Formal ist die ICF Core Set Entwicklung beim neu etablierten ICF Research Branch des WHO Collaborating Center for the Family of International Classifications (DIM-DI), Germany angesiedelt.
Das ICF Core Set Projekt hat in erster Linie das Ziel, die ICF für die klinische Praxis anwendbar zu machen. Die Grundidee ist, dass aus dem ganzen Spektrum der Klassifikation für eine bestimmte Patientengruppe nur eine limitierte Anzahl Kategorien überhaupt relevant, respektive anwendbar sind.
Eine definierte relativ kleine Zahl von Kategorien genügt um beispielsweise eine Patientenpopulation für klinische Studien interpretierbar und vergleichbar zu beschreiben. Diese Kurzversion der ICF oder ICF Core Set short version ist potentiell auch im Rahmen einer klinischen Untersuchung als kurze Checkliste geeignet.
Die ICF Core Set long version umfasst hingegen eine deutlich längere Liste, welche die wichtigsten Kategorien beispielsweise im Rahmen eines multidisziplinären Rehabilitationsassessments oder einer sozialmedizinischen Begutachtung beinhalten soll.
Zur Zeit werden ICF Core Sets für 12 chronische Krankheiten mit einem hohen «Burden of Disease» sowie ICF Core Sets für das Akutkrankenhaus (inklusive Geriatrie) entwickelt.
Die ICF Core Sets wurden dabei auf der Basis von empirischen Vorarbeiten (Delphi-Prozedere mit Experten, Systematic Review der Outcomes in randomisierten Studien, empirische Datenerhebung mit Patienten) in internationalen Konsensuskonferenzen definiert und werden nun in den nächsten Jahren in verschiedenen Settings, bei verschiedenen Patienten-Subsets und in verschiedenen Ländern und Regionen der Welt getestet und validiert.
Auf der Basis der ICF Core Sets wird auch geprüft, ob es möglich ist, mit Hilfe von RASCH- Analysen Scores zur Quantifizierung der funktionalen Gesundheit zu definieren.