Der Komplementärmedizin zugerechnet werden alte und neue medizinische Systeme und Methoden unserer und ferner Kulturen, die sich dem Menschen als ganzem Wesen widmen. Aus ganzheitsmedizinischer Sicht ist dieses immer einmalig in seiner Art und besteht aus körperlicher Strukturen sowie den damit verbundenen physikalischen, aber auch seelisch-geistigen Kräfte.
Nur aus der engen Vernetzung der verschiedenen Organsystemen und Seinsebenen wird das Leben als dynamisches Gleichgewicht aller Kräfte verständlich. Die unbewusst und selbständig ablaufenden Regelvorgänge in Form biokybernetischer Prozesse stellen die Steuerung des Systems dar, d.h. die körpereigenen Regelvorgänge bilden den Kern von Leben und Gesundheit.
Krankheiten sind aus dieser Sicht Folge einer Beeinträchtigung der Selbstregulation aufgrund einer aus dem Gleichgewicht geratenen Selbstorganisation.
Im Gegensatz dazu basiert das Denken der Schulmedizin auf der Sicht des materiellen atomaren und molekularen Teilchenaufbaus des Organismus sowie den interatomaren und intermolekularen Kräften. Sie konzentriert sich in Diagnostik und Therapie vorwiegend auf den Funktionszustand der einzelnen Organe. Das heisst, Schulmedizin und Komplementärmedizin gründen auf zwei sehr unterschiedlichen medizinischen Denkmodellen, was die Kommunikation sehr erschwert.
Im Sommer 2005 wurden fünf der bisher sechs komplementärmedizinischen Angebote durch den Gesundheitsminister Bundesrat P. Couchepin aus dem Grundleistungskatalog gestrichen. Dies bedeutet, dass diese Therapieverfahren allenfalls über Zusatzversicherungen versichert sind. Sieht man die Grössenordnung der Einsparungen (knapp 1% der Gesundheitsausgaben) an, erscheint einem dieser Schritt bezüglich Nutzen nicht gerade sehr effizient und zeigt auch, wie es einer starken Lobby gelang, unbeliebte Konkurrenz auszuschalten. Befürworter dieser Heilverfahren haben nun eine Volksinitiative eingereicht. Somit wird in diesem Thema das Volk das letzte Wort haben. Wird diese Abstimmung mit den Meinungsumfragen im Vorfeld des Bundesratsentscheides übereinstimmen, so wird eine klare Mehrheit für diese Methoden sein.
Rechts haben wir einige alternative Therapien beschrieben. Es ist uns aber nicht möglich, sämtliche existierenden Methoden aufzulisten. Einige dargestellten Therapiebeschreibungen sind aus dem Lexikon der Naturheilkunde des Gesundheitshauses Bern, andere von der Website www.gesund.ch.