Neue Studien

Sicherheit von Rituximab in der Langzeitapplikation

Longterm Safety of Patients Receiving Rituximab in Rheumatoid Arthritis Clinical Trials
R. Vollenhoven et al. J of Rheumatol 2010; 37:3;
Online: doi:10.3899/jrheum.090856

Studienziel
Evaluation der Langzeitsicherheit von Rituximab aus klinischen Studien bei Patienten mit rheumatoider Arthritis (RA).

Methodik
Die Sicherheitsdaten aus mehreren klinischen Studien wurden zusammengeführt und analysiert. Die klinischen Studien betrafen Patienten mit rheumatoider Arthritis, welche mit der Kombination Rituximab und Methotrexat behandelt wurden.

Resultate
Insgesamt erhielten 2578 Patienten mit RA mindestens einen Zyklus Rituximab. Die Sicherheitsdaten basierten auf der Analyse von 5013 Patienten-Jahre unter Exposition von Rituximab. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen infusionsassoziierte Reaktionen (25% der Patienten anlässlich der ersten Infusion). Von diesen Infusionsreaktionen war weniger als 1% ernsthaft. Das Auftreten von unerwünschten Wirkungen inklusive ernsthaften Nebenwirkungen blieb über die verabreichten Zyklen stabil (Anzahl der unerwünschten Wirkungen 17, 9 pro 100 Patienten-Jahre). Ernsthafte Infekte traten während 100 Patien-ten-Jahren 4,3 Mal auf. Die Inzidenz dieser Infekte blieb über die Langzeittherapie mit Rituximab stabil (4-6 Ereignisse pro 100 Patienten-Jahre über 5 Behandlungszyklen). Malignome wurden nicht häufiger gefunden als in der Vergleichsbevölkerung.

Schlussfolgerung
Wiederholte Behandlungszyklen mit Rituximab zeigen keine Veränderung des Sicherheitsprofils bei Patienten mit RA in Clinical Trials. Insbesondere blieb auch die Rate der auftretenden Infekte (inklusive schwere Infekte) stabil über die Behandlungsdauer.

Fazit
Diese Analyse der Sicherheitsdaten bei RA-Patienten unter Rituximab bestätigt das gute Sicherheitsprofil von Rituximab auch in der Langzeitapplikation. Analysiert wurde das Auftreten von Nebenwirkungen während 5 Behandlungszyklen. Zwar erhielten die Patienten aus den Clinical Trials bis zu 10 Behandlungszyklen, die Zahl dieser Länger-zeitbehandelten war jedoch zu klein, um schlüssige Folgerungen zu ziehen. Man beschränkte sich deshalb auf die Analyse über 5 Zyklen. Etwa 50% der Patienten erhielten vor Rituximab eine Behandlung mit TNF-Blockern, was auf einen eher schwereren Krankheitsverlauf der RA schliessen lässt.

Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen infusionsassoziierte Reaktionen, welche im Verlaufe der Behandlungszyklen sukzessive abnahmen. Bereits während des ersten Behandlungszyklus zeigte die erste Infusion deutlich mehr diesbezügliche Nebenwirkungen als die zweite. Die Daten von Rituximab lassen sich durchaus vergleichen mit jenen der TNF-Blocker in der Langzeitapplikation (Etanercept zeigte eine Rate von schweren Infektionen von 4,2 pro 100 Patienten-Jahre über 8 Jahre; Adalimumab 5,1 und Abatacept eine Rate von 4,2 bis 5,3 in der Langzeitanalyse).

Obwohl die IgM-Werte mit fortgesetzter Behandlung leicht abnahmen, war dies nicht verbunden mit einer erhöhten Infektrate. In der Diskussion beschreiben die Autoren einen leichteren Abfall von IgG und IgA, wobei jene Patienten, welche tiefe IgG-Spiegel aufwiesen, einen nicht signifikanten Trend für eine erhöhte Infektrate zeigten. Von daher ist es sinnvoll, insbesondere bei älteren Leuten den IgG-Wert bei längerdauernder Therapie mit Rituximab zu kontrollieren.

Insgesamt lassen die vorliegenden Daten auf ein gutes Sicherheitsprofil von Rituximab in der Langzeitanwendung bei Patienten mit RA schliessen.

Beat A. Michel, Zürich

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