Treatment for Rheumatoid Arthritis and the Risk of Hospitalization for Pneumonia. Wolfe F, Caplan L, Michaud K. Arthritis. Rheum 2006 (54), 628-34.
Hintergrund: Die Lungenentzündung stellt eine der Hauptursachen der Mortalität und Morbidität bei rheumatoider Arthritis (RA) dar. Die vorliegende Studie untersuchte Risikofaktoren für eine Pneumonie.
Methodik: Halbjährlich wurden 16’788 RA-Patienten während 3,5 Jahren erfasst bezüglich Risikofaktoren sowie auch das Auftreten einer Pneumonie. Mit der proportionalen Regressionsanalyse nach Cox wurde das multivariable Risiko assoziiert mit der Behandlung der RA untersucht.
Resultate: Eine Therapie mit Prednison entpuppte sich als Hauptrisikofaktor für eine Hospitalisation wegen Pneumonie bei RA-Patienten. Dabei stieg das gefundene Risiko mit steigender Dosis (< 5 mg pro Tag entsprechend einem Risiko von 1,4 (95% Konvidenzintervall 1,1-1,6), bei 6-10 mg pro Tag betrug das Risiko 2,1, bei über 10 mg täglicher Prednisoneinnahme betrug dieses 2,3). Kein erhöhtes Risiko wurde für Therapien wie TNF-Blocker, Sulfasalazin, wie auch Methotrexat gefunden.
Konklusion: Zwischen Prednisoneinnahme und dem Auftreten einer Pneumonie bei RA besteht eine dosisabhängige Assoziation. Kein erhöhtes Risiko wurde gefunden für andere Basistherapien, einschliesslich Methotrexat und anti-Tumor-Nekrose-Faktor-Behandlungen. Die Daten legen nahe, dass niedrig dosiertes Prednison nicht ganz so sicher ist, wie dies allgemein angenommen wird.
Fazit: Diese gross angelegte Untersuchung mit Patienten sowohl aus Spital wie aus der Praxis zeigte ein deutlich erhöhtes Risiko von Pneumonien bei zusätzlicher Prednisonbasistherapie. Erstaunlicherweise fand sich kein erhöhtes Risiko für eine Pneumonie unter Therapie mit TNF-Blockern. Die Untersuchung zeigt, dass eine längerfristige Therapie mit Prednison sehr wohl überlegt sein will.
B. A. Michel