Management of non-response to rituximab in rheumatoid ar-thritis: predictors and outcome of retreatment
Vital EM et al. Arthritis Rheum.
Online: doi:10.1002/art.27359
Studienziel
Nicht alle RA-Patienten sprechen auf Rituximab in einem ersten Zyklus an. Meist haben solche Patienten noch 2 Wochen nach Infusion eine persistierend hohe B-Zell-Zahl im Blut. Die vorliegende Studie evaluierte, ob sich eine Weiterbehandlung nach initialem Versagen auf Rituximab lohnt.
Methodik
Von 158 RA-Patienten, behandelt mit einem ersten Zyklus Rituximab (2 x 1g), zeigten sich 38 resistent. 25 von diesen wurden mit einem zweiten Zyklus Rituximab mindestens 6 Monate nach dem ersten Zyklus behandelt. Bei ihnen wurde die B-Zell-Zahl im Blut bestimmt.
Resultate
Bei den Patienten ohne Ansprechen auf den ersten Zyklus Rituximab zeigte sich eine erhöhte Anzahl der Plasmazellvorstufen im Blut gegenüber jenen Patienten, welche auf die Therapie ansprachen. Von diesen resistenten Patienten zeigten nur gerade 12% eine komplette Depletion der B-Zellen (im Vergleich zu 38% der Responder). Nach einem zweiten Zyklus Rituximab zeigten 38% der anfänglich resistenten Patienten eine komplette Depletion an B-Zellen. 72% der anfänglichen Non-Responder zeigten in der Folge nach zweiter Behandlung ein klinisches Ansprechen, gemessen nach EULAR-Response-Kriterien.
Schlussfolgerung
RA-Patienten, welche in einem ersten Zyklus Rituximab nicht auf die Therapie ansprechen, haben höhere persistierende Vorstufen der Plasmazellen im Blut und zeigen eine inkomplete Depletion. Mit einem 2. Stoss Rituximab kann die Depletion verbessert und das klinische Ansprechen in der Mehrzahl der Fälle erreicht werden.
Fazit
Oft wird Rituximab als letzte Alternative der Biologika eingesetzt. Gerade in dieser Situation stellt das Nichtansprechen auf die Therapie Probleme. Die vorliegende Studie zeigt, dass der Versuch eines zweiten Behandlungszyklus mit Rituximab sich durchaus lohnt, indem die Mehrzahl der nach dem ersten Stoss persistenten Fälle in der Folge klinisch ansprechen. Dies ist umso wichtiger, als in solchen Stadien oft nicht mehr viele Alternativen zur Verfügung stehen. Die Studie weist zudem darauf hin, dass möglicherweise die gegenwärtige Dosierung nicht in allen Fällen eine genügende Depletion erzielt und deshalb das klinische Ansprechen in diesen Situationen auf sich warten lässt.
Beat A. Michel, Zürich