Van Tuyl LHD, Lems WF, et al. Tight control and intensified COBRA combination therapy in early rheumatoid arthritis: 90% remission in a pilot trial. Ann Rheum Dis published online 14.07.2008 (doi: 10.1136/ard.2008.090712).
Hintergrund: Test einer Kombinationstherapie bei früher Rheumatoider Arthritis betreffend Krankheitsaktivität und Knorpelabbau.
Methodik: Kleine Pilotstudie mit 21 Patienten mit aktiver früher RA (mittlere Krankheitsdauer seit Diagnose 3 Monate), behandelt entsprechend dem COBRA-Schema mit Sulfasalazin (2 g pro Tag), Methotrexat (10 mg pro Woche), Hydroxychloroquin (400 mg pro Tag) sowie Prednison in absteigender Dosis (1. Woche 60 mg, 2. Woche 40 mg, 3. Woche 30 mg, 4. Woche 20 mg, 5. Woche 15 mg, 6. Woche 10 mg und danach 7,5 mg täglich). Therapieintensivierung war möglich nach 8 (Methotrexat) sowie 21 Wochen (Methotrexat bzw. Infliximab).
Resultate: Nach 40 Wochen waren 19 der 21 Patienten (90%) in Remission (definiert als DAS28 < 2,6). Der Marker für Knorpelabbau (CTX-II) konnte nur bei 50% der Patienten unter eine Zielvorgabe gesenkt werden. Nach 8 Wochen wurde entsprechend dem Protokoll Methotrexat bei 10 Patienten intensiviert, ab Woche 21 erhielten 6 Patienten zusätzlich Infliximab.
Schlussfolgerung: Die Autoren stellen fest, dass eine intensivierte und streng kontrollierte Kombinationstherapie bei früher RA einzigartig wirkt.
Fazit: Es handelt sich um eine kleine Studie. Trotzdem: Angesichts der bei Studieneintritt sehr hohen Krankheitsaktivität (DAS 5,3) sowie der positiven Rheumafaktoren und anti-CCP-Antikörper bei den meisten Patienten sowie Gelenkserosionen bei über 60% darf das Resultat als erstaunlich gewertet werden. Es zeigt, dass mit einer sehr intensiven Behandlung - und insbesondere mit zu Beginn hoch dosierten Glukokortikoiden - ein beachtliches Resultat erzielt werden kann.
Etwas verwirrlich ist die Aufteilung der Gruppen in eine Aktivitäts- sowie eine Knorpelabbaugruppe. Die Resultate des Knorpelabbaues sind mit Vorsicht aufzunehmen, erhielten doch unter anderem 8 der Patienten zusätzlich Biphosphonate. Ob sich durch diese intensive Therapie auch die radiologisch erkennbare Destruktion aufhalten lässt, muss erst noch bewiesen werden. Diese Studie zeigt einmal mehr, dass der Früheinsatz einer effizienten Therapie bei Rheumatoider Arthritis unter allen Umständen angestrebt werden muss.
Beat A. Michel