Neue Studien

Effects of Abatacept in Patients with Methotrexate-Resistant Active Rheumatoid Arthritis

Kremer JM, Genant HK, Moreland LW, et al. Ann Intern Med 2006; 14:865-77

Hintergrund: In früheren klinischen Studien zeigte der selektive Co-Stimulationsmodulator Abatacept Wirksamkeit in der Behandlung der rheumatoiden Arthritis.

Ziel: Evaluation des Effektes von Abatacept bei persistierender rheumatoider Arthritis trotz Methotrexattherapie.

Methodik: Multizenter, randomisierte, doppelblinde, placebo-kontrollierte Studie über 1 Jahr an 116 Zentren weltweit. Einschluss von 652 Patienten mit aktiver rheumatoider Arthritis. Die Intervention umfasste monatliche Infusionen einer fixen Menge von Abatacept (ungefähr 10 mg pro kg Körpergewicht) oder Placebo.

Outcome-Parameter: Primäre Outcome-Parameter waren der ACR20 nach 6 Monaten, Verbesserungen in der Funktion sowie ein radiologischer Vergleich nach 1 Jahr.

Resultate: 2/3 der Patienten erhielten Abatacept, 1/3 Placebo. Nach 1 Jahr blieben noch 89% der aktiven Gruppe und 74% in der Placebogruppe in der Studie. Nach 6 Monaten erreichten folgende Anteile der Patienten einen ACR20, 50 bzw. 70: 97,9% (39,7% für Placebo), 39,9% (16,8%), sowie 19,8% (6,5%). Diese Zahlen konnten nach weiteren 6 Monaten noch leicht verbessert bzw. stabilisiert werden. Auch die physikalische Funktion verbesserte sich unter Abatacept statistisch signifikant mehr als unter Placebo. Auch die Progression der strukturellen Veränderungen wurde durch Abatacept gegenüber Placebo signifikant eingedämmt.

Die Nebenwirkungsrate in den beiden Gruppen war ähnlich, jedoch fand sich eine höhere Inzidenz von Nebenwirkungen in der Abataceptgruppe bezüglich ernsthafte Infektionen (2,5% vs. 0,9%) sowie Infusionsreaktionen (8,8% vs. 4,1%).

Konklusion: Abatacept vermochte die Krankheitsaktivität bei RA-Patienten mit ungenügender Antwort auf Methotrexat statistisch signifikant zu reduzieren gegenüber Placebo.

Fazit: Abatacept ist ein lösliches vollhumanes Fusionsprotein, welches selektiv das co-stimulierende Signal modifiziert, welches zur vollen Aktivierung der T-Zelle notwendig ist. Diese erste grössere randomisierte Studie zeigt, dass dieses neuartige Therapieprinzip eine gute Wirksamkeit zeigt sowohl klinisch wie auch radiologisch. Allerdings waren gegenüber Placebo auch die schwereren Nebenwirkungen häufiger.

Künftige Studien werden zeigen, welches der genaue Platz dieser neuen Substanz in der Praxis sein wird. Insbesondere wird zu untersuchen sein, ob auf andere biologische Substanzen resistente Patienten unter Abatacept eine Reduktion ihrer klinischen Aktivität erfahren.

B. A. Michel

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