Neue Studien

Krankheit und Mortalität bei Antiphospholipidsyndrom

Morbidity and mortality in the antiphopholipid syndrome during a 5-year period: a multicentre prospective study of 1000 patients.
Cervera R et al. Ann Rheum Dis 2009; 68: 1428-1432. doi:10.1136/ard.2008.093179.

Ziel der Studie
Evaluation der hauptsächlichen Gründe für die Krankheitsauswirkungen und die Mortalität bei Patienten mit Antiphospholipidsyndrom (APS) während einer 5-Jahres Periode.

Methodik
Analyse der Daten von 1000 Patienten mit APS aus 13 europäischen Staaten mit Verlaufsuntersuchung von 1999-2004.

Resultate
Die häufigsten Krankheitsmanifestationen während der Beobachtungsphase nach Diagnose über 5 Jahre umfassten Thrombosen in 16,6%, Hirnschlag und transiente ischämische Attacken in insgesamt 4,7% sowie pulmonale Embolien in 2,1%. In der 5-Jahres-Periode starben 5,3% (53 Patienten), wobei Infekte den Hauptgrund darstellten mit 21%. An zweiter und dritter Stelle lagen Myokardinfarkt (19%) und Hirnschlag (13%). Aus den Daten liess sich kein voraussagendes Merkmal definieren für die hauptsächlichen und schwereren Ereignisse.

Schlussfolgerung
Patienten mit APS entwickeln immer noch eine beträchtliche Morbidität und Mortalität trotz Therapie mit oraler Antikoagulation, Thrombozytenhemmer oder beides.

Fazit
Erstaunlich ist die sehr hohe Mortalität aus kardiovaskulären Gründen (Myokardinfarkt und Hirnschlag). Es ist bekannt, dass bei Lupus und Antiphospholipidsyndrom besonders häufig eine Atherosklerose auftritt und zu einer beträchtlichen Morbidität und Mortalität führt. Bei Lupus-Patienten beträgt das alterskorrigierte Risiko für Herzinfarkt das 50-fache der Durchschnittsbevölkerung. Angesichts dieser Tatsachen ist es zwingend, entsprechende Patienten bezüglich kardiovaskulärem Risiko abzuklären und zu behandeln.

B. A. Michel, Zürich

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