impfantwort festgestellt. Somit können sowohl Influenza wie auch Pneumokokkenimpfungen empfohlen werden. Idealerweise sollte die Pneumokokkenimpfung noch vor Beginn der TNF-Blockertherapie erfolgen. Ein RA-Schub ist aufgrund der Impfung nicht zu erwarten. Die Impfstoffe für Hepatitis A und B sowie Meningokokken sind ebenfalls inaktivierte Impfstoffe und somit nicht kontraindiziert. Die Impfantwort ist möglicherweise vermindert unter der Therapie mit TNF-Blockern, allerdings ist die Datenlage hierzu ungenügend. Die Messung der Antikörpertiter kann einen Hinweis darauf geben, ob der Impferfolg gut ist oder ob zusätzlich zum üblichen Schema weitere Auffrischimpfungen gegeben werden sollten.
PD Dr. med. Diego Kyburz |
Frage:
Chandroitinsulfat bei Arthrose
18.10.2006
Ich war am Schmerzkongress in Nottwil und habe dort von dem Medikament "Chondroitinsulfat" gehört, welches zurzeit in der Schweiz noch nicht erhältlich ist. Bei der Suche im Internet bin ich auf eine Seite gestossen, welche das Chondroitinsulfat anbietet, jedoch nicht, wie am Kongress erwähnt, aus Fischknorpel, sondern mit Rinderknorpel hergestellt ist. Kann ich dieses Produkt auch als Prophylaxe bei Arthrose anwenden oder ist davon abzuraten?
Antwort:
Das Chondroitinsulphat ist schon seit mehreren Jahren in der Schweiz erhältlich unter dem Namen von Condrosulf® (Dosierung 800 mg pro Tag, kassenzulässig). Die meisten Studien sind mit diesem Präparat durchgeführt worden, so dass das Referat in Nottwil sich wahrscheinlich auf dieses Präparat bezogen hat. Tatsächlich wird Condrosulf® aus Fischknorpel hergestellt.
Zu Ihrer Frage wegen Prophylaxe der Arthrose: Diesbezüglich wurde bisher keine Studie durchgeführt. Stellt man sich aber vor, dass der Knorpel umso besser erhalten wird, je mehr noch vorhanden ist, so dürfte wohl auch eine prophylaktische Wirkung bei entsprechender Risikolage für Arthrose möglich sein. Letzteres ist jedoch nicht bewiesen.
Prof. Dr. B. A. Michel |
Frage:
Polymyaliga rheumatica und Prednison-Therapie
18.10.2006
Bei meiner 77-jährigen Mutter wurde Anfang dieses Jahres eine Polymyalgia rheumatica diagnostiziert, wenn auch mit einem nicht ganz klaren Krankheitsbild. Unter der Prednison-Therapie leidet sie sehr stark an unerwünschten Nebenwirkungen: Muskelschwäche in den Beinen, Brennen im Mund, Gewichtszunahme. Zeitgleich sind Atembeschwerden aufgetreten, die auf eine schon lange vorhandene, aber erst jetzt erkannte Herzinsuffizienz zurückgeführt werden. Mir scheint es aber seltsam, dass sich diese Atembeschwerden zeitgleich mit der medizinischen Behandlung des Rheumas bemerkbar machten. Kann ein Zusammenhang mit der rheumatischen Erkrankung resp. mit deren Behandlung durch Prednisol bestehen?
Antwort:
Es ist unwahrscheinlich, dass die Herzinsuffizienz im Rahmen der Prednisontherapie aufgetreten ist. Ein Zusammenhang damit wäre allerdings denkbar, wenn sich unter Prednison ein erhöhter arterieller Blutdruck eingestellt hätte, welcher seinerseits zu einer Herzinsuffizienz führen kann bzw. eine solche verstärken kann. Mit der von Ihnen bezeichneten Grunderkrankung hängt die Herzinsuffizienz direkt wohl nicht zusammen. Die Situation müsste aber insgesamt eingehend abgeklärt werden.
Prof. Dr. B. A. Michel |
Frage:
Geschwollene Finger und Füsse, Kribbeln und Taubheitsgefühl
18.10.2006
Ich habe seit Wochen am Morgen geschwollene Finger und Füsse beim Erwachen. Dies bildet sich im Laufe der ersten Stunde zurück, kommt aber im Laufe des Tages in Schüben wieder. Dazu verspüre ich ein Kribbeln und Taubheitsgefühle. Ich habe auch starke Schmerzen im Rücken, besonders wenn ich mich vom Stuhl erhebe oder aus dem Auto steige. Ich fühle mich wie ein Holzklotz, unbeweglich. Wenn ich wieder in Schuss bin, geht es dann wieder. Die Gelenke oder Weichteile können in Schüben schmerzen. Was könnte das sein? Ich habe Voltaren Dolo (kaum Linderung), Gelenkpomaden und Patch (kaum Linderung), Wärmekissen (etwas besser während der Benutzung) und seit 10 Tagen Vitamin B12 mit Magnesium (keine oder noch keine Besserung) ausprobiert. Ich bin weiblich, 52 Jahre alt, 160 cm / 55 kg, Herzinfarkt vor 3 Jahren, keine Herz- oder Rheumakrankheiten in der Familie, Raucherin (plus 20 Stk.), mache 2x Wassergymnastik pro Woche, nehme jeden Tag Aspirin Cardio, Dilatrend und Reniten mite, Lescol wurde vor 3 Wochen abgesetzt, weil es vielleicht eine späte Nebenwirkung hätte sein können, es hat sich aber nichts geändert. Nun spricht mein Arzt von Stress? Nur für mich bringt dies keine Linderung. Er hat auch nichts Neues oder Anderes vorgeschlagen und ich war verärgert über so wenig Verständnis. Ich habe keine Sorgen und fühle mich auch nicht gestresst. Kann das Rheuma sein, was soll ich tun, wo soll ich vorsprechen? Bitte geben Sie mir einen Rat.
Antwort:
Ihre Beschwerden sollten von einem Rheumatologen abgeklärt werden. Es kann sich um verschiedene Erkrankungen, aber auch um Symptome einer Erkrankung handeln. Gerne übernehmen wir diese Abklärung, sollten Sie das wünschen. Bitten Sie doch in diesem Fall Ihren Hausarzt um eine Überweisung und die Mitgabe aller bisherigen Befunde (Labor, Röntgen etc.).
PD Dr. med. H. Sprott |
Frage:
Nordic-Walking und Gonarthrose
18.10.2006
Ist Nordic-Walking bei einer Gonarthrose zu empfehlen oder eher schädlich für die Gelenke?
Antwort:
Nordic Walking kann, wie auch andere Formen von Bewegung resp. körperlicher Aktivität, prinzipiell empfohlen werden bei Gonarthrose. Eine Arthrose wird durch regelmässiges Bewegen nicht verschlimmert, zusätzlich kann damit die Muskulatur gestärkt werden. Achten Sie darauf, Schuhe zu tragen, die eine gut dämpfende Sohle haben. Wenn Ruheschmerzen im Knie oder eine Schwellung im Gelenksbereich auftreten, sollten Sie die Belastung reduzieren und auf Nordic Walking verzichten?
PD Dr. med. D. Kyburz |