Addition of infliximab compared with addition of sulfasalazine and hydroxychloroquine to methotr-exate in patients with early rheumatoid arthritis (Swefot trial): 1-year results of a randomised trial
R F von Vollenhoven et al. Lancet 2009;374:459-466
Hintergrund
Gute Strategien für die Frühbehandlung der rheumatoiden Arthritis sind gesucht. Diese Stu-die untersuchte die Ergänzung einer Methotrexat-Basistherapie durch Infliximab im Ver-gleich zu Sulfasalazin und Hydroxychloroquin bei früher RA.
Methodik
Randomisierte Studie, 15 Zentren in Schweden. Krankheitsdauer < 1 Jahr, Einschluss von konsekutiven Patienten mit RA, behandelt mit Methotrexat (bis zu 20 mg pro Woche). 3-4 Monaten Randomisierung bei Nichterreichen einer tiefen Krankheitsaktivität entweder zur Gruppe mit Infliximab oder Sulfasalazin in Kombination mit Hydroxychloroquin. Primärer Ausgang war ein gutes Ansprechen entsprechend der EULAR-Kriterien nach 12 Monaten. Intention to treat Analyse. Von 487 Patienten erreichten 258 nach 3-4 Monaten keine niedrige Krankheitsaktivität. 130 erhielten deshalb Sulfasalazin und Hydroxychloroquin, während 128 Infliximab verabreicht wurde. Von den 130 Patienten der ersten Gruppe erreichten 32 einen primären Outcome im Vergleich zu 50 von insgesamt 128 Patienten in der Infliximab-Gruppe (p=0.016). Unerwartete Nebenwirkungen traten keine auf.
Schlussfolgerung
Bei Patienten mit früher RA, bei welchen Methotrexat ungenügend wirkt, ist die Ergänzung durch einen Tumornekrosefaktor (Infliximab) wirksamer als die Ergänzung durch Sulfasalazin in Kombination mit Hydroxychloroquin.
Kommentar
Die Kombination Methotrexat und Sulfasalazin ist die am meisten angewandte traditionelle Kombinationsbasistherapie bei RA. Die vorliegende Studie zeigt, dass insgesamt das klini-sche Ansprechen bei Ergänzung einer ungenügend wirkenden Methotrexattherapie durch einen TNF-Blocker der Ergänzung durch Sulfasalazin und Hydroxychloroquin überlegen ist. Dabei wurde Sulfasalazin in voller Dosierung gegeben (2x1 Gramm täglich) ebenso wie Hy-droxychloroquin (400 mg täglich), während Infliximab in einer Dosierung von 3 mg/kg Kör-pergewicht in üblichen Applikationsintervallen (nach Einleitung alle 8 Wochen) verabreicht wurde. Ob sich diese klinische Überlegenheit auch in einer Langzeitwirkung betreffend ra-diologisch erkennbarer Destruktion auswirkt, ist unbekannt. Die Autoren beschreiben in der Diskussion zu Recht, dass trotz dieses positiven Resultates zugunsten des TNF-Blockers die traditionelle Kombination von Methotrexat mit Sulfasalazin (und Hydroxychloroquin) ebenfalls Beachtung verdient. Da immer mehr bereits zu Beginn eine Kombination von Me-thotrexat mit Sulfasalazin eingesetzt wird, ist jedoch als nächster Schritt ein TNF-Blocker nur die logische Konsequenz.
Beat A. Michel, Zürich