Neue Studien

Golimumab, ein neuer TNF-Blocker für die Behandlung der RA

Golimumab, a New Human Anti-Tumor Necrosis Factor α Antibody, Administered Intravenously in Patients With Active Rheumatoid Arthritis

Kremer J. et al. Arthitis & Rheumatism; Vol. 62: Nr. 4; 917-928; DOI 10.1002/art27348:

Hintergrund
Evaluation der Wirksamkeit und Sicherheit der intravenösen Gabe von Golimumab bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA).

Methodik
Behandlung von RA-Patienten mit persistierender Aktivität der Er-krankung trotz Methotrexat in einer Dosierung von 15-25 mg pro Wo-che. Randomisierung in 5 Arme: 1 (Placebo i.v. + MTX), 2 (Golimumab i.v. 2 mg/kg ohne MTX), 3 (mit MTX), 4 (Golimumab 4 mg/kg ohne MTX) und 5 (mit MTX). Golimumab wurde alle 12 Wochen verabreicht. Primä-rer Outcome-Parameter war 50%-iges Ansprechen (ACR50) nach 14 Wo-chen.

Resultate
Das primäre Studienziel wurde nach 4 Wochen nicht erreicht (ACR50 in 21% der Patienten mit Golimumab + MTX gegenüber 13% der Patienten unter Placebo + MTX (P= 0,051)). Zu späteren Zeitpunkten konnte eine signifikante Wirkung von Golimumab in der Kombination mit Methotre-xat gegenüber den Placebo-Gruppen erreicht werden. Differenzen zwi-schen Golimumab Monotherapie und Methotrexatmonotherapie waren nicht signifikant sowohl nach 14 wie nach 24 Wochen. Ernsthafte Infektio-nen traten zweimal so häufig in der Golimumab- wie in der Placebo-gruppe auf. Zwei Fälle einer TBC waren darin eingeschlossen, welche zu Studienbeginn ein negatives TBC-Screenig hatten.

Schlussfolgerung
Der primäre Endpunkt einer ACR50-Antwort nach 14 Wochen wurde nicht erreicht. Über einen längeren Zeitabschnitt allerdings war die Be-handlung mit Golimumab + MTX der Behandlung Placebo mit MTX überle-gen. Nebenwirkungen traten im erwarteten Rahmen auf.

Kommentar
Eine frühere Studie von Keystone et al. (Ann Rheum Dis 2009;68:789-796) konnte für Golimumab eine signifikante Wirkung mit einer monat-lichen subkutanen Injektion nachweisen gegenüber einer Methotrexat-monotherapie. Die vorliegende Studie wählte eine Infusionsbehandlung mit Applikation nur alle 3 Monate. Tatsächlich lagen denn auch die gemessenen Blutspiegel von Golimumab unter den erwarteten effizien-ten Spiegeln. Offensichtlich wurde der Dosierungsbedarf unter-schätzt. Dies scheint sich insbesondere ausgewirkt zu haben, als das Ziel einer 50%-igen ACR-Verbesserung recht hoch gesteckt ist.

Immerhin konnte die Kombinationstherapie mit Golimumab und Methotre-xat gegenüber einer reinen Monotherapie mit Methotrexat in länger-fristigen Verlauf signifikante Wirksamkeiten ausweisen. Das Haupt-problem der vorliegenden Studie indessen ist die Dosierung. Tatsäch-lich laufen gegenwärtig Studien mit Infusionstherapien in anderer Dosierung und anderen Applikationsintervallen. Bevor über eine Infu-sionstherapie mit Golimumab wesentliches ausgesagt werden kann, müs-sen diese Studien abgewartet werden.

Beat A. Michel, Zürich

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