Adalimumab safety and mortality rates from global clinical trials of six immune-mediated inflammatory diseases
Burmester GR, Mease P, Dijkmans BAC, et al. Ann
Rheum Dis. 2009; doi: 10.1136/ard 2008.102103
Hintergrund
Adalimumab, der erste vollhumane mononukleäre Antikörper gegen TNF alpha wird seit 1997 bei Patienten mit verschiedenen Autoimmunerkrankungen eingesetzt. Eine der wichtigsten Fragen bei TNF-Blockade richtet sich nach der Sicherheit in der Langzeitanwendung. Die vorliegende Arbeit untersuchte die Sicherheitsdaten von Adalimumab-Studien über die letzten zehn Jahre.
Methodik
Die vorliegende Analyse erfasste 36 klinische Studien mit Teilnahme von über 19’000 Patienten über einen Zeitraum von zehn Jahren. Die Studien wurden bei sechs entzündlichen Immunerkrankungen durchgeführt (die Mehrheit bei Rheumatoider Arthritis, wenige Studien aber auch bei Psoriasisarthritis, ankylosierender Spondylitis, Morbus Crohn, Psoriasis sowie juveniler Arthritis). Berücksichtigt wurden randomisierte kontrollierte Studien, offene sowie Langzeitstudien. Besonders berücksichtigt wurden schwere unerwünschte Nebenwirkungen wie Infektionen, insbesondere Tuberkulose und opportunistische Infektionen, Malignome, dabei auch Lymphome und nicht-melanozytäre Hautkarzinome.
Resultate
Die Adalimumab-Exposition betrug insgesamt über 25’000 Patientenjahre. Das Profil der Nebenwirkungen blieb über den Zeitraum von zehn Jahren unverändert. Dies betraf sowohl Infekte inklusive Tuberkulosen, demyelisierende Erkrankungen sowie Lupus-ähnliche Syndrome. Bei RA betrug die Häufigkeit von schwerwiegenden Infektionen unter Adalimumab 4,65/100 Patientenjahre, wobei diese in einem früheren RA-Stadium seltener auftraten, als bei Patienten mit bereits länger dauernder RA (2,67 vs. 4,91/100 Patientenjahre). Demyelisierende Erkrankungen wie auch Lupus-ähnliche Syndrome (kein einziger Fall mit Nephritis) blieben während der ganzen Beobachtungsdauer sehr selten. Für Malignome zeigte sich zu keinem Zeitpunkt eine erhöhte Inzidenzrate. Bei Patienten mit RA traten signifikant mehr Lymphome auf, als dies für die Gesamtpopulation zu erwarten war, wobei die Inzidenz im frühen Stadium 0,09/100 Patientenjahre im Vergleich zur späteren RA mit 0,12/100 Patientenjahre betrug. Diesbezüglich ist bekannt, dass Lymphome bei rheumatoider Arthritis häufiger als in der Gesamtpopulation auftreten (zweifach erhöhtes Risiko unabhängig von der Therapie). Hauttumore (nicht Melanome) zeigten ein gleiches bis allenfalls leicht erhöhtes Risiko unter Adalimumab im Vergleich zur Gesamtbevölkerung (abhängig von der ausgewählten Referenzdatenbank). Die meisten unerwünschten Ereignisse traten bei den übrigen Autoimmunerkrankungen seltener als bei RA auf mit Ausnahme von schwerwiegenden Infektionen bei Morbus Crohn, wobei es sich hier vorwiegend um Abszesse handelte. Die Mortalität zeigte sich als gleich bis eher vermindert unter Adalimumab im Vergleich mit Statistiken aus der Gesamtbevölkerung.
Konklusion
Adalimumab zeigt über zehn Jahre ein ähnliches Profil der Nebenwirkungen wie in den ersten Jahren der Anwendung. Insgesamt sind keine unerwarteten bzw. unerwartet hohen Nebenwirkungen nach längerer Applikationsdauer aufgetreten. Die vorliegenden Daten bestätigen ein stabiles Sicherheitsprofil von Adalimumab über einen Zeitraum von zehn Jahren, wobei dies für alle untersuchten sechs Autoimmunerkrankungen gilt.
Fazit
Die vorliegenden Daten beweisen die Stabilität der unerwünschten Nebenwirkungen unter Adalimumab, wobei die Berechnungen auf einer Erfahrungsbasis von über zehn Jahren mit insgesamt 25’000 Patientenjahren beruhen. Diese umfassende Datenlage mit Bestätigung des stabilen Sicherheitsprofils trägt dazu bei, die Patienten über die Risiken einer Adalimumab-Therapie fundiert orientieren zu können.
Beat A. Michel